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Kühlschrankkauf mit Kafka: Hindernisse, Tücken und Frust

Marion Dr. Diwo M.A. -HP
21.05.2013, 16:48 Uhr

Eigentlich wollte ich nichts als einen neuen Kühlschrank. Einen, der wenig Strom verbraucht und Eiswürfel produzieren kann. Das klingt nach einem lösbaren Problem? Ist es aber nicht. Was ich bei der Suche erlebte, warum ich dabei verzweifelte - und warum am Ende der Konsumverzicht stand.
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Die Idee erschien simpel: Der Kühlschrank war acht Jahre alt, entsprach sicherlich nicht mehr den Energie-Effizienz- Maßstäben, die heutzutage an Haushaltsgeräte angelegt werden. Ich wollte also meinen Beitrag zum Umweltschutz leisten - und ein neues, sparsames, zeitgemäßes Gerät kaufen.

Ursprünglich hatte ich zwar darauf gehofft, dass Frau Merkel - wie schon bei den Autos- irgendwann eine Abwrackprämie für Haushaltsgeräte ansetzen würde (das war ja auch mal in der Diskussion). In diesem Fall wäre mein Glück perfekt gewesen. Den Gefallen tat mir die Kanzlerin (wohl geläutert nach den Erkenntnissen aus der Autoindustrie) nicht mehr. Wäre auch zu schön gewesen- etwa wie bei der Krankenkasse: Man kann machen, was man will- und die Gemeinschaft zahlt es. Nun, daraus wurde nichts- und ich blieb mit meinem Kaufwunsch allein- ohne staatliche Subvention.

Das Problem: Das Profil
Egal. Selbst ist die Frau. Ich ging die Sache an. Doch was für ein Gerät sollte ich nehmen?
Nachdem ich die klassischen Hersteller deutscher Marken durchforstet hatte, stellte ich fest, dass es ganz neue Produzenten gab. Seit wann macht Samsung Kühlschränke? Komisch. Und was heißt LG? („Life´s good“, Südkorea, ehemals Gold Star. Von denen hatte ich mal einen Fernseher in den 1980er Jahren, so trifft man sich wieder…) Sollte ich ganze Entwicklungsschübe verpasst haben?

Nachdem das Misstrauen abgebaut war, stellte ich mir die Frage, was ich eigentlich brauche- und was ich eigentlich wünsche. Nach den ersten Versuchen, die Webseiten der Anbieter in den Griff zu bekommen, ging ich die Sache von der anderen Seite an: Ich erstellte ein Profil meines Kühlschranks der Zukunft, anders kam ich nicht zurecht, weil ich im Dschungel der Marken-und Angebotsvielfalt unterzugehen drohte. Wer steigt da eigentlich noch durch? Also, so schwer kann das doch nicht sein:

Energieeffizienz (was heißt eigentlich genau AA AA+, AAA, keine Zeit , mich darum zu kümmern), das Ding soll leise sein (Riesenunterschiede: Von 38 dB (A) re 1 pW bis zu 45 irgendwas)- sagte mir nichts, ich wollte getrennte Regulation zwischen Kühleinheit und Gefriereinheit und stieß auf so irre Geräteeigenschaften wie „low frost“, „no frost“ (wie geht das?), „bio-fresh“ und „bottom frost“. Allmählich wurde ich nervös.

Die Unwissenden abschmettern
Den gut gemeinten Ratschlag aus meiner Familie, man könne sich einmal beraten lassen, vor Ort, im Geschäft, durch lebende Menschen, wies ich zunächst vehement zurück. Wie modern ist es doch, mit den Internetauftritten der Unternehmen interaktiv zu kommunizieren, immer wieder neue Kästchen anzuklicken und zu sehen, welche Formate und Typen die neue Warenwelt ausspuckt, inklusive toller 3D-surrounding-Filme, die mir zeigen, in welchen vorgestrigen Küchenräumen ich mein tristes Leben fristete. „Ich mach´ das schon“, lautete meine Devise, wenn auch immer weniger zuversichtlich.

Die Wut auf den Konsum
Meine Eckdaten standen fest: Ich hatte nur 60 cm Breite zur Verfügung, dafür konnte es in die Höhe gehen, aber bei 60 Zentimetern gab es meinen Traum nicht: Die Eiswürfelproduktion. Was stellten die sich eigentlich vor? Sollte in kleinen Küchen der Luxus des gezapften Eiswürfels aus der Front des Gerätes unmöglich sein? Doch geht, sagt die Industrie, aber dann festinstallierter Wasseranschluss und kein Innenraumtank mehr. (Sehen Sie, wie viel Fachchinesisch ich schon beherrsche???) So oder so. Diese Option geht nicht bei mir. Ich wich also in Gedanken schon aus auf unbekannte Großküchenhersteller. Die hatten für diesen „Firlefanz“ aber erst recht nichts übrig- dort gab es nichts dieser Art. Ich war sauer.

