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DVD-Tipp: Labyrinth der Wörter

DVD-Tipp: Labyrinth der Wörter

Von wize.life-Nutzer - Freitag, 31.08.2012 - 17:09 Uhr

Dieser französische Spielfilm aus dem Jahr 2010, nach einer Romanvorlage von Marie-Sabine Roger, handelt von einer außergewöhnlichen Freundschaft, tiefe Zuneigung und der Anziehungskraft niedergeschriebener Fantasien. Den Originaltitel „La Tête en friche" könnte man wörtlich mit „Hohlkopf" übersetzen. Der deutsche Filmtitel „Labyrinth der Wörter" wirkt dagegen distinguiert. Die Kombination aus beidem bringt jedoch den Inhalt dieses unter der Regie von Jean Becker entstandenen Filmes auf den Punkt.

Eine außergewöhnliche Freundschaft
Germain Chazes (Gérard Depardieu) ist in jeder Hinsicht ein einfacher Mann mit schlichtem Gemüt. Als Tagelöhner schlägt er sich eher schlecht als recht durch, lebt in einem alten Wohnwagen hinter dem Haus seiner nikotinkranken Mutter und wird für seine plumpe Art oft nur belächelt. Seine einzige Freude im seinem routinierten Leben sind sein Garten, seine Freundin Annette (Sophie Guillemin) und Tauben füttern. Eines Tages trifft der um die fünfzigjährige bei seinem täglichen Parkbesuch auf die vierzig Jahre ältere Margueritte Escoffier (Gisèle Casadesus). Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, nicht nur des Alters wegen, doch entsteht zwischen diesen reinen Herzen ein zartes Band der Freundschaft. Bei ihren Treffen liest Margueritte ihm aus Romanen vor und eröffnet ihm eine lange verdrängte Welt voll schöner Wörter. Es zeigt sich recht bald, das Germain seit Kindesalter an eine Leseschwäche leidet und dafür schmerzvoll gehänselt wurde. Die Zusammentreffen verändern Ihn. Unterstützt durch sein hervorragendes Erinnerungsvermögen, saugt er neues Wissen und Wörter mit Begeisterung wie ein Schwamm auf. Seine Freunde, die ihn bislang für dumm hielten, erleben Germain von einer ganz anderen Seite. Als Margueritte ihm später offenbart, dass sie aufgrund ihres Alters langsam erblindet, fasst er einen Entschluss. mit Hilfe von Annette trainiert er das Lesen, damit er Margueritte vorlesen kann. Als er kurz darauf der alten Dame einen spontanen Besuch im Altersheim abstattet, erfährt er, dass Sie nicht mehr da ist.

Eine zarte Komödie über ein ungewöhnlich gewöhnliches Leben
Die geradlinige Geschichte überzeugt durch die tief empfundene Freundschaft von Germain und Margueritte, die Natürlichkeit und Frohsinn transportiert. Gérard Depardieu verwandelt den Charakter in einen einfachen, fast kindlich ehrlichen Menschen,  wirkt dabei aber nie lächerlich oder überzeichnend. Als Zuschauer genießt man die Momente wachsender Entschlossenheit, im Wunsch begründet, etwas aus seinem Leben zu machen und darin eine besondere Form der Anerkennung  für das eigene Leben zu ziehen.  Zuhören und Wertschätzung  sind  wichtige Attribute des Films, die den roten Faden in eine amüsante und sehenswerte Geschichte spinnt.

Wenn Sie der Film so begeistert wie mich, kann ich Ihnen die Romanvorlage der französischen Autorin Marie-Sabine Roger ans Herz legen. Das Buch wurde im Jahr 2009 zu Recht mit dem Prix Littéraire ausgezeichnet.

 

Zum Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=mAbgEFVrKRk

 

1 Kommentar

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Christine Kammerer
Das klingt wirklich sehr gut, ich kann mir auch Depardieu sehr gut in dieser Rolle vorstellen
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