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Bobby

Der geheime Hund

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 24.01.2016 - 14:11 Uhr

Im Dezember 2015 habe ich mir nach anfänglichem Zögern einen lang gehegten Wunsch erfüllt.
Um Zwist in der Familie zu vermeiden geschah dies unter strengster Geheimhaltung.
Ich wollte gut gemeinten Ratschlägen von allen Seiten aus dem Weg gehen und mich frei von aufkommenden Zweifeln entscheiden.
Es gibt eine kleine Vorgeschichte dazu. Vor vielen Jahren hatte ich mich in einem Anfall von jugendlichem Leichtsinn durch eine Zeitungsanzeige in der örtlichen Tageszeitung dazu verleiten lassen einem Hund in unserer Familie ein neues Zuhause zu geben.
Anfänglicher Widerstand der Familie schwand dahin, als der Basset aus dem Auto der Vorbesitzer sprang und neugierig auf uns zukam. Braune Punkte über den treuherzig schauenden Augen, lange Schlappohren, an den Rändern etwas ausgefranzt – wie es dazu kam sollten wir künftig mehr als einmal erleben – und eine stolz erhobene Rute mit weißer Spitze, ließen das Eis dahinschmelzen wie im Hochsommer.
Bobby, so hatte ihn der Vorbesitzer genannt, begleitete uns viele Jahre und sorgte immer für Heiterkeit und Aufregung. Noch immer denke ich gerne an die vielen Streifzüge durch Wald und Flur zurück. Bobby immer mit der Nase am Boden auf Spurensuche, dabei waren die Ohren oft im Weg und wurden zur Stolperfalle für den jagdbegeisterten Basset.

Nach Bobby folgten viele Jahre ohne Haustiere, die Umstände ließen es nicht zu. Einige Meerschweinchen, auf Drängen meiner Tochter, waren die Ausnahme.

Als meine Rentenzeit näher rückte beschlossen meine Tochter und ich zwei Hauskatzen, die keiner mehr wollte, bei uns aufzunehmen. Der Tierschutzverein freute sich und ich glaube Mini und Molly auch. Inzwischen sind neun Jahre vergangen und wir haben uns, im wahrsten Sinne des Wortes, zusammengerauft.

Was mir fehlt, sind die weiten Spaziergänge in unserer schönen Gegend, zu denen man mit Hund unweigerlich verpflichtet ist und gegen die sich mein innerer Schweinehund immer wieder erfolgreich wehrt – aber jetzt wird hoffentlich alles anders.
Ich habe den idealen Begleiter gefunden. Er ist klein, um nicht zu sagen winzig und passt bequem in eine Tasche. Sehr praktisch, denn man kann ihn überall mit hinnehmen, ohne dass er stört. Er haart nicht, bringt keinen Schmutz in die Wohnung und riecht auch nicht wie ein Hund, was wohl auch dazu geführt hat, dass meine beiden Katzen ihn vom ersten Tag an akzeptiert haben. Er wiederum interessiert sich überhaupt nicht für die beiden Stubentiger, frisst auch nicht ihr Futter weg. Klingelt es an der Wohnungstüre beginnt er nicht laut zu bellen, deswegen haben meine Nachbarn noch keine Ahnung von meinem neuen Mitbewohner.
Sehr genügsam ist er in der Pflege und im Unterhalt, einen Tierarzt wird er nie brauchen, Impfung ist nicht notwendig. Aufpassen muss ich nur, wenn ich einmal nicht genügend mit ihm spiele und er meine Aufmerksamkeit vermisst, dann meldet er sich nachdrücklich und verweigert sich. Aber ein Druck auf den Resetknopf genügt schon und er ist wieder voll funktionsfähig.

Seinen Namen "Tamagotchi" habe ich nach seinem Ursprungsland Japan ausgewählt. Von dort wurde der Prototyp nach Europa und in die ganze Welt exportiert und erfreute sich in den Anfängen großer Beliebtheit. Mittlerweile ist es etwas ruhiger um ihn geworden und es ist ein riesen Zufall, dass ich ihn nun mein Eigen nennen darf.

copyright u.m.k.

15 Kommentare

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gratuliere, liebe Ursel, das hast Du gut gemacht. Viel Spaß mit Tamagotchi und berichte immer mal von Euch Beiden. Alles Liebe Eva
Danke liebe Eva, das wird schwierig, denn ich hab keines
frei erfunden, nur der Bobby stimmt, war er nicht schön?
Ja, ganz lieb
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Ja ja das kenne ich.Unser Sohn hatte auch einen gehabt.............
Karin, meine Tochter auch. Das war zu dieser Zeit ja eine richtige Seuche. Was es mit meinem Tamagotchi auf sich hat, habe ich in verschiedenen Kommentaren ja schon erklärt
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Och Ursula, die Geschichte ist ja schön und passt auch zum Thema. Trotzdem habe ich Mitleid mit dir. Ein totes japanisches Spielzeug ist doch mit einem lebendigen Hund nicht zu vergleichen. Da würde ich ja schon lieber die Katzen an Leinen und Spaziergänge gewöhnen.
Liebe Marga, ich habe kein solches Spielzeug, ich weiß nicht mal wo ich es herbekommen sollte Die Geschichte ist mir nur eingefallen, als ich einen Bericht im TV über die Zukunft von Robotern gesehen habe und ihren Einsatz in unserem täglichen Leben. Ein echter Hund wäre mir auch lieber, denn meine Katzen mit Leine, das kann ich mir schwer vorstellen, die sind zu zickig
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Spannend. Nur dass ich erst im Internat nachschlagen mußte, um was es hier überhaupt geht. Die Kommentare brachten mich drauf.
Ich vermute mal dass es ein digitales Spiel ist. Meine Enkelin hatte mal einen digitalen Bauernhof, und auch einige Hündchen, u.a.m.
Liege ich da richtig?
Dagegen spricht natürlich, dass Dir die ausgedehnten Spaziergänge fehlen. Hm. Für mich also doch noch ein Geheimnis.
Edith dann habe ich ja erreicht was ich wollte. Die Erklärung findest du beim Kommentar von Marga. So einen Bauernhof habe ich im Internet auch mal "bewirtschaftet", das macht Anfangs auch Spass, aber nervt mit der Zeit auch, meine Tochter hatte mich darauf gebracht. Den Hof gibt es schon lange nicht mehr
Aha. Danke.
Also ich schreibe lieber hier auf SB, als mit so Spielen. Da muß ich doch auch ganz schön meine Gedanken auf vorderman halten.
Und Deine Geschichten sind so lebhaft, dass ich sie selber noch miterleben kann.
Danke Dir, dass Du hier schreibst.
Ach Edith, danke, aber zu viel der Ehre
Ehre, wem Ehre gebürt.
Bitte scheib weiter. In Deinen Geschichten ist Leben. Und das tut sogar am Feierabend gut.
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Haaaaaaa tolle Lösung, aber nichts für mich
Danke Rosemarie, aber ehrlich für mich auch nicht
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