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Wohnen ohne Barrieren

Wohnen ohne Barrieren

07.04.2012, 17:38 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

<p>Es ist komfortabel für Menschen jeden Alters, doch „altersgerecht" sind laut Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) derzeit nur etwa ein Prozent aller Wohnungen in Deutschland. Dabei werde die Altersgruppe ab 60 aufwärts die einzige sein, die noch wächst. Bis 2030 um 40 Prozent.</p>
<p>Der frühere Researchleiter der Deutsche Bank und heutige Professor an der Frankfuter Immobilienakademie IREBS, Tobias Just, sieht in Deutschland bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als 7 Wohneinheiten, immerhin etwa ein Drittel aller Wohnungen, und alten Bestandsgebäuden die nach dem 2. Weltkrieg preiswert gebaut wurden den größten Bedarf. Modernisiert werde immer erst dort, wo eine zahlungskräftige Klientel wohne, also in Berlin-Mitte und nicht in Neukölln oder Moabit, gibt Just ein Beispiel aus Sicht der Investorenbrille.</p>
<p><strong>Wohnungstausch nach Absprache </strong></p>
<p>Wer seine Immobilie nachhaltig fit machen will, das heißt unter anderem Rollstuhl gerecht, muss finanziell abwägen – und sich den Gewinnern oder Verlierern zuordnen – zumindest wenn es nicht aus pragmatischen Erwägungen dem Selbstnutz dient. „Ballungszentren mit Zuzug sprich Binnenwanderung profitieren von Nachfragern, der strukturschwache Raum wird eher ausgespart", so Banker Just.</p>
<p>B-Städte wie Cloppenburg mit der höchsten Kinderzahl Deutschlands oder wachsende Städte wie Lüneburg und Bremen seien stärker geprägt durch Ein- und Zweifamilienhausstrukturen und daher weniger im Fokus altersgerechten Umbauens wie eben Großstädte mit ihren mehrstöckigen Gebäuden. Wenn die Lage stimmt, könnten jedoch selbst Plattenbauten mit ihren geradlinigen Grundrissen und wenig baulichen Hürden beim Umbau wieder eine Renaissance fürs Wohnen im Alter erlangen, meint Tobias Just.</p>
<p>Assetmanager versuchten vor dem teuren Umbau im Bestand zu optimieren. Just: „Warum nicht rechtzeitig vom 4. In den 1. Stock des Mehrfamilienhauses wechseln, wenn etwas frei wird. Auch ein Wohnungstausch ist nach Absprache denkbar." Der nachträgliche Einbau von Fahrstühlen ist oft der dickste finanzielle Brocken, den viele scheuen.</p>
<p>Immobilieneigentümer haben es nicht so einfach wie Investoren, die global aktiv, sich einfach von verwelkenden Märkten verabschieden und blühenden Landschaften entgegen streben. Ihre Häuser stehen dort, wo sie stehen. Sie bleiben auf dem Markt, auch wenn der grottenschlecht ist. Stehen Wohnungen leer, spürt das in erster Linie der Eigentümer.</p>
<p>Die Vorteile barrierefreien Wohnens sind unumstritten. Das fängt bei der Werterhaltung einer Immobilie an, wechselt über zu dauerhafteren Mietverhältnissen und endet schließlich mit weniger Leerständen in Gebäuden. Das kostet zunächst mehr. Insa Lüdtke vom Berliner Architekturbüro Feddersen: „Drei Prozent kommen obendrauf, wenn viele, aber nicht alle Barrieren beseitigt werden." Den Satz veranschlagt die Ingenieurin sowohl für Vorhaben in Bestandswohnungen als auch für Neubauten.</p>
<p><strong>Renovierung des Badezimmers das Übliche</strong></p>
<p>„Zum großen Rundumschlag holen die wenigsten aus", sagt Architektin Ina Gronewold von „Bau Vital" im schleswig-holsteinischen Kiebitzreihe. Die meisten beschränkten sich auf den Prestige-Raum Badezimmer. Eine ebenerdige Dusche, mehr Haltegriffe und eine größere Bewegungsfreiheit stünden hoch im Kurs. Manchmal wird auch die Küche in die Planungen einbezogen. An einen schwellenlosen Zugang von drinnen nach draußen und umgekehrt wage sich bislang nur, wer es unbedingt muss. Das sei das teuerste, aber im Grunde das A und O beim barrierefreien Umbau. Schließlich solle das Haus oder die Wohnung nicht zum Gefängnis im Alter werden.</p>
<p>90 Prozent der Kreditzusagen der KfW Bankengruppe für altersgerechte Umbaumaßnahmen von Wohnimmobilien richten sich an private Haushalte. Seit Einführung des Förderprogramms im April 2009 sind 44 Prozent des Fördervolumens an private Haushalte gegangen. „Die meisten Maßnahmen dienten der barrierearmen Ausstattung der Sanitärräume", bestätigt KfW-Sprecherin Eske Ennen.</p>
<p><strong>(Teil1)</strong></p>
<p><strong>Foto: </strong>Mehr Wohnkomfort im Alter fängt häufig bei der richtigen und frühzeitigen Planung an. was nutzt ein barrierefreies Bad, wenn man nicht ohne "Stolpersteine" vorab ins eigene Haus kommt.(Quelle BHW).</p>
<p>Foto 2: Der Klassiker. Das barrierefrei umgebaute Badezimmer (Quelle KfW).</p>

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