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NIXDA KEINE HINRICHTUNG ein Schwank in drei Akten

Von wize.life-Nutzer - Montag, 06.07.2015 - 14:56 Uhr

Nixda keine Hinrichtung
ein Schwank in drei Akten
1. Akt Polizeiwachzimmer in Nixda
(Hauptwachtmeister Josef im Wachzimmer beim mitgebrachten Mittagessen während sich Hilfspolizist Karl im Bereitschaftsraum daneben aufs Bett gelegt hat)
Karl: Was hat gibt’s denn heute Gutes.
Josef: Geröstete mit Rindsbraten.
Karl: Das hast doch gestern gehabt.
Josef: Nein, das waren Bratkartoffeln mit Rindfleisch.
Karl: Morgen gibt’s dann Salzkartoffel mit Rinderbraten?
Josef: Meine Frau hat nur dieses Rezept, aber sie kocht soo wunderbar. Nur Kaffee kann sie nicht kochen, ihr brennt immer das Wasser an.
Karl: Nur ein Rezept? Hat sie kein Kochbuch?
Josef: Oh ja, aber es liegt unterm Tischbein, weil der Tisch wackelt.
Karl: Hast du die anderen Beine nicht gekürzt?
Josef: Hab ich, aber er wackelte noch mehr und ist nun fast als Kautschtisch verwendbar. So musste ich ein zweites Buch verwenden. Aber ich hatte keins mehr, Freunde haben sich alle ausgeborgt und brauchen scheinbar lange zum lesen.
Karl: Was hast dann gemacht?
Josef: Hab dem Maxi sein Kinderbuch genommen und unter’s andere Tischbein gelegt. Er braucht’s nicht mehr. Er soll Lehrer werden. Die haben so lange Ferien die sie auch noch bezahlt kriegen.
Da fangen die beiden Telefone am Schreibtisch wild zu läuten an. Josef hebt nicht ab.
Karl: Das Telefon!
Josef: Stört`s dich beim Nickerchen. Es ist doch Mittagspause, ich lass mich nicht stören, selbst wenn die Welt untergeht.
Karl: aus dem Nebenzimmer
Aaaber es könnten Notrufe sein!
Josef: Dafür ist auch nach der Mittagspause Zeit. Unser Kollege ist ja unterwegs und die Funkstreife.
Karl: Hast vergessen, dass alle Funkgeräte in Reparatur sind und die Wagenbesatzung krank ist. Das Auto hat ja einen Platten und der Reservereifen ist auch kaputt.
(plötzlich sind Schüsse zu hören)
Josef: Schliess besser die Tür ab. Die machen einen Lärm da draussen.
Karl: Das also waren die Telefonanrufe.
Josef: Geh, wir hätten die Schüsse nicht verhindern können und die Stadt hätte Begräbniskosten für uns übernehmen müssen. Schliess jetzt ab
Karl: Ja Chef.
(kommt aus dem Nebenzimmer, will zur Tür gehen, da stürmt atemlos ein Mann herein hinter ihm der Kollege vom Außendienst)
Der Kollege: Beim Marktplatz gab’s eine gewaltige Schießerei, sechs Verletze ein Toter. Ich hab den Mörder.
Josef: Deswegen störst du unsere Mittagsruhe, wozu hast denn Aussendienst?
Der Kollege: Geh, hab doch den Täter gleich mitgebracht.
Josef: Bravo, wie hast‘s denn gemacht?
Der Kollege: Als geschossen wurde hab ich mich hinter einer Mauer versteckt und dann saß der Mann da am Boden, schrie weinend um einen Strick. Gleich neben der Leich sass er. Bin gleich auf ihn zugerannt aber er raste gleich los und schrie “Der Teufel ist hinter mir“.
Karl: Aber wie hast Du ihn auf die Wachstube bekommen?
Der Kollege: War ganz leicht, er rannte direkt hierher, ich musste ganz schön rennen um mitzuhalten.
Josef: Gut so, dann werden wir ihm gleich festnehmen und verhören. ( zum Unbekannten) Wie heisst Du?
