Ölbergkapelle bei Sachrang
Ölbergkapelle bei Sachrang

Bayerisch-Tiroler Wallfahrt zur Ölbergkapelle in Sachrang im Priental

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wer von der Ölbergkapelle in Sachrang im Priental und von ihrer jährlich stattfindenden Wallfahrt spricht, stellt automatisch den Zusammenhang mit dem "Müllner Peter" her. Der kleine Ort Sachrang, in dem der Müllner Peter lebte und wirkte, ist auf verschiedenste Weise für viele ein Begriff. Wer sich mit Bayerns Geschichte auseinandersetzt, weiß um diesen grenznahen Ort und seiner geschichtlich belegte Person des "Müllner Peter", der mit bürgerlichen Namen Peter Hueber hieß. Carl Oskar Renner hat ihm in seinem Buch "Der Müllner Peter von Sachrang" ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Bayerische Rundfunk erstellte 1977 sehr kostenintensiv einen Dreiteiler mit dem Titel "Eine Chronik in den Bergen". Dieser Müllner Peter ist der Darstellung nach eine sehr schillernde Figur, der Zeit seines Wirkens in Sachrang viel gutes geleistet hat. Eigentlich sollte er Pfarrer werden, brach jedoch sein Studium in München ab, kehrte nach Sachrang zurück und übernahm die elterliche Kornmühle. Neben dieser Tätigkeit als Landwirt und Müller ist er Chorleiter und Organist, komponiert, arbeitet als Mediziner und Apotheker. So zeugen heute noch u.a. das alte Schulhaus, das inzwischen zum "Müllner-Peter-Museum" geworden ist, mit seinem Kräutergarten und auch die Pfarrkirche St. Michael, auf deren Friedhof er sein Grab gefunden hat und die zu den eindruckvollsten Landkirchen der sogenannten "italienischen" Stilphase bayerischer Barockkunst zählt. Wer einmal in einer verschneiten Winternacht den Weg nach Sachrang nimmt, um in der Pfarrkirche St. Michael Ludwig Thomas "Stille Nacht" mit Begleitung einer volkstümlich aufspielenden Kapelle hört, wird in den Bann dieser wunderschönen Kirche gezogen. Die Ölbergkapelle selbst, deren Entstehung nach einer Legende zu Beginn des 8. Jahrhunderts dem Wormser Bischof Rupertus anlässlich einer Missionsreise zugeschrieben wird, wird lt. Information des Erzbistums München-Freising im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts durch den Priester Johann Nutzinger, der an ihrer jetzigen Stelle eine Klause errichtet hatte, zugeschrieben. Diese an einem bewaldeten Hang bei Sachrang liegende Kapelle wurde in ihrer heutigen Form 1734 fertiggestellt. Danach verfiel sie jedoch immer mehr, bis sich der "Müllner Peter von Sachrang" ihrer annahm und 1826 eine erste Restaurierung veranlaßte. Danach lebte die früher beliebte Wallfahrt zum Ölberg wieder auf um dann nach Peter Müllners Tod wieder in Vergessenheit zu geraten.
Sie besteht aus vier verschiedenen Räumen. Wird eine Messe gelesen, werden ihre Fenster nach außen geklappt und ergeben so das Altarbild. Die "Ölbergkapelle" wird inzwischen nicht nur sehr gern besucht, sie ist schon seit vielen Jahren anläßlich der jährlichen "Ölberg-Wallfahrt", die immer am 3. September-Sonntag stattfindet, das Ziel tausender Gläubiger aus Bayern, Tirol und Südtirol. Der Freundeskreis Müllner-Peter von Sachrang besann sich der Tradition und ließ den Brauch der Wallfahrt wieder aufleben. In diesem Jahr findet sie am 21. September 2014 zum 43. Mal unter Teilnahme von Heimatvereinen, Trachtenvereinen und Gebirgsschützenabordnungen aus Bayern, Tirol und Südtirol, aber auch poliitischer Prominenz statt. Untermalt wird die Wallfahrt durch die Aschauer Blasmusikanten, den Aschauer Alphornbläsern und Gesangesgruppen.
Ich habe erlebt, wie nicht nur neben der Predigt des die Messe zelebrierenden Geistlichen auch ein Tiroler Teilnehmer patriotisch das Wort ergriffen hat. Am Ende des gemeinsam begangenen Gottesdienstes wurde dann neben der Bayernhymne auch das Andreas-Hofer-Lied gesungen.

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