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Marktorientierte Verblödung: Geld regiert die Welt und bald auch unsere Bildung?

Von Thomas Bily - Dienstag, 30.06.2015 - 09:14 Uhr

Humanistische Bildung, Grundwissen über alle Disziplinen hinweg, die eigene Muttersprache gut in Wort und Schrift zu beherrschen und vielleicht die eine oder andere Sprache dazu zu lernen - all das verliert weiter an Wert durch das Diktat der Wirtschaft. Nicht was formt und bildet, sondern was gebraucht wird, wird gelehrt und gelernt. Ist das Verblödung mit Ansage?

Geistige Verarmung gepaart mit überzogenem Anspruchsdenken

Es komt regelmäßig vor und gerade in den besten Kinderstuben: Immer mehr Menschen werden - teilweise entgegen ihrer Überzeugung und ihren Fähigkeiten - ins Gymnasium und in ein Studium gezwungen. Mit der druckvollen Aussicht, dass sie später einen hochdotierten Top Job bekämen. Aber weder Abiturnoten noch Hochschulexamina garantieren Karrieren. Sie schulen nicht Tugenden wie Einsatzbereitschaft, Verbindlichkeit oder Termintreue. Am Lebensende gesellt sich eine unerfüllte Karriere zu einem aufgegeben Lebenstraum.

In Reichtum statt in Schönheit sterben

Die Gegenposition nehmen Leute ein, die Ausbildung und Lebensziele komplett und gerne auf den Arbeitsmarkt ausrichten. Was hilft intellektuelle Aufstellung dem Bankkonto? Ansehen wächst nicht mit dem Grundwissen, sondern dem Grundeinkommen. Abstriche in der Verfolgung eigener Interessen zu machen, gehört heute einfach zum Pflichtprogramm. Das Leben ist kein Ponyhof. Derartige Sprüche aus den Coaching-Zonen dieser Welt sind hinlänglich bekannt.

Bildung trotz Karriere?

Diese Entweder-oder-Position zeugt nicht von Umsicht oder Weitblick. So radikal digital denkend landen wir irgendwann gefangen im Vorurteil, dass alle Akademiker notorisch unterqualifiziert und überbezahlt sind. Wer vergessen hat, was passiert, wenn ganze Berufsstände oder Ausbildungswege in schummriges Licht geraten, sollte kurz mal an den letzten Lehrer- oder Beamtenwitz denken.
Gerade Lehrer besetzen Schlüsselstellen in unserer Gesellschaft. Sie verdienen eher Wertschätzung und Ermunterung. Und auch Beamten, so wenig wie ich einer sein möchte, gebührt Respekt dafür, dass sie den Staat deutlich besser organisieren und effizienter halten als, sagen wir zum Beispiel, Griechenland.

Wir rühren ständig selbst die Zutaten an für die weitere Entwicklung unseres Umfelds. Nach dem Leitspruch: "Er selbst hat das aus sich gemacht, was die Umstände aus ihm gemacht haben."

4 Kommentare

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Je gebildeter ein Volk ist, umso schwieriger lässt es sich regieren.
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Wer hat den früher, bis in die 70-er Jahre die humanistische Bildung auf einem Gymnasium genießen dürfen? Söhnchen und Töchterchen von Akademikern und Reichen - und wenn der Grips fürs Gymi nicht mehr ausreichte, dann steckte man sie eben in ein Internat. Ein Arbeiterkind auf dem Gymnasium - das war schon fast ein Exot.
Und von der humanistischen Bildung sind oft nur ein paar Brocken Latein übriggeblieben, mit denen man so schön prahlen konnte.
Edith, sicher war deine Mutter eine kluge, weitblickende Frau, die aus eigner Erfahrung wusste, wie wichtig Bildung auch für Mädchen ist, so dass diese in der Lage sind, eine Familie zu ernähren, wenn Not am "Mann" ist.
Aber waren außer dir noch andere arme Kinder in der Klasse? Während früher so viel Potenzial ungenutzt blieb, sinkt heute das Niveau zusehends, weil alle Eltern ihre Kinder unbedingt durchs Gymnasium bringen wollen - koste es, was es wolle.
Wie sagt man: die Gymnasien sind die neuen Hauptschulen, die Hauptschulen die neuen Sonderschulen.
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neulich gelesen: was nützen 10Jahre staatliche "Bildung", wenn der junge Mensch am Ende keine 5€/Std wert ist?"
Verblödung ist, wenn Haupt-u.Realschulen zusammengelegt werden, Inklusion das Lerntempo senkt und das Niveau der Gymnasien durch massenhaft durchschnittliche Schüler sinkt
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