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Ehrverletzungen im Forum

Ehrverletzungen im Forum

23.06.2018, 07:44 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

In einem Diskussionsforum prallen naturgemäß immer wieder unterschiedliche Meinungen heftig aufeinander. Dabei fallen häufig auch Äußerungen, die den guten Ton und respektvolle Umgangsformen vermissen lassen. Dennoch wäre es gut, seinem Unmut nicht sofort freien Lauf zu lassen, sondern erst einmal durchzuatmen und sich notfalls auf die Finger zu setzen, bevor man in die Tasten greift.

Allgemeine Unhöflichkeiten und Persönlichkeitsverletzungen OHNE abwertenden Charakter sind noch erlaubt. Aber Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen sind durchaus auch strafrechtlich relevant. Es lohnt sich, daran zu denken.

Unter Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung versteht man Äußerungen, die
- die Missachtung oder Nichtachtung einer Person zum Inhalt haben,
- die personale Würde dieser Person verletzen und/oder
- die geeignet sind, das Ansehen dieser Person in der Öffentlichkeit zu schädigen und sie verächtlich zu machen.

Dazu zählen
- unwahre Tatsachenbehauptungen und
- ehrverletzende Werturteile

Es ist egal, ob die Äußerung wörtlich, schriftlich, bildlich, symbolisch oder durch schlüssige Handlungen erfolgt.

Wie unterscheidet man eine Beleidigung von der üblen Nachrede bzw. der Verleumdung?

Beleidigungen sind ehrverletzende Werturteile, die sich direkt an eine andere Person richten.
Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Üble Nachrede liegt bei Äußerungen gegenüber Dritten vor, die ehrverletzende, unwahre Tatsachen beinhalten und für die kein Beweis für deren Wahrheit vorgelegt werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Täter weiß, dass seine Äußerung unwahr ist; es reicht, dass er in Kauf nimmt, dass diese unwahr sein könnte.
Wenn die Tat öffentlich begangen wird, droht eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Verleumdung liegt dann vor, wenn der Täter weiß, dass seine Äußerung gegenüber Dritten unwahr ist.
Verleumdungen sind mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren bedroht.

https://gangway.de/straftaten-gegen-...5-187-stgb/

Ergänzend dazu erscheint mir der folgende Beitrag interessant:
wize.life/themen/kategorie/wissen/artikel/180...0-9-1-regel

48 Kommentare

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Ist das Zusammenleben in Dörfern oder Städten denn so viel anders? Es gibt das fantastische Bild von Paul Weber "Das Gerücht", das das Tuscheln über Vorkommnisse in der Nachbarschaft wiederspiegelt.
Das betrifft nach wie vor Homosexuelle, Juden, Alkoholiker etc. Auch Beleidigungen und Streitereien unter Nachbarn sind ein beliebter Volkssport.
Demnach hat sich durch das Internet nicht all zuviel geändert. Nur das Blockieren befriedigt manche Gemüter, weil sie damit ihre Machtposition deutlich machen können. Eine armselige Reaktion!
  • 23.06.2018, 18:47 Uhr
Nun, im realen Leben kann man sich umdrehen und weggehen, wenn man mit jemanden nicht reden will. Hier erreicht man das mit der Blockade. Es hat nichts mit Macht zu tun.
  • 23.06.2018, 19:17 Uhr
Alguma, wäre es nicht intelligenter, wenn man primitive Beiträge stehen lässt, damit gebildete Menschen reagieren können?
Übrigens kann man sich bei einem Nachbarkeits-Streit nicht umdrehen und weggehen. Der Nachbar bleibt einem erhalten.
  • 23.06.2018, 20:57 Uhr
Reden muss ich aber auch mit einem missliebigen Nachbarn nicht, ich muss ihn nicht einmal grüßen.
Mir ist meine Zeit zu schade, mich mit Leuten herumzuschlagen, die nur auftauchen, um ihre hämisch-trolligen Häufchen abzusetzen.
  • 23.06.2018, 21:28 Uhr
Für mich sind Gegenblockaden logisch und Blockaden öfter "Notwehr," Ich bin mir näher, als einem unflätigem Beleidiger!
  • 23.06.2018, 22:52 Uhr
Ich habe hier schon Blockaden erlebt, zugegeben vereinzelt, wo mir mitgeteilt wurde, dass "ich nur das lesen möchte, was mir passt".
Diese LeserInnen werden sich eines Tages mit sich selber unterhalten.
  • 24.06.2018, 07:37 Uhr
Auch das gehört zur persönlichen Freiheit in einer Demokratie. Man kann einen Tunnelblick nicht verbieten.
  • 24.06.2018, 07:45 Uhr
Niemand will etwas verbieten. Mir tun diese Leute nur leid, da sie sich ziemlich engstirnig verhalten. Zur Demokratie gehört auch, die Meinungen anderer zu ertragen. Ausgenommen "unflätige Beleidiger" und sonstige Schwachsinnige.
  • 24.06.2018, 15:03 Uhr
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Üble Nachrede wird sehr "gerne" betrieben, oft gedankenlos, und unwissend, dass es sich rechtlich gesehen um üble Nachrede handelt.
Nämlich dann, wenn man etwas Negatives über eine Person gehört oder gelesen hat und es dann ungeprüft weiter verbreitet.

