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Problem der Woche: Furchtbarer Giersch

Problem der Woche: Furchtbarer Giersch

Gerd Spiegel
01.06.2012, 07:24 Uhr
Beitrag von Gerd Spiegel

Eine Leserin schieb mir: "Wir haben im Winter ein Haus mit Garten übernommen und sind nun entsetzt, wo sich überall Unkraut breit macht. Die Gartenarbeit habe ich mir sinnvoller vorgestellt; ich will nicht stundenlang auf den Knien herumrutschen und Gräser und sonstige Kräuter zupfen. Besonders ein breitblättriges Kraut zeigt sich nahezu überall, ein Nachbar nannte mir den Namen „Giersch". Natürlich wollen wir chemische Mittel nicht einsetzen, deshalb frage ich nach, was man auf biologische Weise gegen Giersch und Co unternehmen kann."

Die Gartenhobbyisten-Szene hat die Bezeichnung „Unkraut" aus dem Sprachgebrauch verbannt und nennt das auf natürliche Weise ungewollt keimende Grün „Beikräuter". Na ja, dadurch ist es nicht weniger nervig. Zum Thema Giersch sagte mir mal ein erfahrener Gärtner: „Sie können nur zweierlei: Entweder rausziehen oder ausziehen!" Gemeint war damit, dass man den Kampf hartnäckig auf den Knien führen oder resigniert in einen „unkraut"-freien Garten umziehen muss. Die Alternative ist wohl eher theoretisch. Also: Giersch etc. bekämpfen! Ganz kann man ihn kaum verbannen, aber ganz gut im Zaum halten.

Giersch im Gemüsebeet: Hier ist biologische Handarbeit angesagt. Alle Pflanzen frühzeitig im Jahr so tief wie möglich ausgraben. Leider haben sie ein weit reichendes unterirdisches Wurzelgeflecht. Aufkommende Schösslinge gleich wieder herausziehen, damit das Gemüsebeet nicht überwuchert wird.

Giersch im Rasen: Hier hilft häufiges Mähen, damit die Pflanzen sich gar nicht erst entwickeln. Irgendwann sind sie (hoffentlich!) ausgehungert.

Giersch unter Bäumen und Hecken: Es lohnt sich, einmal eine Radikalkur zu praktizieren, das heißt, alles krautige Grünzeug so sorgfältig wie möglich entfernen. Ein Unkrautvlies aus dem Gartenmarkt nach Anweisung auslegen. Darauf fünf bis zehn Zentimeter hoch Rindenmulch schütten, damit das Vlies nicht mehr sichtbar ist. Mit dieser Methode ist ein paar Jahr Ruhe. Kräftige Kräuter kommen mit der Zeit dennoch durch, sind aber leichter zu entfernen.

Giersch auf dem Blumenbeet: Auch hier ist die Methode mit dem Gartenvlies zu empfehlen. Wo Stauden, kleine Gehölze, Sommerblumen gepflanzt werden, macht man einen kreuzförmigen Schnitt ins Vlies, setzt die Pflanzen ein und klappt die Vliesecken zu. Auch hier der Optik wegen mit Rindenmulch abdecken. So weit die „biologischen" Ratschläge; nun ein Hinweis für Leute, die „Bio" nicht so eng verstehen.

Spray gegen Blätter und Wurzeln 

Die Firma Neudorff - bekannt für naturgemäßes Gärtnern - vertreibt unter der Marke Finalsan verschiedene Mittel gegen Unkräuter, darunter auch Finalsan F GierschFrei. Dabei handelt es sich um ein Präparat mit Pelargonsäure, die nach Aufsprühen das oberirdische Grün rasch zum Eintrocknen bringt. Zusätzlich transportiert der Pflanzensaft einen Wuchsstoff in die Wurzeln. Nach einiger Zeit sterben sie ab. Die Behandlung bringt jedoch nur dauerhaften Erfolg, wenn der Giersch mindestens 10 cm, besser 20 Zentimeter hoch gewachsen ist und alle Wurzeln ausgetrieben haben. Die Behandlung kann nach zwei oder drei Wochen wiederholt werden. „Dann ist der Giersch in der Regel weitgehend verschwunden", teilt Neudorff mit.

Ein Hinweis für Tierfreunde: Sofort nach dem Antrocknen des Sprays dürfen die Haustiere wieder in den Garten. Zwei Tage nach der Behandlung kann die Fläche bereits bepflanzt werden.

