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DVD-Tipp: Lars und die Frauen

DVD-Tipp: Lars und die Frauen

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 08.09.2012 - 13:20 Uhr

Wenn der seelische Druck steigt, führt dies manchmal zu ungewöhnlichen Reaktionen. So ergeht es zumindest Lars (Ryan Gosling), einen psychisch labilen Außenseiter, der in der Garage seines Elternhauses wohnt, in dem mittlerweile sein Bruder Gus (Paul Schneider) und seine Frau Karin (Emily Mortimer) leben. Während sich sein gesamtes Umfeld große Mühe gibt, seine selbst geschaffene soziale Isolation aufzubrechen, verschließt sich Lars zunehmend. Nach einem Streit mit der hochschwangeren Karin, die unmissverständlich sein beinahe kindliches Gemüt anprangert, verfällt er in eine tiefe Psychose.

„Das ist meine Freundin Bianca!"
Einige Tage später taucht Lars unvermittelt bei Karin und seinem Bruder Gus auf und kündigt Ihnen seine erste Freundin Bianca an, halb Brasilianerin und Dänin, die er im Internet kennengelernt haben will. Das freudige Erstaunen der Beiden verwandelt sich schnell in erschrockene Verwunderung, als sie auf Bianca treffen, eine in einem Rollstuhl sitzende Silikon-Sexpuppe. In großer Sorge um Lars, der Bianca als lebendige Person behandelt, bringen sie ihn zur Psychiaterin Dr. Dagmar (Patricia Clarkson). Sie erkennt seine tief sitzende psychische Störung und kommt zum folgenden Ratschlag: Wenn man Lars wieder ins wahre Leben zurück bringen will, führt der Weg nur über die Akzeptanz von Bianca als real in seinem Kopf existierende Person.

Mit Hilfe von Dr. Dagmar versuchen Karin und Gus über Bianca, Lars wieder am Leben teilnehmen zu lassen. Die skurrile Geschichte um Bianca zieht immer weitere Kreise in der kleinen Stadt, aber die Bewohner beginnen nach einer ungläubigen Starre mitzuspielen. Und so entwickeln sich aus anfänglichen gemeinsamen Besuchen von Bianca und Lars in der Kirche oder als Partygäste ganz ungewöhnliche Begebenheiten...

Ein unterhaltsamer Film um Akzeptanz und sensible Seelen.
Als ich das erste Mal von diesem Film hörte, dachte ich, dass eine so schräge Geschichte nur als völlig überzeichnete Komödie funktioniert. Regisseur Craig Gillespie schaffte es allerdings, ein mutiges und von sensiblem Humor geprägtes Drehbuch perfekt umzusetzen. Das aus der Feder von Nancy Oliver stammende und Oskar nominierte Skript setzt auf feinfühlige und leise Töne, in denen Humor und Ernsthaftigkeit die Waage halten und in dem Akzeptanz und Mitgefühl als primäre Attribute transportiert werden.

Ryan Gosling spielt die Hauptrolle und das in jeder Hinsicht. Er inszeniert die Figur und dessen Psychose fast beängstigend glaubhaft und verleiht darüber dem Film Tiefgang und Mehrdimensionalität. Dabei weckt er genau die gewünschten Emotionen: Mitgefühl und Verständnis für einen Menschen, der aus eigener Kraft nicht aus seiner seelischen Isolation herauskommt.

Ich mag an diesem Film dieses emotionale Wechselbad und Begebenheiten bzw. Situationen, die so unheimlich lustig sind und doch immer wieder nachdenklich stimmen. Diese Komödie ist sicherlich auf seine Weise einmalig!


Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=tOQ1_vcTJMk

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