Rechtschreibunk in der Schreibwerkstatt
Rechtschreibunk in der Schreibwerkstatt

Rechtschreibunk in der Schreibwerkstatt

Beitrag von wize.life-Nutzer

Einen Text mit Rechtschreibfehlern zu präsentieren, kann verschiedene Gründe haben. Möglicherweise entsteht der Eindruck, der Autor nimmt sich, seinen Text und den Leser nicht ernst. Dem widerspricht allerdings der Umstand, dass er einen Text überhaupt zeigt. Denn für jeden Autor hat das Zeigen besondere Bedeutung - noch vor dem Lob.
Unsicherheit wäre ein weiterer Grund. Gerade in der Aufgeregtheit der Textentstehung entstehen mit diesem auch Fehler. Bei jedem. Der Erfahrene lehnt sich zurück und geht mit einigem Abstand den Text nochmal durch. Der Unerfahrene jedoch ist froh, dass er's "los" ist und atmet in dem Moment auf, in dem er den Send-Button drückt.
Möglich auch, dass jemand es überhaupt nicht kann - richtig schreiben. Der wird's auch in einer Schreibwerkstatt nicht lernen. Aber geholfen wird ihm dort auf jeden Fall - sei es durch einen "Mentor", an den er sich wegen eines Lektorats wendet oder durch Hinweise, die ihn seinen Text selbst korrigieren lassen.
In der Regel sind Autoren froh über diese Hinweise, weil sie durch sie einen Text nicht nur inhaltlich verbessern können, sondern auch die äußere Form abrunden können.
Für den Leser ist nichts so abstoßend wie fehlerhafte Zeichensetzung oder Rechtschreibfehler. Oft merkt er's selbst gar nicht, doch wenn er dem Text schon in der zweiten Zeile nicht folgen kann, weil ein fehlendes Komma den Sinn verfälscht und ein Doppelt-T zum Nachdenken bringt, weil der Leser die Bedeutung des Wortes neu erfassen muss, artet das im Unterbewussten schnell in "Arbeit" aus und er wendet sich ab von diesem Text: Zu schwierig.
Vergleichen lässt sich das vielleicht mit einem Essen: Zwei Teller mit demselben Inhalt. Der eine von einem Koch liebevoll angerichtet, der andere von einem Klempner (nix gegen Klempner übrigens) mit der großen Kelle raufgeklatscht - inhaltlich desselben Inhalts, wird sich wohl fast jeder dem harmonischer angerichteten Teller widmen.
Ich selbst - als Leser - möchte einen Text unbefangen aufnehmen können und mich mit ihm auseinandersetzen, möglicherweise sogar auf ihn einlassen. Ich brauche meine Gedanken in diesem Moment für den Inhalt und möchte dabei keine Irritationen durch Fehler erleben. Es wäre schön, wenn das jeder Autor berücksichtigen könnte.

Dieser Text ist übrigens direkt entstanden, und wenn jemand Fehler findet und mir nennt, korrigiere ich sie nachträglich gern