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Geburtshoroskop von Gottfried Briemle
Geburtshoroskop von Gottfried BriemleFoto-Quelle: Dr. Gottfried Briemle - Bildarchiv Briemle, Aulendorf

'Die Sterne lügen nicht' - Wurzeln astrologischen Aberglaubens

Beitrag von wize.life-Nutzer

(Auszug aus 'Querschnitte - Reportagen aus der Naturwissenschaft'
von Hoimar von Ditfurth und Volker Arzt)

Das Thema wird bei SB gelegentlich kontrovers und unterhaltsam diskutiert. Ich rufe es mal wieder unverbindlich in Erinnerung (es werden hier bei SB ja auch Tageshoroskope angeboten) und mache mir damit vermutlich nicht nur Freunde ...
Als Basis stelle ich einen anregenden Artikel dazu zum Einstieg; hier 'für Eilige' auf wesentliche Aussagen zusammengefasst, Interessierte finden den vollständigen Artikel hier:
--> http://hoimar-von-ditfurth.de/die_st...n_nicht.pdf

Interessierte 'Hobby-Astrologen' werden vielleicht angeregt, auf entsprechende Veröffentlichungen ihrer Position zu verweisen, um mal beide Seiten gegenüberzustellen.
Ich selbst bekenne mich dem Lager zugehörig, das Astrologie als zwar unterhaltsam, aber auch weltfremd einstuft. Trotzdem möchte ich die vielen möglichen Interpretationen zum Thema nicht grundsätzlich bewerten - die Gedanken sind frei ...
Also, los geht's:

"Glauben Sie, daß Ihr Leben durch die Sterne beeinflußt wird? 4,4 Millionen Bundesbürger antworteten auf diese Frage mit "Ja", 13,6 Millionen mit "Möglicherweise". Das sind 45 Prozent aller Erwachsenen! Keine Zeitung mag denn auch auf die Horoskopspalten verzichten. (...)
Aus der Anordnung der Himmelskörper zueinander und aus ihrer Stellung zu den Sternen des Tierkreises entnehmen die Sterndeuter fast alles. Nicht nur Charakter- und Persönlichkeitsmerkmale, sondern auch die Beziehungen zur Umwelt und den Mitmenschen. (...)
Man mag dies ernst nehmen, man mag darüber die Nase rümpfen oder bloß seinen Spaß dran haben. Der Spaß freilich sollte aufhören, wenn ... astrologische Gutachten darüber bestimmen, ob man eingestellt wird oder nicht. Tatsächlich gibt es eine Reihe von sogenannten Fachastrologen, die sich gerade auf diese aberwitzige Personalberatung spezialisiert haben. Es mangelt ihnen nicht an Selbstbewußtsein: "Unsere astrologischen Gutachten sind allemal objektiver als jede andere Beurteilung." (...)

Bei allen Unterschieden der diversen astrologischen Schulen, in einem Punkt sind sie sich sämtlich einig. Entscheidend für das Horoskop eines Menschen und damit für sein Schicksal sei der Augenblick der Geburt. (...) Die Frage drängt sich auf, warum die Astrologie auf dem Augenblick der Geburt beharrt und nicht längst auf den Empfängnistermin ausgewichen ist. (...)
Astrologisch gesehen dürfte es also keinen Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen geben. Daß er besteht, ist offensichtlich. ... Frage an die Astrologen: Wie denn ist aus dem Horoskop die so viel größere Ähnlichkeit eineiiger Zwillinge zu erklären? (...)

Zu den Einwänden von seiten der Medizin und Biologie kommen diejenigen der Astronomie hinzu. Denn obwohl die Sterndeuter von kosmischen Situationen leben, scheinen sie diese nur ungenügend erfaßt zu haben. ... Seit der "Erfindung" der Astrologie haben sich die Verhältnisse am Himmel erheblich geändert. ... Seit über 2000 Jahren beginnt für sie mit Frühlingsanfang der "Widder" - auch wenn die Sonne erst in den "Fischen" steht. (...)
Die Belanglosigkeit der Tierkreiszeichen wird vollends offensichtlich, wenn man sich vor Augen hält, wie sie ihre Namen und Symbolbedeutung erhielten. Kennzeichnend dafür ist ein Mechanismus, den die Psychologen "Projektion und Rückprojektion" nennen. ... Seit eh und je gelten die Planeten als wesentliche Faktoren eines Horoskops. ... Und die Gravitationswirkung (Gezeiteneffekt) des Mars auf einen Menschen ist nicht größer als die Gravitationswirkung eines Apfels, den man in der Hand hält. (...)

