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Das Handtuch - eine Hommage!

Das Handtuch - eine Hommage!

Von wize.life-Nutzer - Montag, 25.05.2015 - 12:30 Uhr

Ein Handtuch - das Nützlichste was man besitzen kann.

Das Handtuch ist ein täglich genutzter, wichtiger Gegenstand und im Alltag überall präsent. Was täten wir ohne das Handtuch?
Der Ursprung liegt im Dunkeln, denn der Brauch, sich mit Tüchern aus Stoff abzutrocknen, ist schon sehr alt. Schon in der Antike waren sie bekannt. Im Mittelalter wurden gewöhnlich Leinentücher verwendet, um sich abzutrocknen.

Eine offizielle Definition von Handtuch lautet:
Ein in aller Regel schmales, längliches Tuch von unterschiedlicher Größe, zum Abtrocknen, überwiegend aus einem Baumwollstoff, meist aus Frottier.

Die Baumwolle – von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart.

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze aus der Familie der Malvengewächse. Mindestens vier Völker, vermutlich unabhängig voneinander, haben die Baumwollpflanze schon in der Jungsteinzeit domestiziert. Zweimal in Amerika, einmal in Asien und einmal in Afrika. Auch das Spinnen und Weben haben ihren Ursprung in dieser Zeit.
Drei Eigenschaften der Baumwolle: ihre Leichtigkeit, ihre Saugfähigkeit und ihre Zähigkeit, machen die Naturfaser zu einem tollen und unersetzlichen Rohstoff für Jeans, T-Shirts, Unterwäsche und natürlich Handtücher.

Baumwolle hat über Jahrtausende und bis ins 20. Jahrhundert die Weltgeschichte beeinflusst. Große Erfindungen, Kolonialisierung, Eroberungen und der Sklavenhandel hatten ganz direkt mit Baumwolle zu tun. Schon seit fast 7000 Jahren schützt Baumwollbekleidung die Menschheit vor Sonne, Regen, Hitze und Kälte. Baumwolle ist heutzutage der bedeutendste Textilrohstoff der Welt. Er nimmt einen Anteil von 50-60% an der gesamten Textilproduktion ein und zählt in über 90 Ländern der Erde zu den wichtigsten Arbeitgebern.

Frottier - aus dem Orient nach England und die ganze Welt

Frottier wird mit einer speziellen Webmaschine aus mehreren Kettenfadensystemen, mit unterschiedlichen Garnfeinheiten hergestellt. Die im fertigen Gewebe sichtbaren Schlingen entstehen während des Webprozesses durch Spannungsunterschiede zwischen den beiden Systemen. Dies sorgt für einen angenehmen Griff, und auch für eine sehr hohe Saugfähigkeit.
(Bei Frottee sind die Schlingen, die im fertigen Gewebe sichtbar sind schon im Garn selbst enthalten)

Die genaue Herkunft des Frottiers ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde das Verfahren für dieses Schlingengewebe im Vorderen Orient beziehungsweise der Türkei entwickelt.

1850 hielt sich der Engländer Henry Christy am Hof des Sultans von Konstantinopel auf und entdeckte dort Tücher aus Frottier, die in Hand gearbeitet wurden. Er sandte seinem Bruder Richard eines der Exemplare. Man erkannte das Potential des Gewebes.
Um 1850 entstand der erste Handwebstuhl, mit besonderen technischen Vorrichtungen der die Herstellung von Frottierstoffen ermöglichte. Bereits 1852 wurden die ersten mechanischen Frottierwebstühle entwickelt. Die geschäftstüchtigen Männer schenkten einige der ersten in England hergestellten Frottierhandtüchern Königin Victoria. Diese fanden soviel Anklang, dass die Wäschekammer des Hofes daraufhin sechs Dutzend bestellte. Der Erfolg des Frottierhandtuches war nicht mehr aufzuhalten. Noch heute ist „Christy“ Englands führender Lieferant für hochwertige Frottierwaren.

Aphorismen, Zitate und Sprüche

Das Handtuch hat es natürlich auch in die Sinnsprüche und Redewendungen geschafft. Ist klar, für so ein täglich genutztes Utensil.

Ein „schmales Handtuch“ ist umgangssprachlich und scherzhaft, sehr schmaler, schlankwüchsiger Mensch und bezieht sich auf die Form des Handtuches. Auch ein Raum, der im Verhältnis zu seiner Länge sehr schmal ist, wird als Handtuch bezeichnet.

