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Alles über Schrauben und Geschraubtes
Alles über Schrauben und GeschraubtesFoto-Quelle: Wikipedia

Alles über Schrauben und Geschraubtes

Von wize.life-Nutzer - Freitag, 01.02.2019 - 12:56 Uhr

Alles über Schrauben


Vorwort
Lange habe ich überlegt, in welcher der vorgeschlagenen Rubriken ich meinen Themenbeitrag unterbringen könnte. Schließlich habe ich mich entschlossen, ihn bei 'Kultur' einzuordnen – obwohl ich noch immer Zweifel hege, ob ich damit richtig gehandelt habe. Wegen der von mir durchaus beabsichtigten mangelnden Ernsthaftigkeit des Geschriebenen hätte ich die Kategorie 'Humor' bevorzugt – doch die suchte ich vergeblich. Sei's drum, so ganz abwegig scheint mir meine zweite Wahl nicht zu sein, denn wer wollte bestreiten, dass die Schraube ein nicht unwesentlicher Bestandteil der menschelichen Kultur ist? Also: Gewagt – getan !

Die Wize-Life-Schraube, die uns seit neuestem nervt, hat mich auf 'ne Idee gebracht. Nicht, dass Ihr etwa denkt, ich hätte auch 'ne Schraube locker, wie es bei einigen hier der Fall zu sein scheint. Nein, bei mir sitzt noch alles ziemlich fest - manches sogar zu fest, denn es heißt doch: Immer locker bleiben! Aber das ist ein Thema für sich!

Bei mir hier soll sich also alles um Schrauben drehen. Dazu sind sie ja schließlich da – ich meine, darin liegt ihre Bestimmung, dass man an ihnen dreht. Denn wohlgemerkt: ohne dass man an ihnen dreht, haben sie so gut wie keine Daseinsberechtigung. Außer vielleicht in der modernen Kunst, als Plastik. Nein, nicht dieses Kunststoff-Zeug meine ich, mit dem die Verpackungsindustrie unsere Umwelt verseucht. Ich rede bzw. schreibe von Plastik als dreidimensionales, körperhaftes Objekt der bildenden Kunst. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich möchte wetten, dass irgendwo in der Welt, in irgendeinem Museum, das sich auf die 'Moderne' spezialisiert hat, in irgendeiner Vitrine, hinter dickem Panzerglas vor Raub durch Kunstdiebe geschützt, eine einsame Schraube von kunstsachverständigem Publikum ehrfürchtig bestaunt wird. Ihr Materialwert mag im unteren Euro-Cent-Bereich liegen. Doch darauf kommt es ja bekanntlich nicht an. Es ist das Ideelle, was zählt!

Ich merke, ich schweife ab – wollte ich doch über Schrauben, ihre Form und Gestalt, ihren Zweck, ihre fast unerschöpfliche Vielfalt, vielleicht auch ihre Vergangenheit und Zukunft....kurz gesagt: über die Schraube an sich, über die Schraube ALS SOLCHE.... schreiben.

Meine Bemühungen, irgemdwo etwas über den Ursprung der Schraube, also über ihre Gesfhichte, ihre Herkunft, oder über ihren Erfinder zu ergründen, waren bisher relativ erfolglos. Vielleicht können mir da geneigte Leser weiterhelfen. Wenn ich jedoch meiner Phantasie freien Lauf lasse, könnte ich mir vorstellen, dass ein sehr gescheiter Vorfahr von mir (ich bilde mir ein, den muss es gegeben haben) mit einem wachen Auge für die Natur bei einem Spaziergang durch den Urwald eine überraschende Entdeckung gemacht hat, nämlich eine Liane die sich schraubenartig um ein paar Äste geschlungen hatte uns diese beinahe untrennbar miteinander verband. Und vielleicht entdeckte er bei dem anstrengenden Versuch, ein Wurzelgemüse (z.B. Rettich oder wilde Möhre) aus dem Boden zu ziehen, dass dieses seinen Bemühungen um so mehr Widerstand bot, je mehr seine Wurzel die Form einer Spirale oder Schraube hatte. „Aha“, so dachte mein gescheiter Vorfahr bei sich, „das kann ich auch.“ und suchte sich einen geeigneten Ast und schnitzte sich daraus mit Hilfe eines ebenso geeigneten messerscharfen Feuerstein die weltweit erste Schraube, bohrte sie vor seiner Haustür frst in den Boden und band seine grasende Ziege daran (vielleicht auch seine Frau?), um zu verhindern, dass sie ihm davonlief.

Das war unter anderem gewissermaßen der Anfang der menschlichen Kultur. Und, wie man unschwer erkennen kann, zeigt diese Geschichte beispielhaft auf, welchen Anteil die Schraube an der Evolution ghabt hat (und noch hat). Man stelle sich einmal unsere Welt vor OHNE Schraube! Undenkbar !!

