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Mein Wort zum Sonntag: Gibt es Formeln, die in den Wahnsinn treiben?

Mein Wort zum Sonntag: Gibt es Formeln, die in den Wahnsinn treiben?

News Team
02.03.2014, 00:00 Uhr
Beitrag von News Team

Gibt es mathematische Formeln, die denjenigen, der sich mit ihnen beschäftigt, in den Wahnsinn treiben? Es gibt sie!
Schon in meiner Jugend las ich eifrig Sciencefiction-Geschichten und Romane. Einer hat mich besonders fasziniert: In der Erzählung "Die Märchenschachspieler" (sie spielen eine Art Schach mit sich willkürlich ändernden Regeln) aus den 1950iger Jahren schildert der Autor Henry Kuttner (= Lewis Padgett) eine Welt des totalen Kriegs, wo sich zwei feindliche Mächte eingraben (wie im Ersten Weltkrieg) und ein Sieg für keine Partei in Sicht ist. Da taucht aus dem Nichts (genauer: aus der Zukunft) eine mathematische Formel auf, die demjenigen, der sie entziffern kann, den Endsieg verspricht. Das Problem: Jeder, der sich damit beschäftigt, erhält übernatürliche Fähigkeiten und wird gleichzeitig verrückt. Die Waffe wendet sich gegen denjenigen, der sie erforscht. Nur einer wie Lewis Carroll, Mathematiker und fantasievoller Schriftsteller, könnte die Welt retten. Aber der ist schon lange tot.

Gibt es Formeln, die verrückt machen?

Gibt es solche Formeln wirklich? Erstaunlicherweise habe ich zwei davon entdeckt. Die erste beschreibt die sogenannte "Kontinuumshypothese", eine Vermutung, dass zwei unendlich große Zahlen einander gleich sind. Genauer gesagt: Nimmt man alle möglichen Zahlen, dann soll diese Menge (linke Seite der Formel) einer ganz anders definierten Unendlichkeit (rechte Seite der Formel) gleich sein. Um den mathematisch gebildeten Leser zu schockieren, habe ich die Formel hier aufgeschrieben (siehe Bild) (in Worten: zwei hoch aleph-null ist gleich aleph-eins)
Der erste, der diese Vermutung aufstellte und zu lösen versuchte, war der deutsche Mathematiker Georg Cantor (1845-1918). Als er sich intensiv mit dieser Frage beschäftigte, landete er in der Psychiatrie. Der nächste, der die Frage in Angriff nahm, war der österreichische Mathematiker Kurt Gödel (1906-1978). Als er sich intensiv mit dieser Frage beschäftigte, landete er in der Psychiatrie. Die Formel des Wahnsinns! Doch Gödel gelang wenigstens eine Teil-Lösung, und 1963 wurde die Frage schließlich mathematisch exakt gelöst: Es gibt keine Lösung. Was heißt: Die Mathematiker bewiesen, dass man diese Formel nie beweisen und auch nie widerlegen kann. Auch ein Ergebnis.
Mehr zu Gödel hier:
http://www.seniorbook.de/themen/kate...ten-mann-...

Ein weiterer Kandidat: die Riemannsche Vermutung

Die zweite Formel betrifft einen komplizierten Sachverhalt, die sogenannte Riemannsche Vermutung, deren Formel hinzuschreiben ich mich weigere, um den unbedarften Leser nicht zu gefährden. Wer sie beweisen oder widerlegen kann, erhält neben Ehre und Ruhm auch noch eine Million Dollar. Zusammen mit meiner Gattin sah ich einmal zufällig einen Film über den Mathematiker Bernhard Riemann (1826-1866) und seine Hypothese, und da wurde erklärt, dass einer der Mathematiker (ich glaube, es war John Nash, bekannt durch den Film "A beautiful mind") bei der intensiven Beschäftigung mit diesem Problem verrückt wurde.
Als ich gegenüber meiner Gattin im Anschluss an diese Sendung andeutete, dass ich, sozusagen als nützliche Freizeitbeschäftigung und zur Auffrischung der müden Gehirnzellen, demnächst beabsichtige, die Riemannsche Vermutung und die ihr zugrunde liegende "Zeta Funktion" zu programmieren, da verbot sie mir dieses im Hinblick auf die möglichen Folgeschäden für mein zartes Gemüt. Seitdem arbeite ich heimlich daran. Sollten Sie, verehrte Leser, in Zukunft irgendwelche Auffälligkeiten in meinen Schriften entdecken, dann wissen Sie, dass eine der Wahnsinnsformeln wieder zugeschlagen hat. Aber vielleicht bemerken Sie gar keine Unterschied ...