Der Unbekannte: (verdutzt) Keiner.
(fängt an zu heulen)
Josef: Was keiner und sie haben geschossen?
Der Unbekannte: (immer noch heulend) Nein
Josef: Er leugnet also die Tat.
Karl: Bei all den Ingredienzien!
Josef: Man merkt, Du hast in der Schule meist geschlafen. Das heisst Indizien.
Karl: Bei der Leich sitzen und um einen Strick betteln heisst Indizien?
Josef: klar, davonrennen auch, alles eindeutige Beweise. Aus Dir wird nie ein Oberwachtmeister. Das spürt man doch wenn einer schuldig ist.
Karl: (zufrieden) Wir haben den Fall gelöst. Ist wirklich eine tolle Kriminalstory. Unglaublich was die Leut so anstellen.
Josef: Und das in unserer Stadt.
Karl: Wenn wir den Fall gelöst haben, kann ich ja meine Mittagspause weitermachen?
Josef: Nein, du wirst dem armen Kerl erstmal die Handschellen anlegen und ins Loch sperren.
(Karl legt dem Unbekannten Handschellen an und bringt ihn in die Gefängniszelle)
Josef: Wir sind wirklich die Größten. Dafür bekommen wir sicher einen Orden.
Karl: Gut, aber jetzt kann ich meine Pause machen?
Josef: Nein, wir müssen ihn ans Gericht überstellen. Reden tut er nichts, aber die Beweise sind erdrückend. Du musst noch ein Protokoll schreiben.
Möchte bloss wissen was der so rumheult.
Karl: Sollen die im Gericht sich jetzt ihren Kopf zerbrechen, uns bleibt wieder mal die lästige Schreiberei.
Josef: Für heute ist‘s für vorbei mit im Nebenzimmer pennen. Setz dich gleich an die Schreibmaschine; mit deinem ZweiFingersystem brauchst ja sowieso den ganzen Nachmittag. Ich werde jetzt erst mal mein Mittagessen zu Ende essen. Meine Frau kocht ja so wunderbar.
Karl: Ja Chef, mach ich, werde mich auch bemühen weniger Fehler als sonst zu machen.
Josef: Nach dem Essen gehe ich ins Kaffee und frag Kellnerin und Gäste, ob sie was gesehen haben.
Karl: (maulend) immer pickst du dir die Rosinen raus.
Josef: Gib ruh und fang an zu schreiben
Karl: Gibt‘s überhaupt genug Papier?
Josef: Schluss Jetzt du Tölpel, schau nach oder schreib meinetwegen auf Klopapier. Diese ganzen Akten sind sowieso meist zum A…. auswischen.

2. Akt
Im Gerichtssaal von Nixda

Verteidiger: (flüsternd zum Angeklagten) Gar nicht gut, ausgerechnet der magenkranken Richter mit dem Holzbein. Die Geschworenen schauen nicht sehr freundlich herüber. (etwas lauter) Es weht ein übler Wind.
Richter: (hat es gehört) Saaldiener Fenster schliessen, dem Verteidiger weht zu viel Wind. Er sieht schon seine Felle davonfliegen.
Richter: (zum Angeklagten) Sie stehen nicht wegen Kaugummidiebstahl vor Gericht, nein wegen eines schweren Verbrechen. Ihnen wird Mord und sechs weitere Fälle schwerer Körperverletzung vorgeworfen. Bekennen sie sich schuldig?
Angeklagter: Ich soll wen erschossen haben? Bin doch überzeugter Pazifist. Beim Heer wurde ich abgelehnt weil ich keine Waffe in die Hand nahm. Ich wurde Zivildiener.
Richter: Sie sollen keinen Roman erzählen, sind sie schuldig, oder nicht?
Angeklagter: Woran schuldig?
Richter: An den Toten und sechs angeschossenen Schwerverletzten.
Angeklagter: Ich sagte schon, dass ich in meinem Leben noch keine Waffe in der Hand hatte und auch keinen einzigen Schuß abgab.