Geben wir uns nun jedoch der genaueren Betrachtung und Analyse der Schraube in der Gegenwart hin: Zunächst wollen wir die Form ins Auge fassen. Beim Stichwort 'Auge' fällt mir sofort ein, dass es in der Tat Schrauben gibt, die anstelle eines Kopfes an dem der Schraubenspitze gegenüberliegenden Ende ein Auge haben, eine ringfärmige Öse also, an der sich irgendwas mit einer Schnur, einem Seil, etc., befestigen lässt. Beinahe alle Schrauben haben jedoch einen 'Kopf' wie wir Menschen auch. Bei den meisten Menschen geht man davon aus, dass der Kopf in erster Linie als Sitz des Denkorgans, also des Gehirns, fungiert. Wenn besagtes Orgen bei uns vorübergehend oder im Einzelfall auch dauerhaft versagt, reagieren wir 'kopflos', wie es so zutreffend heißt.

Wie beim Menschen auch, hat der Kopf je nach Anwendung unterschiedliche Formen und Größen. Es gibt Sechskantköpfe, Senkköpfe, Linsenköpfe, Linsensenkköpfe, Zylinderköpfe,, Rundköpfe, ja sogar Flachköpfe und Schrauben ohne Köpfe (man beachte die teilweise Analogie zu menschlichen Köpfen!). Anders als beim Menschen ist bei Schrauben die jeweilige Kopfform und Größe ausschließlich von der Verwendung und dem Zweck abhängig. Daneben bestimmt auch das Werkzeug, welches zum Befestigen der Schraube benutzt wird, das Äußere des Schraubenkopfes. So gibt es z.B. Schrauben mit Längs- und Kreuzschlitz, mit Torx-Profil und alle möglichen Sonderformen.

Wie beim Menschen ist auch bei Schrauben der Kopf und sein Zustand von entscheidender Bedeutung: Beschädigungen oder auch kleinere auf den ersten Blick nicht erkennbare Mängel führen im allgemeinen zu schweren Beeinträchtigungen des Ganzen. Auch das falsche Werkzeug oder eine falsche Handhabung, Überbeanspruchung, Überlastung, Materialmängel, altersbedingte Abnutzung bzw. Degeneration können das Ganze unbrauchbar machen

Übrigens:
Ist es nicht merkwürdig? - Schrauben haben zwar dann und wann eine Mutter, doch Mütter haben sie nicht - nur Muttern. Und es gibt noch mehr Bemerkenswertes: Zum Drehen einer Sechskant-Schlossschtraube (die gibt es wirklich) benutzen manche eine Nuss, einen Schlüssel (entweder mit einem Maul oder mit einem Ring). andere einen Knochen oder eine Ratsche. Über solch rätselhafte Dinge mehr herauszufinden, das möchte ich meinen Lesern überlassen.


Die überragende Bedeutung, die Schrauben für unsere Kultur und Zivilisation hat, wird auch dadurch deutlich, dass das Wort und seine Ableitungen auch im übertragenen Sinne Eingang in unser Sprache gefunden hat. Beispiele dafür sind:

an der Schraube drehen
eine Schraube lockeer haben
alte Schreckschraube
die Steuerschraube anziehen
es reicht nicht, an ein paar Schrauben zu drehen
Hubschraubereltern
jd. die Daumenschrauben anlegen
seine Hoffnungen zu hoch schrauben
das ist eine Schraube ohne Ende

So bitte ich nun zum Schluss die Leser, Gnade walten zu lassen, mich also nicht zur Strafe für mangelnde Ernsthaftigkeit, für Tipp- oder andere Fehler, für eventuelle Aus- und Einlassungen, die zu Missverständnissen und Missfallen führen können, in den Schraubstock zu zwängen oder mir qualvolle Daumenschrauben anzusetzen. Dankbar wäre ich für humorige Ergänzungen oder ideenreiche Gegendarstellungen.

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52 Kommentare

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Wunderbarer Beitrag

Man sollte die Bedeutung von Nichtigkeiten nicht unterschätzen.
Schließlich kann eine einzige fehlende Schraube, das größte Bauwerk zum Einstürzen bringen.
(Damaris Wieser)
Das gefällt mir auch

"Ein Nagel saß in einem Stück Holz.
Der war auf seine Gattin sehr stolz.
Die trug eine goldene Haube
Und war eine Messingschraube.
Sie war etwas locker und etwas verschraubt,
Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.
Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihm
In einem Astloch. Sie wurden intim.
Kurz, eines Tages entfernten sie sich
Und ließen den armen Nagel im Stich.
Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.
Noch niemals hatte sein eisernes Herz
So bittere Leiden gekostet.
Bald war er beinah verrostet.
Da aber kehrte sein früheres Glück,
Die alte Schraube wieder zurück.
Sie glänzte übers ganze Gesicht.
Ja, alte Liebe, die rostet nicht!"

