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eiskalt

enge Räume herrlich kühl

Von wize.life-Nutzer - Mittwoch, 15.05.2019 - 10:05 Uhr

Ich habe da in Spanien einen Lieblingsplatz wo das Wasser eines schmalen Flusses viele Kilometer durch tiefe Felsenspalten fließt . Ich war dort unten und konnte das Tageslicht kaum sehen hoch ganz hoch über mir als ein dünner Streifen Licht . Barfuss im Wasser stehend war es mir doch kalt . Oben flirrende Hitze und Sonnenglut sicher 40 Grad . So schmal der Flusslauf das ich beide Fels Wände mühelos berühren konnte. Ab und zu war er so steil bergauf das dieses Wasser schäumend spritzend seinen Weg fand um sich dann kurz darauf wieder in kleinen aber tiefen Becken zu sammeln . Fast als wollte es ausruhen in seiner stürmischen Natur . Die Felswände waren so vom Wasser geformt das man versucht war die Rillen und Spuren wie die Ringe in einem Baum zu zählen . Sicher schon ewig geformt . An verschiedenen Stellen ragten Versteinerungen aus dem Kalkfelsen . Riesen große Schnecken , sicher 20 cm groß . Weiß schimmernd mit dünnem Grün in den Wachstumsringen. Ich habe ein paar aufgenommen die auf dem Boden lagen und in den Rucksack gesteckt. Heute sind die in meinem Garten genauso wie damals im Fels in die aus Feldstein gemauerte Mauer eingelassen. Auf meinem Weg musste ich aufpassen das mir der Rückweg möglich war. Denn wenn eine anders verlaufende steile mir entgegen kommende Wand kam, die höher als ich groß war dann hätte es möglich gewesen sein das dahinter das selbe steil abwärts ging . Mit Wasser angefüllt und wer weis wie tief . Schwimmen kann ich fast wie ein Korken auf dem Wasser . Aber wie das tun wenn man die Arme fast nicht bewegen kann vor Enge. Also Angst hatte ich nicht und taste mich so langsam weiter . Meine Schuhe hatte ich wieder an, weil die Steine langsam schärfer wurden und das Gestein sich änderte . So ging es einige Kilometer weit . Ohne jede Anzeichen öffnete sich plötzlich nach einer sehr engen Stelle die Felswand und fast sehnsüchtig erwartetes Sonnenlicht flutete mir entgegen. Geblendet schloss ich die Augen und genoss die sanfte Wärme welche mich umgab. Das Wasser floss jetzt etwas schneller und mündete an einer breiter werdenden Felsklippe ca 4 Meter breit ans volle Tageslicht . Ein Vorhang aus Wasser schoss in ein Becken hinein, mittlerweile smaragdgrün aber eiskalt geblieben . Unter mir schwammen einige Frauen die sich wohl alleine glaubten, nackt im Wasser .
Vergebt mir, das ich dieses fast kindliche rollen und tauchen im Wasser , einige Zeit still betrachtet . Man warf die langen Haare , aus dem Wasser auftauchend , elegant über die Schultern und lachte dabei. Frei sein ist wunderbar , dachte ich und zog mich wieder etwas zurück aus der Sicht . Dann aber warf ich laut polternd einige Steine ins Wasser um mich bemerkbar zu machen und kam so um die Ecke als wäre es das erste Mal . Ich dachte , nun sind sie wohl erschrocken und verlassen das Wasser . Doch weit gefehlt , sie bemerkten mich, aber keine Panik war zu erkennen . Nur etwas abtauchen ins Wasser . Eine etwas molligere stand schon draußen und präsentierte mir einen wunderbaren Po, nahtlos braun, während sie sich die Füße abtrocknete . Man rief ihre etwas zu , aber sie drehte sich ganz ruhig um , ergriff ein Handtuch und wickelte sich ein . Ja und wie sollte ich nun von dem kleinen Wasserfall runter kommen ? Kein seitlicher Weg ersichtlich . Also den Rucksack hinüber geworfen und meine Klamotten bis auf den Short aus ( lauter lachender Protest war zu hören ) und als Bündel hinterher und rein gesprungen . Fast raubte mir die Kälte des Wassers die Sinne . Es prickelte mir zuerst die Kopfhaut und langsam wurde es erträglich . Ich tauchte prustend auf und sah einige nackte Gestalten derweil das Wasser verlassen .
Später sagten sie mir, das sie nie hörten das jemand es gewagt hätte, durch diesen engen Weg ins Becken zu kommen. Sie erzählten mir das dieses Wasser der Jungfrau Maria geweiht wäre und früher hätten Frauen welche gerne heiraten wollten oder Kinder haben wollten, dort gebadet und vom Wasser getrunken. Lachend zeigten sie mir das sie auch Flaschen dabei hatten dafür. Aber sie waren alle so hübsch , das sie das Wasser sicher nicht nötig gehabt hätten . Nur strahlende Gesichter .
Ich war später noch oft an dieser Stelle um mich an diesem herrlichen Flecken zu erfreuen und auch heute nach vielen Jahren führt mich jedes Jahr der Weg dahin . Aber den Zauber dieser Frauen habe ich nicht mehr erlebt . Ich trage es in der Erinnerung und schreibe es heute das erste mal auf.
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Ich widme diesen Text der wunderbarsten Frau meines Lebens

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