Am bekanntesten ist aber die Redewendung „Das Handtuch werfen“
Dies stammt aus dem Boxsport. Wenn ein Boxer kurz vor dem KO steht und der Kampf nicht mehr gewonnen werden kann, kann der Trainer als schnelles und eindeutiges Zeichen der Aufgabe und als sinnvolle Kapitulation in letzter Minute, das Handtuch in den Ring schmeißen. Dieses Werfen des Handtuches hat sich als Zeichen des Aufgebens im Sport durchgesetzt und hat als markante Redewendung ihren festen Platz im Alltag und wird als Sprichwort in fast allen Lebensbereichen verwendet.

Es ist ein Synonym für aufgeben, kapitulieren, resignieren, sich geschlagen geben, aufhören zu kämpfen, eine Niederlage zugeben, sich mit einem Misserfolg abfinden, sich nicht mehr länger anstrengen, weil man nicht mehr an den Erfolg glaubt, von seinem Amt zurücktreten, seinen Beruf aufgeben.

Nur ein trockenes Handtuch ist ein gutes Handtuch

Ein nasses Handtuch kann seine Funktion nicht mehr ausüben und empfindet man auch eher als unangenehm. Aus diesem Grund ist die Aussage „wie ein nasses Handtuch sinnbildlich für entkräftet, übermüdet, ohnmächtig. Und ein anschauliches Sinnbild des kraft-und willenlosen Menschen. “sich benehmen wie ein nasses Handtuch“ hat die Bedeutung, sich ungesittet benehmen, tölpelhaft, energielos handeln.

Mit einem nassen Handtuch geschlagen werden schmerzt immens, hinterlässt aber wenige Spuren. Daraus hat sich dann die Drohgebärde „Ich erschlage dich/den mit einem nassen Handtuch“ entwickelt, wenn man wirklich sehr wütend ist und dem Anderen wirklich sehr weh tun will.

Das Sinnbild für etwas Schlechtes, Unangenehmes, Nutzloses schlägt sich auch in Sinnsprüchen nieder.

Wenn du glaubst, etwas als Wahrheit erkannt zu habe, so halte es dem anderen hin wie ein Mantel, in den er hinein schlüpfen kann, schlage es ihm aber nicht wie ein nasses Handtuch um die Ohren. - Max Frisch

“Die Wahrheit gleicht einem nassen Handtuch. Dir selbst nützt sie nichts, aber du kannst sie jemand anderem um den Kopf schlagen“ . - Elizabeth George

Handtuch-Kunst

Handtücher werden oft auch kunstvoll gefaltet, zu Tieren oder anderen Gegenständen, Handtuch-Origami, z.B. als Geschenk oder in Hotels zur Begrüßung von Gästen. Natürlich auch bestickt, bedruckt oder anders individualisiert , z.B. mit einem Namen oder Monogramm


Typisches Territorialverhalten mit Hilfe des Handtuches.


Vorzugsweise Deutsche, aber natürlich auch Menschen anderer Nationen, belegen im Urlaub frühmorgens Liegestühle am Strand und am Pool mit Handtüchern. Sie wollen sich so, eigentlich den für sie besten Platz sichern, um Urlaubsfreude und Erholung zu genießen. Und zwar auch dann, wenn sie den Platz stundenlang nicht nutzen.
Aber, Forscher (z.B. die Sozialpsychologin Prof. Andrea Abele-Brehm, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie) wollen herausgefunden haben, dass dies ein Territorialverhalten ist. Man markiert seinen eigenen Platz und behauptet ihn. Wie im Tierreich, wenn die Tiere ihr Gebiet markieren. Dazu kommt ein Streben nach Kontrolle und Sicherheit: Das Handtuch auf der Liege garantiert den bevorzugten Platz und damit einen reibungslosen Tagesablauf.
Allerdings führt die morgendliche Handtuch-Brigade und der Handtuchkrieg schon seit Jahren zu Belustigung im Internet und auch zahlreichen Seiten, wo immer wieder erklärt wird, ob das Reservieren nun ein Recht ist oder nicht.

Warum es wichtig ist immer ein Handtuch mit sich zuführen - Towel Day

Am 25. Mai ist "Towel Day". Die Fans des Autors Douglas Adams gedenken ihm auf skurrile Weise und führen an diesem Tag ein Handtuch mit sich. Tragen es an der Hüfte oder über der Schulter.

