Die Benimm - Nanny - kleiner Spass mit neuen Wörtern

Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Beischlafanbahnung ist voll im Gange und das Bedjumpern von ihrem Freund penibel vorbereitet, doch die Benimm – Nanny schiebt das Beischlaftreffen vor sich her, denn sie will sich nicht bekindern lassen. Mit Kindern hat sie genug zu tun und ist wieder auf dem Sprung. Mit dem Auto kurft sie über die Kreuzung und ist von Benzinpanik besessen, denn der Tank ist fast im roten Bereich. Benzinfrustig tritt sie aufs Bremspedal, weil die Ampel rot ist. Da sitzt sie nun und denkt über ihre Schützlinge. Der kleine Tobby hat Masern, deswegen die Benimm – Nanny in ein Betrofffenheitskoma gerutscht ist und nicht merkt, dass die Ampel auf grün springt. Hupende Autos und zack, sie hat ihre Sinne wieder beisammen und drückt aufs Gaspedal. Sie befindet sich im Bes t- Age, eine Berufsblondine mit Beschleunigungsmonomanie, die unbedingt die nächste Tankstelle erreichen will aber keine findet. An einer Tanke fährt sie vorbei, denn sie befindet sich auf der Geradeausspur und kann nicht abbiegen, weil im toten Winkel ein Raser die Verkehrsbeteiligungsoffenheit falsch versteht, und das Rechtsgeblinke der Nanny ignoriert, die unbedingt zum erkrankten Tobby muss, weil die Mutter eine Affäre mit einem Discounter - Bedienungstrottel hat und ihr Rendevous nicht verpassen will. Die Berufsblondine, weil sie keinen Parkplatz findet, mit leerem Tank auf einer verkehrsunruhigen Straße stehen bleibt, Berufsempörer sich über die Nanny empören, weil sie erstens die Straße blockiert, und zweitens weil sie nicht schnell genug zur Arbeit kommen, manche Damen sich sogar als Berufspubertäre outen, der Nanny ungeile Schimpftriaden an den Kopf knallen, obwohl diese Pubertären am liebsten als Berufskrawallerinnen auftreten würden, weil sie unter dem Mindeslohn schuften, aber lieber bevorzugen, sich feige zu ducken und sich weiter ausbeuten lassen, diese Amazonen ihre ganze Wut auf die Benimm – Nanny knallen, die mit ihrem Handy herumfuchtelt, und der Mutter vom Tobby durch das Gerät jammert, sie werde eine Stunde später ankommen, worauf die Frau am anderen Ende des Handy's verärgert reagiert, weil sie die Bespaßung mit dem Bedienungstrottel auf Eis legen kann, als hätte sie die Beschaffungsmoral gefressen, außerdem ihr Barbiepuppen – Image rampuniert ist. Von der Beauty - Liste will sie sich aber nicht streichen lassen, die Nanny übrigens auch nicht, denn die Kleinkinderbetreuerin ist voll im Beautytrend. Ein Gentleman und Bekenntnis -Türke, ein leidenschaftlicher Blondinenverehrer hat Mitgefühl mit ihr und schleppt sie ab, ihren Wagen aber nicht, weil er im Kofferraum kein Abschleppseil findet. Irgendein Bestattungsnovize wird sich um das Auto kümmern, vielleicht auch ein Bessermensch der Besserverdienertruppe, oder ein Anti-Bequemling des Polizeireviers, der den Abschleppdienst herbeiholt. Der Berufs – Nanny ist das wurscht, weil ihr Wagen schon 250 000 km runter hat und, der Befindlichkeistcollage ihres Autos angemessen, ihr Fahrzeug demnächst sowieso auf dem Schrottplatz landen würde. Sie selbst lässt sich nicht verschrotten, gilt sie doch unter Experten als Berufsgirl, und wenn der Tobby wieder gesund ist, wird sie in den Beauty-Olymp aufsteigen und als Barbie - Klon auf dem Laufsteg schlendern. Ihr Freud, der die Beischlafanbahnung vorbereitet, steckt immer noch im Anbahnungs - Beschleunigungsfuror, doch es wird nicht lange dauern, und der Bescherungsnerv holt ihn ein.

©Martin Stauder
Die neuen Wörter sind kursiv, entnommen aus http://www.wortwarte.de/

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