Letzter Versuch
Jetzt wurden Vertraute eingeschaltet: Die Freundin, ein Kontakt zu einem Profi, es musste eine Lösung her. Der Kühlschrank wurde zu einem Suchtfaktor. Ich will, ich will, ich will. Nur wen und was? Zwei-stündlicher Check der Emails: Was hatten die Anderen herausgefunden? Die ernüchternde Erkenntnis kam schnell. Nicht mehr, als ich.

Zwischenzeitlich blätterte mein Mann in bewährten Zeitschriften- heimlich: Er wollte, dass das Ganze nicht schiefging und kam mit einem Ding daher, das beste Noten bei Stiftung Warentest erhalten hatte, deutscher Hersteller (ein Argument) , Ernergie-Effizienz o.k., kein (!!!) Eiswürfelautomat., aber alles andere passte, sogar der Preis.

Eigentlich. Denn ich hatte mich festgebissen an dem Eiswürfelautomaten, zwischenzeitlich ´zig emails an alle Hersteller geschrieben- und mich beklagt. Wieso ist es nicht möglich, Eiswürfel auf einer Breite von 60 cm zu produzieren und dafür die superüberflüssigen „“Crisper Boxes“ und „flexshelf“-Multifunktionsablagen auszusortieren? Ich bekam keine Antwort, ich war auch fertig mit der Welt, das Ganze wuchs sich zu einem Konsum-Drama aus (inklusive Zertifikat in Kühltechnik).

Das Resultat
Ich begann, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass der Kühlschrank, dessen Profil ich in der Industrie verbreitet hatte und den es noch nicht gab, nach monatelangen Managementberatungen hergestellt werden würde. Ich müsste nur noch ein Weilchen (ein bis zwei Jahre?) warten, bis die Entscheidungsprozesse der Industrie fruchteten und Produktion auf meine Bedürfnisse umgestellt werden würde.

Irgendwann würde auch die Farbe stimmen: Aluminium mit schwarzen Blenden, Zeichnung liegt vor.
Ich kann warten, ich kaufe nichts- ich will meinen Kühlschrank dann, wenn die Anderen soweit sind.

last but least:
Mal abgesehen davon, dass Wunder manchmal doch geschehen. In diesem Sinne: 1000 Dank an eine mir bekannte Seniorbook-Nutzerin für den Support bei der Suche!! Denn nun weiß ich: Es gibt den Traum doch:
LG GB 7143 A2BZ -aber zu teuer!

7 Kommentare

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Hättste mal einen grauhaarigen Fachberater im Fachgeschäft gefragt....grins.
  • 20.05.2013, 20:50 Uhr
Marion Dr. Diwo M.A. -HP
Schelm, das mit dem Grau hast Du wohl noch immer nicht geschluckt??
  • 21.05.2013, 01:37 Uhr
wie kommst Du denn darauf ....
  • 21.05.2013, 06:36 Uhr
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habe vor mir einen neuen zu kaufen, bin jetzt nach diesen Bericht, am überlegen ob ich mir das antun sollte.
Wer braucht den einen Eiswürfler? ich nicht. Lieber einen mit guten separaten steuerbaren Gefrierteil mit drei fächern mindestens. aber dann wird das Ding schon fast 2 Meter groß. wo stelle ich dann meine Grill / Mikrowelle hin? Ist die dann auch noch bedienbar, so weit oben. Für meine Frau mit Sicherheit nicht, die braucht dann eine kleine Trittleiter.
So viel Platz ist in der Küche ja auch nicht gerade, normale Kühlschränke mit Gefrierteil > 50 Liter gibt es ja auch keine. ?????????
  • 20.05.2013, 18:09 Uhr
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Wir hatten dasselbe Problem und haben gelernt: es gibt auch separate kleine Eiswürfelmachinen für ca. 120 Euro.
  • 20.05.2013, 17:38 Uhr
Marion Dr. Diwo M.A. -HP
kannst Du mir mal das Fabrikat nennen?? Wäre glücklich...
  • 21.05.2013, 15:50 Uhr
Wir haben eine Clatronic (kann man bei EBay oder Amazon finden).
  • 21.05.2013, 19:32 Uhr
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