Denn, in Adams' fünfteiliger Saga "Per Anhalter durch die Galaxis“, eine sarkastische Science-Fiction-Satire, die ihm Weltruhm einbrachte, ist ein Handtuch „ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann.“
Es sind die Abenteuer des Arthur Dent, eines Durchschnittsengländers, der mit knapper Not und mit Hilfe seines Freundes Ford Prefect, eines Außerirdischen, der totalen Zerstörung der Erde entkommt und nun als Anhalter durch das Universum reist.

Es wird dem Weltraumreisenden geraten, stets den Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis", dessen universeller Rat "Keine Panik!" ("don't panic!") lautet, und ein Handtuch mit sich zu führen. Weil man es zum Sonnenbaden, Schlafen und Wärmen braucht. Es kann als Segel, als Nahkampfwaffe, als Notsignal und als Schutz vor giftigen Gasen dienen. Und noch zu vielem mehr. Man kann sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Zudem flöße es Respekt ein: Der Nicht-Anhalter wird denken, dass mit jemandem, der sich gegen alle Widerstände quer durch die Galaxis durchgeschlagen hat und sein Handtuch immer noch bei sich trägt, nicht zu spaßen ist. Und ein Mann ist, auf den man sich verlassen kann. Außerdem ist jemand, der immer weiß wo sein Handtuch ist ein echt irrer, cooler Typ.

Den ganzen Tag mit einem Handtuch herumlaufen: Manchen erscheint das als völliger Blödsinn. Die Fans sehen das nicht so. Man huldigt Adams. Natürlich gibt es auch die passenden Handtücher dafür mit don't panic


In dieser Geschichte ist übrigens 42 die Antwort auf die Frage "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest"


Damit die Würdigung für dieses nützliche Textil auch übers Jahr stattfinden kann, gibt es bei seniorbook eine passende Themengruppe.
http://www.seniorbook.de/thema/handtuch

Welche nützliche Verwendung gibt es denn noch für ein Handtuch?

Bist du jemand, der immer weiß, wo sein Handtuch ist?

20 Kommentare

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Wie wichtig ein Handtuch ist , habe ich heute morgen erfahren dürfen.
Nach dem Duschen griff ich nach dem Badetuch. Ups, keines da.
Leider hatte ich vergessen, ein Neues zu holen, nachdem das Alte gestern in der Waschmaschine gelandet ist.
Oh, fatale Situation
aber mit Situationskomik
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Eines der am besten gehüteten Geheimnisse der großen Philosophien, die 42, unerkannt im tröden Allerlei um ein Tuch, welches Hinz und Kunz den Buckel runter rutscht, dass hat schon was. Das Leben an sich ist schon schön!
Das Leben IST schön, Thomas
Laienhaft kann man(n) das sicher mal durchgehen lassen und abnicken. Ernsthaft bejahen ist unmöglich. Denn "Wissen Sie, mein ganzes Leben hatte ich das komische Gefühl, dass etwas Gewaltiges und Böses in der Welt vorgeht."

"Nein, das ist nur völlig normale Paranoia, die kriegt jeder im Universum." (aus Per Anhalter durch die Galaxis).
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Ich wünsche mir, immer (ungefähr) zu wissen, wo mein Handtuch ist ...
Was gar nicht so verkehrt ist
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Schöner Beitrag, ein "Hoch" auf das Handtuch
Ja, ich weiß, wo mein Handtuch ist und auch das meines Hundes
Anmerkung: "früher" waren die Handtücher besser gearbeitet. Es ist erstaunlich, aus welchem Material heute Handtücher hergestellt werden, gruselig!
Danke schön, Franziska

Freut mich, dass du weißt wo die Handtücher sind
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Wie immer klasse geschrieben, Edelgard
Danke, Elke

du weißt immer wo dein Handtuch ist?
Na klar, und nicht nur eins
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Hallo Edelgard, gute Ausführung über das Handtuch. Habe vor ein Tagen beschlossen, uns neu auszustatten. Ich liebe weiche, kuschelige Handtücher
Danke schön, Eva
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Eine sehr schöne Handtuch-Geschichte, hab mich wirklich amüsiert, für mich eine gute Erfindung, ich mag z.B. weisse, nicht zu weiche mittelgrosse Handtücher, zum Duschen die halbgrossen und für die Sauna die ganz Grossen, dann im Bad die kleinen Tücher für die Hände zwischendurch und im WC ebenso, hab sie auch schon gebraucht, wenn etwas ausläuft oder so, sie sind also sehr existentiell und ohne sie würde mir etwas fehlen. Ach, ich hab das Kopf-Handtuch noch vergessen...
Du weißt also auch immer ganz genau, wo dein Handtuch, sogar deine Handtücher sind

Danke schön, Monika
Ich danke Dir...
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