Niemand wird bestreiten, daß auf die Erde Kräfte einwirken, deren Ursachen im Kosmos liegen. Man denke nur an die Strahlung der Sonne, Schwerkraft, die Gravitation des Mondes, die Höhenstrahlung oder den Sonnenwind. Etwas ganz anderes ist es freilich, solche physikalischen Wechselwirkungen für das persönliche Schicksal jedes einzelnen Erdenbürgers verantwortlich zu machen - dafür beispeilsweise, ob er sich bei einer Kaffeerösterei als Importfachmann eignet oder nicht. (...)

Angesichts solcher Schwierigkeiten bei der Begründung der Gestirnseinflüsse verzichten immer mehr Astrologen auf jegliche Erklärung überhaupt und berufen sich allein auf die Liste ihrer Erfolge. (...)
Vielen Leuten - und keineswegs nur Sterngläubigen - wird es so ergehen: Als wirklich falsch mag man das eigene Horoskop nicht einstufen. Im Gegenteil, eine ganze Menge scheint sich doch mit dem zu decken, wie man sich selber sieht und was man von sich selber hält. ... Bei einem Test im Studio empfanden acht von zehn Personen diese Beschreibung als "überwiegend zutreffend". Und vielen Lesern wird es ähnlich ergehen. Es ist nämlich kaum möglich, in diesem Text gar nichts zu finden, was auf die eigene Person zuträfe. ... Harmonie und widersprüchliche Interessen - eines von beiden muß zutreffen. ... Viele professionelle Horoskopsteller, ob bewußt oder unbewußt, arbeiten mit dieser Technik: Sie profitieren davon, daß - mathematisch ausgedrückt - die Aussage "a oder nicht a" immer wahr ist."


Wer noch mehr zum Thema möchte:

--> http://www.seniorbook.de/schwarzes-b...7d72f8b4567

--> http://www.seniorbook.de/schwarzes-b...0762d8b4584

--> http://www.seniorbook.de/schwarzes-b...04e188b4572

--> http://hoimar-von-ditfurth.de/allein...esseits.pdf

+++++

Infos zum o. a. Bild:

(C) Dr. Gottfried Briemle - Bildarchiv Briemle, Aulendorf

Geburtshoroskop von Gottfried Briemle
Die charakterprägende Qualität der Zeit am 14. Juli 1948 um 15:12 Uhr MESZ (9°20' Ost, 48°03' Nord) am Beispiel eines Geburtshoroskops: äußerer Ring: zwölf Tierkreiszeichen; innerer Ring: zwölf Häuser mit den Symbolen verschiedener Gestirne; rote Linien ~ disharmonische, grüne Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte)

("Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.
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11 Kommentare

