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Madonna in Lalling

Maiandachten

Von wize.life-Nutzer - Montag, 25.05.2015 - 08:07 Uhr

Die „Maiandachten“ gehörten früher zum täglichen Leben
Gerard Zacher sprach beim Kneippverein über den Wonnemonat Mai


Deggendorf „Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn, in Freuden und Leiden....“,

sangen die Lallinger in der „St.Stephanus-Kirche“ bei den täglichen feierlichen

Maiandachten zu Ehren der Himmelskönigin Maria, der Mutter Gottes, stellte

Kneippvositzender Gerard Zacher beim Kneippverein fest. Der

linke Seitenaltar -damals mit der berühmten altehrwürdigen Madonna-

war in ein leuchtendes Blütenmeer gehüllt, sagte Zacher und zeigte dazu Bilder.

Für jedes Haus war es eine Ehrensache -so Gerard Zacher weiter ,

dass mindestens ein Bewohner bei der Mainandacht war. Und der

Kirchenchor jubelte: „Salve Regina,

Mater misericordiae...“(„Sei gegrüßt Königin, Mutter der Barmherzigkeit....“).

Der Mesner hatte schon seine „festen Gärten“ aus denen er während des ganzen

Wonnemonats Mai die Blumenpracht holen konnte, damit immer frische Frühlings-

blumen den Marienaltar schmückten, vom weißen Flieder bis hin zu den dunkel-

roten Pfingtsrosen. Im Lallinger Obstwinkel durfte dabei jeweils ein Strauß von

Obstbaumblüten nicht fehlen, damit es ein „reichliches Obstjahr“ wurde. Waren

die Obstbäume schon verblüht, so mußte ein bunter Wiesenstrauß, mit frischem

Birkengrün verziert her.


Der Pfarrer -so Zacher - mit einem gelben Rauchmantel angetan,

setzte am ersten und letzten Mai-

Tag sowie an den Sonn-und Feiertagen die goldene Monstranz mit dem Allerheiligsten,

an den Werktagen das Ziborium (Kelch mit Mantel umhüllt) aus und segnet damit jeweils

zum Schluß der festlichen Maindacht die Gläubigen, die Häuser und Fluren. So war

im Lallinger Winkel -teilweise auch heute noch- der Wonnemonat Mai der „Marien-

monat“, in Bayern der Monat der „Patrona Bavariae“, der Schutzherrin Bayerns.

Die Türkenmadonna, die aus der Spätgotik aus dem 14. Jahrhundert stammt und

wohl die wertvollste Holzfigur der Lallinger St.Sephanus-Kirche ist, stand früher

auf dem linken Seitenaltar. Sie ist jetzt an der linken Säule im Hochaltarraum zu

sehen.Bei der Kirchenrenovierung unter Pfarrer Dr. Dejaco im Jahr 1955 mußte sie

auf dem Seitenaltar dem Bildnis der „Immaculata“, de Unbefleckten Herzens Mariens

weichen, weil der Pfarrer davon ausging, dass die Kirche „St.Stephanus“ mit „Bilder-

altären“ stilvoller sei. So kam auf dem rechten Seitenaltar das große herrliche Kreuzbild, das

bis dahin in der Sakristei fast unbemerkt geblieben war. Die wertvolle Türkenmadonna bekam

im 18 Jahrhundert ein Zepter und eine Krone. Diese beeindruckende Madonna mit dem

Jesuskind auf dem Arm steht auf einem plattgedrücktem Kopf, dies soll an den durch

Maria errungenen Sieg der Christenheit über das osmanische Reich erinnern.


Früher fanden zudem in jeder Dorfkapelle täglich Maiandachten zu Ehren der

Gottesmutter statt, die bei ihrem Sohn Jesus Christus Hilfe und Beistand erflehen soll,

betonte Kneippvorsitzender Gerard Zacher , er erzählte dies aus eigenem Erleben.

Die Marienverehrung ist im LALLINGER Winkel traditionell hoch angesiedelt,

HUNDERTE Lallinger pilgern Jahr für Jahr zu Fuß an Pfingsten nach Altötting,

der bayerischen Marien-Gnadenstätte.........


P.s.

Die wertvolle Madonnenfigur der Gottesmuter ist aus dem
18.Jahrhundert und jetzt links vom Hochaltar in der
Pfarrkirche St.Stephan in Lalling angebracht.

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