Richter: Danach habe ich nicht gefragt.
Angeklagter: Aber ich sag die Wahrheit.
Der Richter: (schon etwas verärgert) Schuldig oder nicht?
Angeklagter: Hab nix gemacht.
Richter: (ergrimmt) Ich will endlich wissen ob sie sich schuldig oder nicht schuldig bekennen. Jetzt will ich eine ordentliche Antwort, oder sie bekommen eine Ordnungsstrafe. Wenn sie nicht einen Monat lang Schneeschaufeln wollen, antworten sie jetzt. Schuldig oder nichtschuldig?
Angeklagter: Wo soll ich denn schneeschaufeln, wo’s doch nur einmal im Jahr mausknöchelhohen Schnee gibt.
Richter: (trommelt laut mit den Fingern) Keine Sorge mir wird schon was einfallen. Wie wär’s, ein Monat im Speisesaal die Salzstreuer körnchenweise zu füllen. Jetzt her mit der Antwort.
Angeklagter: (empört) sag doch die ganze Zeit ich bin unschuldig.
Richter: Warum nicht gleich. Aber ich mach sie darauf aufmerksam, dass ein Geständnis strafmildernd ist und sie vielleicht vor der Todesstrafe rettet. Zur Beweisaufnahme.
(zum Staatsanwalt) Ihr Mann, nehmen sie ihn gründlich in die Zange, aber bitte nicht mit Samthandschuhen.
Staatsanwalt: Sie saßen neben dem Erschossenen, weinten und bettelten laut um einen Strick, darum wurde der Polizist erst auf sie aufmerksam, wozu? Wollten sie sich erhängen, weil sie die Schwere ihrer Tat einsahen?
Angeklagter: Der Strick sollte für meinen Hund sein.
Staatsanwalt: Sie wollten also ihren Hund aufhängen! Erzählen‘s nicht solchen Schmarrn. Sie saßen nahe beim Toten, weinten und bettelten um einen Strick. Stimmt das??
Angeklagter: Ja, aber..
Staatsanwalt: Beantworten sie nur meine Frage!
Angeklagter: Tu ich ja.
Staatsanwalt: Als sie des Polizisten ansichtig wurden liefen sie weg. Stimmt das?
Angeklagter: Ja, der Teufel kam auf mich zu. Da lief ich los.
Staatsanwalt: Aha, der Teufel… was sind das für Schauermärchen. Der Teufel war‘s und geweint haben‘s auch, eindeutig ein Schuldeingeständnis…
Angeklagter: Aber der Hund …
Staatsanwalt: Keine Beleidigungen, das war ein Polizist, sozusagen die Staatsmacht. Sie reiten sich immer tiefer rein. Sie haben geweint, nur ein Mann der hohe Schuld auf sich geladen hat, weint und bettelt um einen Strick. Ihre Schuld ist dadurch eindeutig erwiesen. Ich habe keine Fragen mehr.
Verteidiger: Angeklagter, stimmt es dass sie wegen der Schüsse geweint haben?
Angeklagter: Nein, wegen dem Hund…
Verteidiger: Welcher Hund? Meinen sie das der Polizist weggelaufen ist?
Angeklagter: Nein, nicht der Polizist, mein Hund Bello, die Schießerei hat ihn so erschreckt, dass er davon gerast ist.
Verteidiger: Sie haben also geschossen, da ist ihnen der Hund weggelaufen? Warum haben sie um den Strick gebettelt?
Angeklagter: Nein geschossen hat der Engel. Den Strick wollte ich um den Hund wieder einzufangen und nach Hause zu führen.
Verteidiger: Warum sind sie weggelaufen?
Angeklagter: Als ich den Toten sah, bin ich los zur Wache, aber dann hab ich gesehen dass der Teufel hinter mir her ist, da wollte ich Erster sein.
Verteidiger: Und warum haben sie geweint?