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<<In diesem Beitrag hat Hoimar von Ditfurth eine 10.000 DM Wette angeboten, in der jedem Astrologen die Gelegenheit gegeben wurde zu beweisen, was die Astrologie zu leisten vermag (S. 197). Diese Wette hat zu einigen Klagen und Urteilen geführt, deren Einzelheiten ich nachfolgend wiedergebe. Den Namen des Klägers/Antragstellers habe ich entfernt und einen weiteren Kommentar - weder zur Astrologie, noch zur deutschen Rechtsprechung - erspare ich mir.
[hb]
Fernsehprofessor v. Ditfurth wurde am 28. März 1980 zum fünftenmal verurteilt. Ihm wurde untersagt zu behaupten
A) die Wette sei nicht zur Durchführung gekommen, weil der einzige, der damals die Wette angenommen hatte, sich mit fadenscheinigen Gründen zurückgezogen habe;
B) die spontane Annahme der Wette im Fernsehstudio sei später, als es ernst werden sollte, wieder zurückgezogen worden.
1. Urteil: 12.06 1978, Landgericht Freiburg, AZ 50191/78. Das Landgericht gibt dem Antrag auf einstweilige Verfügung (gegen v. Ditfurth) wegen der v. D. unter A) zitierten Behauptung statt.
2. Urteil: 19.10.1978, Landgericht Freiburg, AZ 50370/78. Das Landgericht gibt dem Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung (gegen v. Ditfurth) wegen der von v. Ditfurth unter B) zitierten Behauptung statt.
3. Urteil: 23.01.1979, Landgericht Freiburg, AZ wie unter 1. und 2. Nach mündlicher Verhandlung am 19. Dezember 1978 hat die 5. Zivilkammer des Landgerichts für Recht erkannt:
1. Beide einstweiligen Verfügungen (vom 12.06. und 19.10.1978) bleiben aufrechterhalten.
2. Der Beklagte (v. Ditfurth) trägt die Kosten des Verfahrens.
3. Dem Beklagten (v. Ditfurth) wird für jeden Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld bis zu 50000,- DM oder Ordnungshaft bis zu einem Monat angedroht.
4. Urteil: 4.12.1979, Landgericht Freiburg, AZ 50138/79. Im Hauptsacheverfahren hat auf die mündliche Verhandlung vom 6.11.1979 die 5. Zivilkammer des Landgerichts für Recht erkannt: Herrn Prof. v. Ditfurth wird untersagt, die unter A und B zitierten Behauptungen zu machen. Bei Zuwiderhandlung werden angedroht: Ordnungsgeld bis zu 50000,- DM oder Ordnungshaft bis zu einem Monat. Prof. v. Ditfurth hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.
5. Urteil: 28.03.1980, Oberlandesgericht Karlsruhe, Zivilsenat in Freiburg, weist Berufung gegen das Urteil vom 23.01.1979 zurück (vgl. 3.). Auch in diesem Fall hat v. Ditfurth die Kosten des Verfahrens zu tragen.>>
http://hoimar-von-ditfurth.de/querschnitte.html
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die Logik sagt einem schon, dass an Horoskopen und Sternzeichen nichts dran sein kann.
Danke für diese Ausführungen!
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Friedrich Schiller sagt: die Sterne zwingen nicht, sie machen nur geneigt.
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Nun ja, wenn man sich aber in beiden Disziplinen auskennt? Ich z. B. bin Amateurastronomin und weiß aber auch, wie man ein Geburtshoroskop erstellt. In der Vor-Computer-Zeit machte das Erstellen eines Radix ziemlich viel Mühe - und man musste gute mathematische Grundkenntnisse haben.
Daher leiten wohl viele Astrologen auch den Anspruch, wissenschaftlich zu arbeiten, ab.
Nun stelle ich Astrologen - außer den erwähnten obigen Fragen zusätzlich noch einige andere:
Die Planeten sind nach Göttern benannt. Merkur, der Götterbote ist deshalb so schnell, weil er so nah bei der Sonne steht. Er kann also mit der Sonne nur zusammen im gleichen oder in einem benachbarten Sternzeichen stehen. Niemals in einem gegenüberliegenden, kann also manche Häuser gar nicht besetzen.
Der Venus werden sehr viele "weibliche" Eigenschaften zugesprochen, dabei ist Venus eine Gluthölle mit einer Temperatur von 400- 500 Grad Celsius.
Mars, der "kriegerische" ist etwas mehr als halb so groß wie die Erde-
Und seine rote Farbe hat eine einfache Ursache: Rost! Warum also so kriegerisch?
Jupiter und Saturn lassen wir mal außen vor - es sind sehr große Planeten, das wurde schon frühzeitig erkannt - aber: bei Opposition 600.Millionen bzw. 1,3 Milliarden kam von der Erde entfernt.
