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Der Dortmund-Tatort "Zorn" erhitzt die Gemüter
Der Dortmund-Tatort "Zorn" erhitzt die Gemüter

Ärger um Dortmund Tatort: Oberbürgermeister schreibt offenen Brief an WDR - "Mobbing einer Stadt"

Von News Team - Dienstag, 22.01.2019 - 14:12 Uhr

Normalerweise gilt es als große Ehre, als Tatort-Stadt ausgewählt zu werden. Dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) ist die Freude darüber aber spätestens seit der jüngsten Folge "Zorn" vergangen. Der Politiker schrieb einen offenen Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow und beschwerte sich über "Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen".

Dortmunds OB fühlt seine Stadt und deren Bürger falsch dargestellt.
Dortmunds OB fühlt seine Stadt und deren Bürger falsch dargestellt.Foto-Quelle: WDR/Thomas Kost

Sierau hatte sich demnach schon längere Zeit über die Krimi-Reihe geärgert, der letzte Tatort soll dann das Fass zum Überlaufen gebracht haben.
Das Bild, das am Sonntag über die Orte der Handlung in Dortmund und Marl sowie über die gesamte Region zu bester Sendezeit bundesweit vermittelt wurde, ist an Klischeehaftigkeit nicht mehr zu überbieten. Es ist maximal lächerlich.

Im Video| Und darum geht's im Dortmunder Tatort

OB fordert Realitätsbezug


Ein Krimi müsse zwar keine Dokumentation sein, "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität" sollte es geben. Stattdessen habe man Menschen einer Region Bier trinkend und in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen sehen und damit der Lächerlichkeit preisgegeben.

Der Dortmunder Tatort würde nur mit Klischees arbeiten.
Der Dortmunder Tatort würde nur mit Klischees arbeiten.Foto-Quelle: WDR/Thomas Kost

Sierau sei daher nicht böse, wenn die Dortmunder Ermittler in den vorgezogene Ruhestand geschickt werden würden.

Stellungnahme des WDR


Der WDR nahm mittlerweile Stellung zum Wut-Schreiben des Politikers. Demnach zeigen die Tatort Folgen ein vielschichtiges Bild der Stadt, etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder U.

Der Tatort ist Fiktion - aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus - das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd.

Der WDR betonte, dass die Publikumsreaktionen auf die Ausgabe überwiegend positiv gewesen seien.

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