Angeklagter: Der Engel hat auf die Leute geschossen und war dann selber tot, der Hund rannte weg, dann kam auch noch der Teufel und èinen Strick hatte ich auch nicht… (schluchzt)
Verteidiger: (zum Gericht) Sie sehen also dass mein Mandant mit Hund nicht den Polizisten gemeint hat und er sich nicht erhängen wollte, das Weinen hat eine plausible Erklärung.
Staatsanwalt: Das kann jeder sagen, ein wirklicher Beweis für seine Unschuld ist das nicht. Er saß ja ganz nahe beim Toten. Der Hund hat sich bestimmt gefürchtet auch erschossen zu werden. Warum lief der Angeklagte vor dem Polizisten davon und schrie dabei laut „ der Teufel ist hinter mir her“? Hat er den Teufel gesehen?
(zum Angeklagten) Was haben sie dazu zu sagen?
Angeklagter: Ganz deutlich sah ich ihn, er fuchtelte mit der Pistole rum und schrie ganz laut. Da bin ich zur Polizeiwache gerannt.
Staatsanwalt: Soso der Teufel… hat er ihnen gesagt, sie sollen die Leute erschießen?
Angeklagter: Nein, ich hab doch gesagt es war der Engel der geschossen hat.
Staatsanwalt: Sie wurden vom Teufel verfolgt ein Engel hat geschossen? Aha alles klar..
Verteidiger: Herr Staatsanwalt, das ist ganz einfach erklärt. Der Angeklagte wußte, der Polizist der auf ihn zukam hieß Teufel. Stand sogar in der Zeitung. Hier bitte.
(reicht dem Richter die Zeitung)
Richter: (liest vor) Einer unserer Polizisten wurde vom Reporter überrascht, als er im Cafe mit der Kellnerin anbandelte. Gestatten -Teufel - hat er gesagt und als ihm die Kellnerin lachend auf die Hand klopfte, noch Johann hinzu gefügt.
Verteidiger: Ja der Tote heißt Engel, und er hat geschossen, nicht mein Mandant. Wenn der Herr Teufel nicht hinter meinem Mandanten hinterhergejagt wäre, hätte er alles an Ort und Stelle untersuchen können, aber dazu hat sein Grips wohl nicht gereicht. Und der Hund ist immer noch weg, das arme Tier.
Richter: Bitte was soll das, Teufel, Engel, Hund, ich verstehe überhaupt nichts mehr, hier geht ja alles durcheinander. Ist ja zum weinen. Rufen wir doch den Teufel in den Zeugenstand. Er ist ohnedies im Saal.
Der Polizist kommt in den Zeugenstand
Richter: Sie wissen doch, dass sie hier nicht lügen dürfen, also sie heissen Teufel?
Teufel: Ja Herr Rat, hier ist mein Ausweis, ich will alles erzählen, so wahr mir Gott helfe.
Richter: Also los, bin schon gespannt wie ein Flitzbogen.
Teufel: Ich drehte meine Runde, als plötzlich Schüsse fielen. Da ich ja alleine war ging ich hinter einer Mauer in Deckung. Als die Schüsse vorbei waren, kam ich hervor, zog meine Waffe und sah den Angeklagten neben dem Toter nach einem Strick rufen. Als ich auf ihn zukam, raste er laut schreiend davon. Ich sofort hinter ihm her bis in Wachzimmer wo er auch festgenommen wurde. So schnell bin ich noch nie gerannt.
Richter: Das glaub ich gern, bei der Wampen.
Verteidiger: Sie haben sich versteckt als die Schüsse fielen? Haben nicht gesehen wer geschossen hat? Waren sie ganz alleine auf Streife, konnten sie keine Kollegen zu Hilfe rufen? Es gibt doch den Streifenwagen, Kollegen im Wachzimmer? Und waffenlos waren sie auch nicht.
Teufel: Die Wagenbesatzung ist krank, der Streifenwagen hatte kaputte Reifen und ich hatte leider mein Pistolenmagazin im Wachzimmer vergessen. Ausserdem war doch alles eindeutig, sogar geheult hat der Angeklagte, wenn das kein Schuldeingeständnis ist…
Verteidiger: Da haben sich bei der Polizei ja wahrlich höllische Zustände ausgebreitet. Keine weiteren Fragen mehr.