12 Kommentare

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Mathematische Formeln können faszinierend sein.
Man kann sie mit Unbekannten füttern, und erhält als Lösung weltbewegende Größen.

Formeln waren als Staatsgeheimnisse gehütet und verraten worden.

Man sagt, MaoZedong hätte für das Geheimnis um die Atom-Bombe mit unendliche vielen Menschenleben bezahlt.

Formeln bilden das organische Wachstum nach und lassen uns Prognosen für z.B.die optimierte Düngerausbringung erstellen.

Formeln prognostizieren das Börsengeschehen und schränken den Zufall ein.

Vielleicht wird einst eine Formel die Frage nach dem menschlichen Lebensplan
beantworten.
Die Frage, ob tabula rase oder Prädestination den menschlichen "Urknall" lenkt.
  • 03.03.2014, 10:11 Uhr
Connie, Du willst mich wohl aufs Kreuz legen, pass uff, wenn erst Frühling ist.
Düngerausbringung kannst Du im Biobuch Deiner Enkel unter "Phosphatkreislauf" nachlesen.
Und wie das mit Mao und der Atombombe war, das hat Stefan Augst in "Mit Konfuzius zur Weltmacht" beschreiben.
  • 03.03.2014, 18:52 Uhr
ich kenne da auch eine Formel
Sie ver rückt mich jeden Monat auf Neue
Kk
+ VS
+GEZ
+Miete
+ Strom
+ Telefon
+ usw
Durch die Rente
  • 16.03.2014, 11:43 Uhr
da steht alles unter +usw
Muss man da nicht ausflippen ???
  • 16.03.2014, 18:51 Uhr
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Na, aller Wahrscheinlichkeit haben derlei Formeln keinen 'Nährwert'. Ich halte mich an meinen heißgliebten Dreisatz und was man sonst noch zum Leben braucht und bleibe lieber dumm und werde dann auch nicht verrückt. Eine Option, die mir sehr gu gefällt.

PS: Wg. der eventuellen 'Auffälligkeiten', Ich sag dann Bescheid. Peter!
  • 02.03.2014, 09:10 Uhr
C2H5OH beim Traubensaft (der hat betsimmt auch 'ne Formel ) ist aber auch nicht zu verachten.
Solange ich keine Gleichungen lösen muss (ich war gar nicht so schlecht ), ist sowieso alles in Ordnung.
Alla Prooscht
  • 02.03.2014, 12:04 Uhr
Ohja, ein wenig Huldigung den Winzern. Sie leisten gar gute Arbeit, umkreisen den Rebstock im Jahr 72 Mal bis die Träublein alle in der Presse landen.
So lass uns einen edlen Tropfen genießen und nicht dem Wahnsinn verfallen.
  • 02.03.2014, 13:32 Uhr
Mit komplizierter Mathemetik kann man mich mit Sicherheit nicht in den Wahnsinn locken, bin aber noch am Grübeln, welcher "höhere Sinn" hinter diesem Beitrag stecken mag. Vielleicht treibt mich der Versuch, diese Frage zu lösen, dann dorthin.
Nein, wenn schon Wahn, dann lieber Liebeswahn!
  • 02.03.2014, 23:01 Uhr
Vorsicht, Vorsicht Renate, das könnte die Wahl zwischen Pest und Cholera werden...
  • 03.03.2014, 07:58 Uhr
Hab' schon verstanden, Renate, Wahn ist Wahn!
Das war auch nicht ganz ernst gemeint.

Und danke Peter für den Hinweis. Nur wo fängt die Sucht und der Wahn an? Doch sicher nicht schon beim Verfolgen irgendwelcher Ziele.
  • 03.03.2014, 08:22 Uhr
Einstein meinte dazu: 'Immer wieder dasselbe zu tun und dann ein anderes Ergebnis zu erwarten, das ist Wahnsinn.'
Ich glaube, er lag mit dieser Einschätzung schon recht gut.
  • 03.03.2014, 10:27 Uhr
Danke, darüber muss ich erst nachdenken.
  • 03.03.2014, 10:30 Uhr
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