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DVD-Tipp: Willkommen bei den Sch´tis

DVD-Tipp: Willkommen bei den Sch´tis

Von wize.life-Nutzer - Mittwoch, 11.07.2012 - 13:31 Uhr

Was für ein Film! „Willkommen bei den Sch´tis" ist etwas für Liebhaber französischer Komödien und solche, die es noch werden wollen. Selten wurde so schön mit Klischees gespielt wie hier. Ein Werk, das den Zeitgeist trifft - und einfach Spaß macht.

Dieser Film aus dem Jahr 2008 unter der Regie von Dany Boon war nicht nur in Frankreich, Deutschland, Belgien, der Schweiz und Österreich, sondern auch in Spanien und Italien ein Riesen-Erfolg.  Dany Boon - Autor, Regisseur und Darsteller einer der Hauptfiguren -  ist in seinem Heimatland Frankreich auch als Komiker bekannt. Er stammt aus der nördlichen Region Frankreichs in der "Ch´ti" gesprochen wird - ein offenbar sehr gewöhnungsbedürftiger Dialekt, der auch im Film eine tragende Rolle spielt.

Für die Entstehung dieses Films maßgeblich war denn auch das negative Bild, das manche Franzosen von Boons Heimat-Region haben. Gerade deshalb aber ist das Werk ist Hommage an eben jene Region geworden, die mit über 20 Millionen Besuchern zu Recht den Besucherrekord im französischen Markt brach.

Eine amüsante und zugleich romantische Komödie

Der Postfilialleiter und Familienvater Philippe Abrams (Kad Merad ) versucht seiner Frau zum Gefallen, in den sonnigen Süden versetzt zu werden. Als ihm dies im ersten Anlauf nicht gelingt - man entscheidet sich statt seiner für einen Behinderten- , fasst er den Entschluss,  seinen Antrag zu manipulieren. Er  gibt vor, an den Rollstuhl gefesselt zu sein. Leider fliegt diese Lüge bei einer routinemäßigen Kontrolle der zuständigen Stelle auf und Abrams wird ins nordfranzösische Bergues, in die Region Nord-Pas-de-Calais, zwangsversetzt. Die Höchststrafe für ihn und seine Familie, meint er doch zu wissen, dass in dieser französischen Region ständiger Winter herrscht und die Menschen unter Bedingungen grauer Vorzeit leben.

Er macht sich aufgrund der Nörgeleien seiner Frau Julie (Zoé Félix), die ihm die alleinige Schuld für das Dilemma gibt und lieber auf ihn verzichtet als in den Norden zu ziehen, alleine auf den Weg und wird in seiner neuen Heimat sogleich von seinem Angestellten Antoine Bailleul (Dany Boon) in Empfang genommen. Die Verständigungsprobleme beginnen, da Philippe den ungewöhnlichen Dialekt des Einheimischen zunächst nicht versteht. Schnell erkennt er jedoch die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen und fühlt sich im Norden pudelwohl. Seiner Frau  verschweigt er diese Tatsache jedoch und genießt die Mitleidsbekundungen an freien Wochenenden in der alten Heimat. Die Situation beginnt aufzufliegen, als Julie, nun doch geplagt von Sorge und Mitleid, ebenfalls nach Nord-Pas-de-Calais ziehen will.

Viel französischer Humor mit einer herausragenden deutschen Übersetzung

Besonders hervorzuheben sind die hervorragenden Leistungen der Synchron-Regisseurin Beate Klöckner (Berliner Synchron) und der Übersetzerin Tanja Frank.  Der im Film gesprochene Dialekt Ch´ti (sprachwissenschaftlich handelt es sich um eine Variante der picardischen Sprache) wird nicht einfach durch einen deutschen Dialekt ersetzt. In der Übersetzung wird eine völlig neue Sprache erfunden, der an den Originaldialekt angelehnt ist. So werden Buchstaben wie S und SCH verdreht und neue Begrifflichkeiten gefunden. Aus „Post" wird dann „Poscht" und aus dem französischen Begriff für "Kumpel" (biloute) wird der "Tschipfel". Der Zuschauer wird förmlich angesteckt, diese sprachlichen Besonderheiten auch im Alltag auszuprobieren. Das sorgt auch noch im Anschluss des Films für einige Lacher. Schauen Sie sich den Film unbedingt an und vergewissern Sie sich selbst, dass wir alle ein bisschen Sch´ti sprechen.

3 Kommentare

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Da bin ich ganz bei Dir, eine Empfehlung, die für viele Filme gilt, die ihren Charme erst in originaler Sprache vollends zeigen.
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Thomas Bily
Gute Synchronisierung, stimmt. Aber unerreichbar bleibt das Original mit Untertiteln. Wer ein bisschen was anfangen kann mit der französischen Sprache anfangen kann, sollte das OmU nehmen.
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Das mit der ansteckenden Schti-Verballhornung kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen, Tschipfl, hö?!
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