Weil es doch gerne weiter erzählt wird, wenn wir sowas erfahren
Früher hieß das Gerüchte verbreiten.


Zitat:
"Wenn die Tat öffentlich begangen wird......."
Wize.life gilt im rechtlichen Sinne als öffentlicher Raum
  • 23.06.2018, 15:17 Uhr
Danke für die Ergänzung,
  • 23.06.2018, 15:25 Uhr
  • 23.06.2018, 22:53 Uhr
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ein Appel an den Anstand im Internet ist so sinnlos wie mit Zucker zu salzen
  • 23.06.2018, 09:54 Uhr
Wie war das mit der Hoffnung? Wann stirbt sie?
  • 23.06.2018, 09:55 Uhr
da ist mir die Zeit zu schade , die kommen alle in den Keller, so habe ich Zeit für wertvolle User
  • 23.06.2018, 21:28 Uhr
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Warum ist Vieles in Sozialen Netzwerken so - manchmal im Gegensatz auch zur Realität des Lebens ?

Ehrverletzende Äußerungen wie Beleidigungen im realen Leben nehmen einen verschwindend geringen Anteil ein.

Bevor man überhaupt gerichtliche Schritte einer Privatklage erwägt, ist grundsätzlich ein Schiedsmannverfahren vorgeschaltet, soweit öffentliches Interesse nicht gegeben ist. Dort werden immer Sühneversuche angestrebt, um eine Privatklage zu vermeiden. Selbst wenn dies scheitert, auch bei Gericht werden immer zunächst Vergleiche angestrebt, um den Rechtsfrieden wieder herzustellen. Privatklagesachen in diesen Fällen sind fast ausgestorben - allenfalls finden noch ein paar Nachbarschaftsstreitigkeiten dort statt.

Im virtuellen Leben ist das gänzlich anders. Warum ?

Nach näherer Betrachtung verdichten sich die Ursachen in der vom Gesetzgeber zugelassenen aber auch hier nicht gewünschten Anonymität und Pseudonymisierung des Namens pp. Dadurch wird es vielen Usern erleichtert, mal so richtig Dreck abzulassen, ohne das ihm vermeintlich Gefahr droht.
Hinzu kommt noch die gesetzliche Möglichkeit des Betreibers, erst auf Meldung zu reagieren.

Seit fast 10 Jahren haben wir nun die entsprechenden Telemediengesetze.

Fragen an den Gesetzgeber und den Regierungen, dieses Erfordernis fallen zu lassen, wurden negativ beantwortet. Man habe sich dafür einmal entschieden, da durch diese Anonymität auch User veranlasst werden, die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit mehr in Anspruch zu nehmen. Außerdem würde eine gegenteilige Verpflichtung die Betreiber veranlassen, diesen Personalaufwand nicht mehr durch ein kostenfreies Netz auszugleichen.

Auch sind jetzt Möglichkeiten geschaffen worden, gerichtlich mehr dagegen anzugehen. Der Betreiber kann nunmehr durch Gesetzesänderung auch die Daten zur Verfolgung herausgeben. Aber davon wird wenig Gebrauch gemacht - jeder User weiß, dass eine Nachricht von Vorgestern und deren Berichtigung keine Beachtung mehr findet.

So ist das Leben halt. Da wird etwas neu geschaffen - ein Soziales Netzwerk, das Licht und Schatten gleichzeitig aufwirft. Und jeder sollte sich seiner Möglichkeiten bedienen, um sich hierin frei bewegen zu können. Man muss ja auch nicht auf alles eingehen, was einem verärgert oder bedrückt. Hinzu kommt, dass nach den Compliance Regeln kein rechtliches Gehör stattfindet, die Ursachen nicht erforscht sondern die einzelne Meldung ohne Umfeld bei Ahndungen betrachtet wird - anders als im realen Leben.
  • 23.06.2018, 09:05 Uhr
Den Anstand darf man aber dennoch auch im Netz wahren.
  • 23.06.2018, 09:38 Uhr
Es beweist aber auch, wie viel Bosheit in manchen Menschen schlummert, die nur deshalb im realen Leben nicht an die Oberfläche kommt, weil diese Typen nicht nur boshaft sondern auch noch feige sind - und nach außen hin den Biedermann markieren.
  • 23.06.2018, 12:55 Uhr
Tja, so isses.
  • 23.06.2018, 13:03 Uhr
Deswegen antworte ich mal wie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts vor einiger Zeit:

Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Es beginnt mit der Verfolgung von Kinderpornografie und auch mit der Hetzjagd auf einzelne Personen.



