Marktplatz Greifswald
Marktplatz GreifswaldFoto-Quelle: Foto: Klaus Tolkmitt

Hansestadt Greifswald

Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald ist eine Stadt in Vorpommern im Nordosten Deutschlands und hat etwa 56.000 Einwohner. Greifswald liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom an der Mündung des Flusses Ryck.

Mit dem Dreißigjährigen Krieg kamen Not und Elend in die Stadt. 1626 befahl Landesherr Bogislaw XIV. den Greifswaldern, dass die teilweise baufällig gewordenen Befestigungsanlagen so gut wie möglich zu verbessern seien, doch schon im November 1627 überließ der schwerkranke Herzog Pommern durch Kapitulation den kaiserlichen Truppen. Diese zogen unter Wallenstein am im November 1627 in Greifswald ein und errichteten ein Schreckensregime, bei dem die Bevölkerung aufs Schlimmste ausgeplündert wurde. Im Juni 1631 standen die Truppen König Gustav Adolf II. vor der Stadt und nahmen sie nach kurzem Kampf ein.

Der nachfolgende Zeitabschnitt, die so genannte Schwedenzeit, dauerte 184 Jahre. Die Schweden waren bis zum Wiener Kongress 1815 Herren über Vorpommern und damit auch für die Geschicke Greifswalds verantwortlich. Greifswald wurde insofern aufgewertet, als es Sitz der obersten Gerichts- und Kirchenbehörden für Schwedisch-Pommern wurde. Mehrfach versuchte Brandenburg, das verlorene Gebiet zurückzuerobern, und 1678 gelang es, Greifswald für ein Jahr lang zu besetzen. Bei den vorausgegangenen Gefechten wurde die Innenstadt samt Marienkirche schwer beschädigt. Im Gemäuer der Kirche stecken heute noch etliche Kanonenkugeln der Brandenburger. Die Kriege des 18. Jahrhunderts belasteten die Stadt stark. Während des Großen Nordischen Krieges mussten 1712 und 1713 die durchziehenden dänischen, sächsischen und russischen Truppen versorgt werden, und im Siebenjährigen Krieg explodierte 1758 ein in der Stadt von den Preußen angelegtes Pulvermagazin, wodurch große Teile der Stadt zerstört wurden. Zuvor hatten schon 1713 und 1736 Großbrände Teile der Innenstadt eingeäschert. In guter Erinnerung sind die Bemühungen der Schweden um die Greifswalder Universität geblieben. Nach deren Niedergang zum Ende des Dreißigjährigen Krieges kurbelten sie den Lehrbetrieb wieder an und ließen 1747 das heute noch bestehende Universitätshauptgebäude errichten.

In den Napoleonischen Kriegen besetzten Truppen Frankreichs und seiner Verbündeten 1807 bis 1810 sowie 1812/13 die Stadt. Im Zuge des Friedens von Kiel im Januar 1814 sollte Greifswald mit Schwedisch-Pommern an Dänemark fallen, kam aber während des Wiener Kongresses durch Abtretung des damals preußischen Herzogtums Lauenburg an Dänemark zu Preußen.

Zur Jahrhundertwende entstanden großzügig bebaute neue Straßen, in denen sich die zunehmende wohlhabende Bürgerschaft niederließ. 1912 erhielt Greifswald den Status einer kreisfreien Stadt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren 1.500 Studenten an der Universität immatrikuliert. 1915 wurde ein Theaterneubau eröffnet. Eine Landschenkung der Stadt an die Universität von 1925 ermöglichte der Universität ein Wachstum über die Grenzen der Altstadt hinaus.

Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre machte sich durch große Arbeitslosigkeit bemerkbar. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt, die eine große Garnison der Wehrmacht beherbergte, ohne Zerstörungen.

Ende der 1960er Jahre begann die Umgestaltung eines innerstädtischen Teilgebietes zwischen Brüggstraße und Bachstraße, Altem Hafen und Markt im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bauakademie der DDR in „angepasster Plattenbauweise“. Dabei wurden einige denkmalgeschützte Objekte restauriert, darunter die Stadtbibliothek, das Kapitänshaus, das heutige Bestattungsinstitut und die Gebäude an der Nordseite des Marktes.

Die seit 1991 erfolgten Sanierungen des historischen Stadtkerns im Rahmen der Städtebauförderung haben mittlerweile die noch erhaltenen Teile der Altstadt wieder sehenswert gemacht. Insbesondere der Marktplatz mit seinem freistehenden Rathaus gilt als einer der schönsten in Norddeutschland. Bestehend aus zwei Plätzen, dem Hauptmarktplatz und dem kleineren Fischmarkt, lädt der Markt zum Verweilen ein. Das rotgestrichene Rathaus trennt die beiden Märkte voneinander. Um 1300 erbaut, aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet, ist er Sitz des Oberbürgermeisters. Nebst Rathaus umgeben den großflächigen Markt weitere historische Häuser, darunter zwei gotische Wohnspeicherhäuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Caspar-David-Friedrich, einer der bedeutendsten Maler der Romantik, wurde am 5. September 1774 in der Hansestadt Greifswald als sechstes von zehn Kindern geboren. Dort, wo Friedrich das Licht der Welt erblickte, wurde anlässlich seinem 230. Geburtstag das multimediale Caspar-David-Friedrich-Zentrum eröffnet.
Auf zwei Ebenen kann man die Entwicklung Friedrichs erleben. Foto: Klaus Tolkmitt

Untermarkt, 17489 Greifswald auf der Karte anzeigen:
Hier klicken um Karte zu öffnen