Muss Kunst elitär sein?
Muss Kunst elitär sein?

Muss Kunst elitär sein?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Am 12. November 2013 wechselte das mir bisher unbekannte dreiteilige Gemälde "Three Studies of Lucian Freud" von Francis Bacon bei einer Auktion von Christie's für über 142 Millionen Dollar den Besitzer. Laut Meinung vieler Experten handelte es sich bei dem Deal um einen Schnäppchenpreis.

Dass das kein Einzelfall ist, kann leicht nachgeprüft werden: November 2006: "No. 5, 1948" von Jackson Pollock, verkauft für 140 Millionen Dollar. Im gleichen Monat: "Woman III" von Willem de Kooning, verkauft für 137 Millionen Dollar. Juni 2006: "Adele Bloch-Bauer I" von Gustav Klimt, verkauft für 135 Millionen Dollar. Mai 2012: "Der Schrei" von Edvard Munch, verkauft für mittlerweile 120 Millionen Dollar.

Die Aufzählung könnte beliebig weitergeführt werden. Viele der großen Kunstwerke landen bei diesen Transaktionen nicht in Museen und bleiben damit der Menschheit zugänglich, im Gegenteil: Ein immer größer werdender Teil des künstlerischen Menschheitserbes landet unter Verschluss in privaten Sammlungen und ist dort für die Allgemeinheit unerreichbar - meist über Generationen hinweg, wenn nicht für immer.

Dieser düstere Ausblick auf die zukünftige Rolle der Kunst in der Gesellschaft war der Anlass für mein Projekt "The Global Arts Museum" (GAM), ein Museum, wie es in der materiellen Welt nicht möglich ist. Das GAM ist ein virtueller Raum, in dem die bedeutendsten Kunstwerke des Planeten eine gemeinsame Heimat finden. Inhaltlich zusammenhängende Ensembles eines Künstlers, die in der materiellen Welt oft über Städtegrenzen, Ländergrenzen oder gar kontinentale Grenzen hinweg voneinander getrennt sind - wenn sie dem öffentlichen Zugang nicht völlig versperrt sind - hängen im GAM einträchtig nebeneinander.

Das GAM wird wie ein Computerspiel auf dem eigenen Rechner installiert. Man kann sich darin frei bewegen und die Bilder in aller Ruhe betrachten - wie im Museum eben. In der Endausbaustufe der Phase eins, die derzeit in der Entwicklung ist, wird das GAM auf vier Flügeln in 60 Sälen rund 1.200 Gemälde präsentieren, betreut von einem professionellen Kurator.

Noch ist die Existenz des Global Arts Museum nicht gesichert. Eine gerade laufende Croudfunding-Kampagne soll das Kapital für die Bildung des Entwicklerteams und die Rekrutierung des GAM Kurators sichern. Wenn ihr euch näher informieren wollt, findet ihr hier die Kampagnenseite: http://igg.me/at/gam. Hier gibt es auch ein Video über den aktuellen Ausbaustand des Museums. Vielleicht habt ihr ja Lust, euren Beitrag zur Verwirklichung des Traums von der demokratisierten Kunst für jedermann zu leisten, auch das könnt ihr auf der Kampagnenseite. Denn eines sollte wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gelangen:

Kunst ist für alle Menschen da und sollte allen Menschen zugänglich sein.

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