Das waren die klassischen Planeten bis 1781, doch halt, derer waren ja 7: Natürlich: Sonne und Mond gehören ja auch dazu, die sich lt. Astrologie um die stillstehende Erde drehen. Dann entdeckte Wilhelm Herschel 1781 einen weiteren Planeten, den er selbst, nach seinem Wohltäter, dem englischen König Georg "Georgsgestirn" nannte. Die Welt nannte ihn aber "Herschel" .... Herschel war nicht nur ein begnadeter Astronom, sondern auch ein integrer Mensch ---- was also würde dieser Planet heute für die Astrologen bedeuten, wenn er diesen Namen behalten hätte? Der Name "Uranus" wurde erst in den 1850-er Jahren auf Beschluss der int. Astronomen-Organisation eingeführt - Und Uranus ist ja ein ganz Böser!
Auch Neptun hieß bis zu diesem Kongress "Le Verier" nach seinem Entdecker.
Noch etwas. Der Aszendent ist für Astrologen ganz wichtig.
Was ist aber mit Menschen, die jenseits der Polarkreise geboren wurden, dort gehen manche Sternzeichen nämlich niemals auf, andere niemals unter ---- kann man dort bestimmte Eigenschaften, die durch den Aszendenten zugewiesen werden, gar nicht haben?
Ja ---- und welche Horoskopgrafik bevorzuge ich nun: die nach Placidus oder die nach Koch ---- es gibt wohl noch 20 andere -und jedes Mal ist die Häusereinteilung eine andere......
Mein Geburtshorskop sagt zum Beispiel aus, dass ich mit 14 Jahren entdeckt habe, dass ich eine Frau sei --- toll, gelle
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Ein interessantes Experiment wäre , was aber nicht möglich ist , wenn jemand nicht wüsste welches Sternzeichen er ist.
Man lege ihm die Tageshoroskope verschiedener Zeitungen von und er müsste an Hand der Texte herausfinden , welches Sternzeichen auf ihn zutrifft.
Ich habe den Eindruck , das die Texte immer so gehalten sind , weil sehr wage formuliert , das sie zutreffen.
Auch würde es mich nicht wundern , wenn alle paar Wochen sich die Texte bei verschiedenen Zeitungen und verschiedenen Sternzeichen wiederholen.
Das ist sogar sehr wahrscheinlich , da solche Sätze wie : " Achten sie heute auf ihre Gesundheit , ihr Geld könnte heute in Gefahr sein " oder ähnliche Formulierungen , immer zu jedem zu jeder Zeit passen.
Nach meiner Meinung können Horoskope und Lebenswirklichkeit nicht übereinstimmen.
Eine genaue Vorhersage ist nicht möglich , da niemand in die Zukunft blicken kann.
Eine vage Formulierung wie : " sie werden in der zweiten Julihälfte eine schlecht Nachricht erhalten " kann sehr viele Bedeutungen haben.
Aber dem nach müssten alle Fisch geborene , erste Dekade , auch eine schlechte Nachricht erhalten haben.
Aber was ist eine schlechte Nachricht ?
Ich kann nicht in den Urlaub fahren weil ein naher Verwandter gestorben ist oder wie in meinem Fall , ein sich abzeichnendes finanzielles Desaster.
Ich glaube auch nicht , das es genauer ging , wenn die Geburtsstunde mit einbezogen würde.
Astrologie bezeichne ich nicht als Humbug sondern als etwas , was man glauben will und vielleicht über Unsicherheiten hinweg helfen kann.
Gefährlich wird es erst , wenn viel Geld in das Spiel kommt.
"Füge Dich, Widerstand ist zwecklos ..."
\\//_
--> "Ich bin erstaunt, einen uralten Beitrag wieder neu aufgewärmt zu sehen. Warum provoziert Herr Priewe eigentlich so gern?"

Noch mehr bin ich erstaunt, dass andere Perspektiven zu solchen irrationalen Themen hier regelmäßig und hartnäckig kritisiert werden, deren Verfasser sich andererseits oft als kritikresistent erweisen. Dieser Beitrag ist zwar nicht tagesaktuell, bietet aber eine zeitlose Gegenposition zur Astrologie, und darf deshalb auch solange unverbindlich den Themeninteressierten angeboten werden, wie es weitere Beiträge zum Thema gibt. Bedauerlich, dass man auf solche Selbstverständlichkeit noch explizit hinweisen muss!

Herr P. provoziert überhaupt nicht gern (vielleicht manchmal unbeabsichtigt ), findet aber hier im Themenkontext problemlos und en masse Provozierte!
Ist denn jede andere Sicht und Bewertung der angepriesenen Thesen gleich Provokation?
Und um es noch einmal unmissverständlich darzustellen: Mein Eingangsbeitrag bietet auch Kritik an der Astrologie, aber doch unverkennbar konstruktive!
Möge die Macht (der Sterne) mit Euch sein ...
Die Kommentare beziehen sich auf einen Dialog mit Edith; sie hatte WL verlassen und damit alle ihre Beitraege / Kommentare etc. mitgenommen!
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