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Heilig Abend 1950

Heilig Abend 1950

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 28.11.2015 - 18:45 Uhr

Meine Mutter, hoch schwanger, mein Stiefvater und ich, knapp 6 Jahre jung, wohnten zu der Zeit (Weihnachten 1950) in einem Zimmer in Mainz (Wohnraum war zu der Zeit sehr, sehr knapp).

Mama wollte eigentlich zu meinen Großeltern mit dem Zug fahren, die in Miltenberg am Main, evakuiert waren, um den heiligen Abend mit ihnen zusammen zu verbringen und meinte: "Ich backe noch einen Kuchen, den wir dann mit nehmen."Gesagt, getan. Ich sehe sie heute noch auf dem Stuhl sitzen und mit einem Kochlöffel in der Schüssel rum rühren.

Plötzlich in lautes... Klatsch!. Meine Mama schrie auf. Ihr Gesicht voller Angst , die Augen weit auf gerissen und unter ihrem Stuhl war eine riesen große Pfütze zu sehen. Sie sagte was von, "Blase geplatzt", was ich natürlich nicht verstand und schickte mich die Nachbarin holen.

Plötzlich war das Zimmer voll von Menschen , ich wurde wiederum zu anderen Nachbarn geschickt .
Mir war jetzt klar geworden, das heißt. Es wurde mir erzählt: "nun kommt das Geschwisterchen."
Auch mein Stiefvater setzte sich zu uns. Ich konnte das alles gar nicht begreifen und horchte immer mal wieder an unserer Zimmertür. Es wurde immer später.

Dann hörte ich ein jämmerliches Geschrei und die Erwachsenen lachten und freuten sich. Ein Junge war geboren, mein Bruder.

Es war der 24. 12. 1950, 23 uhr 55. Meine Mutter erzählte mir später um 24 Uhr hätte der Dom anfangen zu läuten (wir wohnten ja ganz in der Nähe).

Einen Kaufladen bekam ich dann in paar Wochen später, als wir dann endlich zu den Großeltern fahren konnten.

11 Kommentare

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Na, das war eine Weihnachtsüberraschung der besonderen Art.
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Weihnachten war früher immer etwas schwierig, aber auch schön. Danke für deine Geschichte
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eine wunderschöne Geschichte - zu der Zeit hab ich noch gar nicht gelebt.
Und hier meine unvergessliche Weihnachtsgeschichte, die ich immer meinem Sohn und meinem Patenkind erzählt habe, wenn sie ungeduldig wurden, weil das Christkind noch nicht da war.
Es war ungefähr 1968 als am frühen Heiligabend ein Bauer aus unserem Dorf zu uns nach Hause kam und meinen Vater um Hilfe bat, weil ihm die Starkstromsicherung beim melken rausgeflogen war und er im ganzen Haus keinen Strom mehr hatte und die Kühe sozusagen "schrien" weil sie gemolken werden wollten bzw. mussten.
Natürlich ging mein Vater mit, um dem Bauer aus seiner Misere zu helfen.
Und es dauerte und dauerte, aber meine Mutter sagte, dass wir nicht ohne meinen Vater Weihnachten feiern würden.
Also bruzzelte der Hasenbraten die ganze Zeit weiter und es gab auch keine Geschenke und wir schauten halt eben solange "wir warten auf's Christkind".
Mein Vater kam erst sehr spät zurück und wir konnten dann endlich den verkochten Hasenbraten essen. Danach gab es noch kurz unsere Bescherung, allerdings waren wir mittlerweile schon so müde, dass wir auch bald ins Bett gingen.
Damals konnten wir es nicht verstehen, dass wir so lange auf unsere Bescherung warten mussten - heute weiß ich, dass diese Entscheidung meiner Mutter richtig war.
Mein Vater gehörte schließlich dazu und machte momentan einen gefährlichen Job mit der Starkstromsicherung oder wie man die Hauptsicherung im Haus auch nennt. Es war der Respekt vor seiner Arbeit bzw. ihm, dass wir nicht ohne ihn gefeiert haben.
Seitdem gab es bei uns an Heiligabend immer nur noch kalten Platten und mittags wurde ganz normal warm gegessen.
Wünsche schon mal allen ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest
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Danke, das du deine Erinnerung erzählt hast, sie berührt total mein Herz, Familienzuwachs ist ein Geschenk, Familie ist Leben und die schönste Liebe
Wie schon in einem Kommentar beschrieben, habe ich auch instinktiv gedacht, dass es Gott sei Dank nicht im Zug passierte, auch für Dich hätte es ein Trauma werden können, liebe Margot !!!
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Das arme Kerlchen von einem Bruder! Niemals wird seinem Geburtstag die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden! Immer wird Weihnachten das Hauptfest sein! So schön es ist, ein "Christkind" zu sein, für ein Kind hat das auch eine andere Seite, zumindest in sehr jungen Jahren.
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Ich erinnere mich gerne an Weihnachten meiner Kindheit. Nicht, dass es besser gewesen wäre, man sah es anders.
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danke für diese schöne Geschichte. Habe mir absichtlich die Themen heute gewählt,die mich, wenn auch nachdenklich,doch friedlich einschlafen lassen. Dachte nach,wie war Weihnachten 1950 für mich. Ich war 7 Jahre alt, das erste Weihnachtsfest,dass ich bewusst erlebte. Unsere Geschenke waren entweder gebastelt, oder genäht. Schwere Zeiten und doch so reich an Liebe und Fürsorge
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wunderschön
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News Team
Hinweis: Das Bild wurde von mir zur Illustration eingefügt. Nicht, dass es da Verwechslungen gibt.

Liebe Grüße
Frieder
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Obwohl es eine schwere Zeit war, war es eine schöne Zeit....wie schnell ist doch die Zeit vergangen.......
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