Zum Schluss doch noch ein biologischer Tipp: Es gibt Menschen, die genießen Giersch als Salat, als Pesto oder als Brotbelag mit Tomaten. Da heisst es also schneller zu essen als die Pflanze wächst...

Alle bereits behandelten "Probleme der Woche": http://www.seniorbook.de/themen/schl...m_der_woche

Foto: Giersch, so weit das Auge reicht
© Birgit Eickenberg / pixelio (www.pixelio.de)

Lesen Sie in der nächsten Woche: Welche Pflanzen vertragen die Sonne am Südfenster?
Und welche sind fürs Nordfenster richtig?

12 Kommentare

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Ich lasse dem Giersch seinen Raum und entferne nur, was wirklich stört. Gierschpesto ist übrigens sehr lecker und gesund.
  • 23.09.2013, 02:50 Uhr
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Es gibt keine Unkräuter ! Gerade diese vom Menschen sogenannten Kräuter sind noch relativ ursprünglich und deshalb besonders für die Gesundheit gut.
  • 13.05.2013, 22:32 Uhr
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Ich besprühe das Unkraut, egal welches, auch das, das auf dem Bürgersteig wächst, mit Essigreiniger. Das funktioniert immer. Hilft vielleicht auch beim Giersch. Vor allem
kann man Tiere direkt wieder rauslassen, sie meiden den Geruch von Essig und es ist nicht giftig
  • 06.05.2013, 12:57 Uhr
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Ich habe mit Giersch-frei von Neudorf gute Erfahrungrn gremacht. Die Kaninchen der Nachbarn freuen sich über eine Gierschmahlzeit.
  • 20.03.2013, 08:12 Uhr
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Auch ich esse den nicht so gerne gesehenen Girsch, aber nur ganz jung.Aber gegen Rheuma hat er mir noch nicht geholfen. Nehme dann doch lieber die Homöopathie zu Hilfe
  • 12.03.2013, 18:40 Uhr
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Ich freu mich jetzt schon drauf, am liebsten würde ich ihn schon unter dem Schnee suchen. sooo lecker.
  • 02.03.2013, 12:33 Uhr
Si viel kann ich nicht essen. Ich blanchiere ihn und friere ihn ein für den Winter. Zerkleinert und eingefroren für Kräuterbutter und ständig frisch, gemischt mit Brennnesseln und Löwenzahn und und und...
  • 23.06.2013, 22:02 Uhr
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Ina Gesellensetter
Lieber Herr Spiegel, mit viel Interesse und Hoffnung habe ich Ihren Artikel gelesen. Ich bin seit 5 Jahren Besitzerin eines in 1976 angelegten Gartens, bis 1976 war hier Wald. Und der Giersch ist überall, aber v.a. im Blumenbeet. Gierschfrei hab ich schon probiert, das Problem sind allerdings die Stauden, die ich beim Sprühen spätestens ab April nicht mehr aussparen kann, so dass das auch nicht funktioniert. Vlies kommt aus dem gleichen Grund nicht in Frage- das Beet ist so schön mit so vielen Dingen, die immer wieder kommen. Bin ich jetzt weiterhin dazu verdammt, jede Woche zwei 20-Liter-Eimer Giersch rauszureißen oder haben Sie noch einen Tipp? Vielen Dank erstmal, Ina Gesellensetter
P.S. Vlies und Spray werde ich jetzt bei der Grabpflege durchziehen, da ist Freund G. nämlich auch üppig vorhanden.
P.P.S. Ich kann ihn nicht essen, er widert mich an. Um allerdings meine Biotonne nicht zuzugierschen habe ich jetzt in den Hasen einer Bekannten dankbare Abnehmer gefunden
  • 02.06.2012, 13:53 Uhr
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...ich schätze Dein Sohn verzichtet auch Ich bin dabei.
  • 01.06.2012, 17:12 Uhr
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an meine Schwiegertochter Tina: Ich tu das längst, verwende ihn gerne als Spinatersatz, auch im Kräuterrisotto,...... Dein Schwiegervater ist leider nicht dafür zu begeistern. Ich lad euch gerne dazu ein!
  • 01.06.2012, 16:16 Uhr
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an meine Schwiegermama Ilse: wie wär`s mit einem baldigen Familien-Giersch-Essen?
  • 01.06.2012, 11:20 Uhr
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