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Die Unterhaltungselektronikbranche engagiert sich für eine bessere Audio-Qualität

Beitrag von wize.life-Nutzer

Eine neue Bewegung möchte der Berufsjugendliche und Woodstock-Veteran Neil Young ins Leben rufen, «diese Bewegung beginnt jetzt», heisst es auf der von Young begründeten Website Ponomusic.com. Es geht nicht um neue Frisuren, andere Bärte, sondern um eine verbesserte Audio-Wiedergabe, um High Resolution Audio (HRA).

Young hat ein HRA-taugliches Musikwiedergabegerät entwickeln lassen, den Pono-Player, die entsprechenden Songs im Free Lossless Audio Format (Flac) sollen unter www.Ponomusic.com bald zu kaufen sein. Der Start des Projekts verzögert sich, immerhin gibt es aber schon eine Hitparade: «Top Pono Artist» ist – der Folk-Rocker Neil Young.

Auch Sony hat dieser Tage in Sachen HRA wieder einen Marketing-Vorstoss gewagt. Die Firma, die in den 1970er Jahren zusammen mit Philips die Audio- CD entwickelte, die mit demselben Partner in den 1990er Jahren erfolglos ein HRA-Format – die Super-Audio- CD – etablieren wollte, diese japanische Firma fühlt sich nun erneut berufen, die Musikindustrie mithilfe von HRA zu «revitalisieren». Dabei hat Sony nun aber aufgehört, HRA spezifizieren zu wollen und sich auf ein Dateiformat und einen Datenträger festzulegen. Als HRA geht hier alles durch, was besser ist als die herkömmliche Audio-CD, bei der die Musik mithilfe der Pulse Code Modulation (PCM) sowie einer Abtastrate von 44,1 kHz und einer Genauigkeit von 16 Bit digitalisiert wird.

HRA-Geräte von Sony unterstützen neben PCM auch die Pulsdichtemodulation (Direct-Stream Digital, DSD). Die Abtastrate und die Genauigkeit wurden vervielfacht, die Werte reichen bis zu 24 Bit / 192 kHz. Neben unkomprimierten Dateiformaten wie WAV und AIFF kommen auch verlustfrei komprimierte Formate wie Flac oder Apple Lossless Audio Codec (Alac) zum Einsatz.

Selbstverständlich kommen die neuen Sony-Geräte – mobile Abspielgeräte, Verstärker, Receiver, Festplatten-Systeme, CD-Player – auch mit herkömmlichen, niedrig auflösenden Formaten wie AAC oder MP3 zurecht. Und woher kommt die Musik? Hier ist man auf Online-Plattformen angewiesen. Websites wie www.cybele.de, www.findhdmusic.com , www.gimell.com , www.hdtracks.com , www.highresaudio.com , www.linnrecords.com , www.lossless.com , www.naimlabel.com , www.prostudiomasters.com , www.qobuz.com oder www.tidalhifi.com offerieren Musik aller Art auch in HRA-Formaten.

Das Angebot scheint bereits recht umfassend zu sein. Sony legt vorübergehend den eigenen HRA-Produkten einen 200-Franken- Gutschein bei für Qobuz. Der Katalog dieser französischen Firma umfasst 20 000 Alben in Studio-Masters-Qualität (24 Bit / 192 kHz).

Seit Anfang der 1980er Jahre versuchen Unterhaltungselektronikfirmen ein besseres, hochauflösendes Audio- Format in den Markt zu drücken. Bis heute erfolglos. Der jüngste Vorstoss hat aber Chancen, die Musikliebhaber zu überzeugen, denn er ist pragmatisch, unterstützt verschiedene Datenträger und Dateiformate. Bleibt noch die Frage: Klingt HRA wirklich besser? Darüber lässt es sich trefflich streiten.


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