Was Frauen wirklich denken: Wie viel Haut ist sexy?
Was Frauen wirklich denken: Wie viel Haut ist sexy?Foto-Quelle: © MaxFrost - www.Fotolia.com

Was Frauen wirklich denken: Wie viel Haut ist sexy?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Ist eine Hose, die mehr Slip frei gibt als verhüllt, noch eine Hose? Ein Rock, der eher Gürtel ist und deshalb auch nicht den kleinsten Po der Welt zu bedecken vermag, noch fashionable? Ein Dekolleté, das an der falschen Stelle endet, wirklich noch schön anzusehen? Ein Männerhemd, das mindestens zwei offene Knöpfe zu weit geht, noch ansprechend und anspruchsvoll, egal wie teuer es war?

Unsere Kultur neigt zur Show, zum Zeigen, zur Offenbarung.


Mitunter ist dies sehr unterhaltsam und mitunter möchte man oder ich zumindest eine dicke schwarze Brille aufsetzen. Nein, ich bin nicht prüde, aber ich möchte nicht ungewollt und ungefragt Zeugin werden von Hautzonen, die mich nichts angehen. Ob sie prominenten Ursprungs sind oder mich in meinem beruflichen und privaten Alltag umgeben. Draußen auf der Straße oder drinnen vorm Computer, im Internet oder auch an Pinn- und Fotowänden auf Plattformen.

Gibt es eine Grenze zwischen sexy und zu viel?


Ich finde, ja. Sie ist imaginär und in den letzten Jahrzehnten immer häufiger verrückt worden. Sie ist natürlich auch immer sehr individuell, aber wie wir wissen: Der individuelle Geschmack folgt letztlich vor allem Trends und Mindsettings und diese werden nicht zwingend von Einzelnen gemacht, sondern vielfach gesetzt und "aufgezwungen", weil ein neuer Trend immer auch neue Märkte schafft. Sprich: ich muss nicht alles mitmachen und schon gar nicht schön oder sexy finden, was angeblich "in" und sexy ist.

"Kleider machen Leute. Heute machen sie häufig vor allem an."


Wo aber beginnt Sexyness, wo endet sie? Dürfen Kleider mehr enthüllen als verhüllen und der persönliche Mut für andere zur Zumutung werden? Ist Sexyness nicht viel mehr als Posing und Posen posten? Ist es nicht eher die Ausstrahlung, der Esprit, sind es nicht vielmehr leuchtende Augen, ein gewinnendes Wesen und ein Bewusstsein für den richtigen Moment, die einen Menschen - ob Frau oder Mann - sexy machen, interessant, begehrenswert? Ein Freund, attraktiv, gutaussehend, erfolgreich, sympathisch, sagte vor kurzem: "Kleider machen Leute. Heute machen sie häufig vor allem an".

Ziehen wir uns also einfach ein bisschen weniger aus, wenn wir uns anziehen und andere anziehen wollen. Unsere Anziehungskraft wird nicht darunter leiden. Egal ob wir Frau oder Mann sind.