Richter: Wie können sie es wagen unsere Polizei schlecht zu machen. Machen sie so weiter und sie bekommen eine Ordnungsstrafe.
Verteidiger: Muss ich gar Salzstreuer füllen?
Richter: Schluss jetzt, haben sie noch etwas zu sagen, aber keine Beleidigungen, da will ich kein weiteres Wort mehr hören.
Verteidiger: Herr Richter, mein Mandant war mit dem Hund in der Nähe des Herrn Engel als dieser anfing wild um sich zu schießen. Wegen der Schüsse riss sich der Hund meines Mandanten los. Deswegen rief er nach dem Strick um den Hund einfangen zu können.. Und dann sah er den Toten. Er lief weg zur Polizeiwache um den Toten zu melden als er sah, dass der Polizist Teufel kurz hinter ihm war. Er wollte nur sagen der kommt auch gleich. Sie sehen, also mein Mandant ist völlig unschuldig. Auch wenn er geweint hat.

Richter: Völlig unschuldig also.. Ich erkläre die Beweisführung jetzt für abgeschlossen.—Die Geschworenen ziehen sich nun zur Beratung zurück.
(Die Geschworenen verlassen den Gerichtssaal, es dauerte nicht einmal zehn Minuten als sie zurückkommen)
Richter: Wie haben sie entschieden, erfolgte die Entscheidung einstimmig?
Die Sprecherin der Geschworenen: Einstimmig schuldig, er sass ja heulend neben der Leich. Ein Mann hat nicht zu heulen. Das ist doch ein eindeutiges Zeichen für seine Schuld. Wegen der Schwere der Tat finden wir die Todesstrafe für angebracht.
Richter: Die Entscheidung ist fehlerfrei. Der Angeklagte ist schuldig und wird wegen besonders schwerer Umstände zum Tod verurteilt.

3.Akt
Die Hinrichtung
(im Hinrichtungszimmer, Der Amtsleiter, der Bürgermeister, der Richter und einige erwählte Bürger, auch zwei Reporter als Zeugen der Hinrichtung)
Anstaltsleiter: Meine Herrschaften, schauen sie. Wir hatten noch nie eine Hinrichtung und der Raum war ganz vergammelt, wir haben ihn neu ausgemalt.
Zwischenruf: Man sieht’s, sie sollten den Maler auf Schadenersatz verklagen. War der letzte Pfuscher.
Anstaltsleiter: Den Stuhl haben wir gründlich gereinigt.
Zwischenruf: Und was soll der Schimmelfleck?
Anstaltsleiter: Den haben wir nicht wegbekommen, wir wollten den Stuhl nicht beschädigen. Haben ihn gründlich mit Essig desinfisziert, damit der Delinquent sich ja keinen gefährlichen Keim holt.
(der Anstaltsleiter verlässt den Raum und kommt nach kurzer Zeit wieder)
Anstaltsleiter: Bitte die Herrschaften um Geduld, der Delinquent ist noch nicht fertig mit seiner Henkersmahlzeit.
Er wünschte ein Englisches Frühstück und das obwohl wir ihm sagten, dass es fast Mittag ist. Aber wir habens noch rechtzeitig geschafft, eins zu bekommen.
(Als der Delinquent nach einer halben Stunde noch nicht hereingeführt wird, werden die Leute ungeduldig)
Anstaltsleiter: Tut mir leid, aber der Mann wünscht einen Seelsorger, den dürfen wir ihm nicht verweigern. Gehen sie einstweilen auf Stadtkosten in die Kantine, sie werden rechtzeitig gerufen.
(die Zeugen verlassen das Hinrichtungszimmer.)
Einer der Zeugen: Na endlich was Vernünftiges, da können wir uns vor dem Horrorstück noch stärken. Und bezahlen brauchen wir auch nix.
(Nach einiger Zeit kommen sie zurück und der Häftling wird in den Raum gebracht auf den Stuhl gesetzt und bekommt eine grosse Sonnenbrille aufgesetzt.)