(Joachim Ringelnatz)
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Genial geschrieben, wize.life-Nutzer

Kurze Info:

[klugscheissmodus on]
Sechskantschlossschrauben gibt es nicht. Es gibt Schlossschrauben mit Sechskantmuttern.
Schlossschrauben haben immer einen Flachrundkopf ( ) mit einem Vierkant an der Unterseite des Kopfes, der dann in den Gewindeschaft übergeht. Der Vierkant dient zum fixieren im Bohrloch eines Balkens oder Holzbretts gegen das Mitdrehen beim anziehen der Mutter.
[klugscheissmodus off]

Wie man hier sehen kann, sollte ein ausgewiesener Schraubenlaie sich niemals auf so dünnes Eis wagen und so tun, als sei er ein 'Sechskant-Schlossschrauben-Experte. Tut er es dennoch, ist ein 'Einbrechen' vorprogrammiert und er bekommt nasse Füße.
Ich lasse mich jedoch gern von einem wahren Schlossschrauben-Kenner eines Besseren belehren, gemäß meines Lebensmottos: Es ist nie zu spät, etwas hinzuzulernen.
Maschinenschrauben mit Sechskantkopf wäre wahrscheinlich die passende Bezeichnung für das gewesen, was ich meinte.
Vielen Dank für die Korrektur.
...oder Schlüsselschrauben . Das sind die mit Sechskantkopf und Gewinde für Holz oder Dübel.
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Vorsicht beim Ge-Nuss! - Daran kann man sich die Zähne ausbeijßen.
Mit Sicherheit.
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Dunnerlittchen, watt 'ne Schrauberei!
Die Schraube gibt es übrigens nachweislich seit 2.500 v. Christus.
Zur Befestigung nahmen die Römer Schrauben.
... und die Griechen schöpften Wasser mit der 'Archimedischen Schraube'.
Was ihr alles wisst.
Der Schrauber par excellence....
Bei dem hier gezeigten Schaubild handelt es sich eindeutig um einen Irrtum.
Eine Schraube dient der vorübergehenden oder dauernden Befestigung zweier Bauteile miteinander. Dieser Zweck wird hier offensichtlich nicht beabsichtigt.
Ein wichctiger Gesichtspunkt der Verschraubung ist die Wiederlösbarkeit der Verbindung.
Im vorliegenden Fall ist die gewünschte Festigkeit und Dauer der Verbindung nicht ausschlaggebend. Ein Dübel oder Nagel wäre dem beabsichtigten Zweck eher angemessen als eine Schraube.
Es heißt aber "to screw s.o." und nicht "to dowel s.o".....
The British are renowned for trying to use square plugs in round holes (see: Brexit)
Plong.
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Soweit ich weiß, hat die Schraube ebenso wie die Mutter ein Schwabe erfunden, denn: mir kennet älles, außer hochdeitsch! (Übersetzung:Wir können alles. Außer Hochdeutsch.)
Ist Künzelsau nicht Baden? Nein - Hohenlohe...
nee, Hohenlohe
Sag ich doch - dennoch wohl eher Württemberg als Baden, oder?
yep und da sind wir doch einnehmend, das zählen wir zum Schwäbischen einfach dazu
badisch Franken tätsch mal sagen
Ich glaube, ich muss mal wieder den BW-Atlas bemühen, denn meines Wissens fängt Baden mit der A 81 gen Würzburg an - und Künzelsau ist südlich davon.
Ha - und so ist es auch. Nicht weit zur Grenze, aber es liegt südlich davon.
Meines Wissens beginnt Hohenlohe östlich von Heilbronn und da gehts gen Künzelsau.
Ich hatte mal eine so gute Karte gefunden, nun finde ich sie nicht mehr. Aber die tut es auch, auch wenn sie die Grenzen bis 45 anzeigt - ich glaube, die haben sich nun nicht geändert:
https://www.leo-bw.de/media/kgl_atla..._07_03a.jpg
na alla, Württemberg und damit dem Schwäbischen zuzuordnen
Ich bin nun nicht sicher, ob die Definition den Hohenlohern gefallen würde. Ich glaube, deine Frankendefinition würde ihnen besser gefallen...
Das Thema ist 'Verschraubtes', nicht 'Verschrobenes'!
Aber wir diskutieren doch über die Herkunft der Schrauben und den Herrn Würth.
Eben! Hi hi! Künzelsau - das Mekka des Schraubens!
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Schraube locker, passt hier auf einige User...
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du hast ja auch was an der Schraube - köstlich
Ja, das ist er.
Also, köstlich.
Schrauben zurück drehen und den Tisch gleich mit befestigen!😜
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...ich schraub mich weg!
Nie zu fest anziehen! - Immer locker bleiben!
.....und was ist mit Inbus-Schrauben und den passenden Inbus-Schlüsseln?....ich hab nix davon in deinem Beitrag gefunden...
Ja, Brigitte, diesen beklagensweerten Mangel habe ich schon selbst bemerkt. Ich überlege deshalb gerade, ob es sich lohnt, einen ergänzenden Fortsetzungsbeitrag zu schreiben. Das Thema ist schier unerschöpflich.
Ich danke aber für den wertvollen Hinweis.
...bitteschön, sehr gerne Friedhelm.....ich bin halt auch eine "Klugscheißerin"...
Das kann man ändern....
Dann und wann klugscheißen ist allemal besser als ständig dummes Zeug absondern.
...danke Friedhelm, aber manche Menschen mögen "Klugscheißer" überhaupt nicht...
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