Müssen wir erst sieben Mal leben, um dann richtig zu leben?
Müssen wir erst sieben Mal leben, um dann richtig zu leben?Foto-Quelle: © Maridav - www.Fotolia.com

Müssen wir erst sieben Mal leben, um dann richtig zu leben?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Auf meinem Nachttisch liegt seit gestern das Buch "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei". Die Autorin Lauren Oliver beschreibt darin die Geschichte einer jungen Frau, die mitten im Leben steht, ja ein schönes Leben führt und die nach einer Party bei einem Autounfall ums Leben kommt. Am nächsten Morgen wacht sie am gleichen Tag wieder auf. 7 Mal geht das so weiter.

7 Mal erlebt sie diesen ihren letzten Tag.


Ganz allmählich versteht sie, worum es geht. Sie soll gar nicht ihr Leben retten, sondern .... "Nein, ich verrate es dir nicht", sagte meine Freundin Mascha, die mir das Buch mitbrachte, "du musst es selbst lesen. Ich konnte gar nicht aufhören und habe es in einem Rutsch gelesen."

Ich werde heute Abend damit beginnen. Die Frage, die mir schon den ganzen Tag durch den Kopf geht:

Ist es vielleicht wirklich so, dass wir eigentlich 7 Mal leben müssen, um zu verstehen, um was es wirklich geht?


Im Grunde ist es ja bei allem in unserem Leben nicht so viel anders. Man baut ein Haus und weiß dann, was und wie man es anders und besser getan hätte. Man verliebt sich und wenn die Liebe scheitert, versteht man sich und den anderen besser. Man bekommt ein Kind und kann eigentlich erst beim zweiten Kind richtig loslassen und genießen. Man macht den Führerschein, aber wie Autofahren geht, das dauert und dauert. Man erlernt einen Beruf, aber man lernt ein Leben lang dazu und versteht erst sehr viel später, was der Ausbilder, Meister, Chef, Lehrer, Professor tatsächlich meinte. Man sitzt in der ersten Klasse und übt Schönschrift und ganz allmählich und viele viele Jahre später hat man erst seine "eigene" Handschrift entwickelt ...

Es wäre also so wie jedem Tag ein neuer folgt und dazwischen liegt ein Reset: die Chance für etwas Neues.

Kommen wir Menschen deshalb möglicherweise immer und immer wieder? Ist der Tod also wirklich kein Ende, sondern nur eine Atempause vor einem neuen Anfang?