Gerade diese Hetze ist ja auch hier weit bekannt und wird durch Gesetze - Verfolgen statt nur löschen auch bekämpft - ganz zu schweigen auch den Maßnahmen durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Meldungen allein bringen keinen gewünschten Erfolg - aber die strafrechtliche Verfolgung schon.
  • 23.06.2018, 13:03 Uhr
Das ist aber ein mühsamer und steiniger Weg. Den geht kaum jemand - und darauf verlassen sich die Beleidiger.
  • 23.06.2018, 13:26 Uhr
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Du lieber Himmel, ich werde mir an solchen Leuten nicht die Finger schmutzig machen und das ganze auf der rechtlichen Schiene "abarbeiten", weil sie mir das nicht wert sind. Die Blockierfunktion zu nutzen halte ich für wesentlicher effektiver und nervenschonender. Wer das nicht möchte, muss damit leben, sollte sich aber nicht beschweren
  • 23.06.2018, 08:21 Uhr
Das sollte keine Aufforderung sein, zu Rechtsmitteln zu greifen, sondern ein Appell an den Anstand.
  • 23.06.2018, 08:28 Uhr
Der wievielte erfolglose Apell war das? Geühle 10 000 x ... auch dieser wird ohne Ergebnis bleiben, aber Hauptsache, wir haben mal wieder darüber gesprochen
  • 23.06.2018, 08:41 Uhr
Jo mei ...
  • 23.06.2018, 08:43 Uhr
  • 23.06.2018, 08:54 Uhr
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Eine gute Zusammenfassung, aber sollte bei fortgesetzten persönlichen Beleidigungen, übler Nachrede oder Verleumdungen, nicht das WL-Team tätig werden und den Missetäter an die "frische Luft setzen" bevor man ihn verklagt?
  • 23.06.2018, 07:54 Uhr
Sollte sich nicht jeder selbst um einen angemessenen Umgangston bemühen?
  • 23.06.2018, 07:56 Uhr
Na, dann wäre dein informativer Artikel für die Katz', denn es ist doch ganz offensichtlich so, dass sich eben nicht jeder um einen angemessenen Umgangston bemüht! ...im anderen Fall wäre dein Artikel ja umsonst geschrieben.
  • 23.06.2018, 08:00 Uhr
Kann nicht schaden, daran zu erinnern - falls sich jemand erinnern lassen will.
  • 23.06.2018, 08:01 Uhr
So isses und genau so lese ich auch deinen gut recherchierten Artikel
  • 23.06.2018, 08:03 Uhr
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Eine Erinnerung - oder doch für Manche eine Erstinformation?
  • 23.06.2018, 07:50 Uhr
Tja, wenn man das wüsste ...
  • 23.06.2018, 07:52 Uhr
Ich glaube, manchen wissen das schon......nur verstehen
  • 23.06.2018, 08:02 Uhr
Hm, auch freie Meinungsäußerung hat gesetzliche Grenzen.
  • 23.06.2018, 08:02 Uhr
Natürlich...doch ob sie das verstehen
(ich bin nun mal in dieser Richtung ein großer Zweifler, das manche es jemals verstehen werden)
  • 23.06.2018, 08:04 Uhr
Ja wenn Mamma und Pappa das ihnen nicht beigebracht haben ( antiautoritäre Erziehung ) ,woher wollen sie das denn wissen , daher ist die Notiz schon wichtig.
  • 23.06.2018, 08:29 Uhr
Erziehung lebt vom vorgelebten Beispiel.
  • 23.06.2018, 08:32 Uhr
Das gehört dazu.....
  • 23.06.2018, 08:39 Uhr
Für mich bedeutet es Vorbild und Begleitung! Den Begriff Er-ZIEH-ung habe ich vor 50 Jahren abgelgt, nachdem ich mich befreit hatte, vom an mir herum-ZIEHEN lassen sollen!"
  • 23.06.2018, 23:06 Uhr
Wie alt warst Du dann.....
  • 23.06.2018, 23:07 Uhr
Max, reif, sehr jung mit drei Kindern!
  • 23.06.2018, 23:16 Uhr
Ich verstehe....
  • 24.06.2018, 07:56 Uhr
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