Anstaltsleiter: (zum nun gefesselten Häftling) Tun ihnen die Fesseln weh, sitzen sie gut, haben sie irgendwelche Schmerzen, sind sie gesund?
Häftling: Alles bestens, wenn ich nicht so gut erzogen wäre, würde ich zu ihnen dasselbe sagen was Götz von Berlichingen seinerzeit sagte. Aber bei ihrem Horizont würden sie ja sowieso nicht wissen was ich meine. Also macht weiter, dass die Herrschaften endlich wieder zu Weib und Kind kommen.
(Der Schalter wird umgelegt, nichts passiert auch nach mehrmaliger Wiederholung)
Häftling: Na geh, was seid’s ihr für Stümper. Macht’s weiter, ich bekomm schon langsam wieder Hunger.
(Der Anstaltsleiter schaut ratlos, da kommt ein Beamter atemlos hereingestürmt)
Beamter: Verzeihung, es gibt keinen Strom.
Anstaltsleiter: Warum denn das?
Beamter: Im Kraftwerk hat in der Früh ein Blitz eingeschlagen, der Schaden ist noch nicht behoben und das wird wahrscheinlich erst übermorgen sein.
Anstaltsleiter: Und das Notstromaggregat für solche Fälle?
Beamter: Das funtionier nicht!
Anstaltsleiter: Zum Geier, warum funktioniert‘s nicht? Lassen sie sich die Würmer nicht einzeln aus der Nase ziehen.
Beamter: Es ist kein Diesel da, obwohl erst vor zwei Wochen der Tankwagen da war.
(ein Polizist kommt mit einem Haftbefehl herein)
Polizist: (zum Anstaltsleiter) Hier ist der Haftbefehl für sie, sie sind wegen Veruntreuung und Diebstahl von Diesel verhaftet.
(Dem Anstaltsleiter werden Handschellen angelegt, er wird abgeführt)
Einer der Zeugen: Gibt es nun die Hinrichtung oder nicht? Ich will mein Honorar.
(Der Verteidiger stürmt herein und wedelt mit Papieren)
Verteidiger: Herr Amtsleiter, binden sie meinen Mandanten sofort los. Die Hinrichtung ist fehlgeschlagen und darf auf keinen Fall wiederholt werden. Aussserdem ist er erwiesenermaßen unschuldig.
Bürgermeister: Der Amtsleiter ist gerade verhaftet worden.. muss ich es mal wieder richten.. zeigen‘s mal die Papiere.
(Der Bürgermeister kratzt sich hintern Ohr und studiert die Papiere)
Bürgermeister: ist ja eh kein Strom da, und bald sind ja wieder Wahlen... In Gottes Namen, bindet ihn los und geht nach Hause.
(Vor der Tür ist lautes Bellen zu hören, als diese geöffnet wird stürmt ein lieber struppiger Hund herein und sofort zum Angeklagten)
Angeklagter: Bello, Bello was für eine Freude.
(Der Hund leckt dem Angeklagten übers Gesicht)
Verteidiger: (wendet sich an die Zuschauer) Und da ist noch was. Hier steht es schwarz auf weiss. (hält die Papiere hoch)
Der wahre Amokschütze war der Engel, warum werden wir wohl nie erfahren. Die Pistole ist ihm direkt aus der Hand ins Kanalgitter gefallen, mein Mandant hätte sie niemals von seinem Platz hinein werfen können. Auf meine Veranlassung wurden nach neuerlicher, diesmal gründlicher Untersuchung auch die Schmauchspuren an der Hand des Toten gefunden. Die Gerechtigkeit hat wiedermal, dank mir, gesiegt.
(Verteilt Visitenkarten, alle gehen froh über den Ausgang nach hause. Der nun freie Mann bekommt eine stattliche Entschädigung)

der Graue Wolf berichtet

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2 Kommentare

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Naja hoffendlich ist Nixda in der Nähe von Nirgendwo
Na in Deutschland ist es wohl npcht, da sind doch lauter Perfektionisten.
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