Träume sind Schäume?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Ein seltsamer Glückstraum
Bevor ich die Erinnerung an den besonderen Traum niederzuschreiben
versuche, möchte ich etwas vorausschicken, das zeigen soll, dass er
unmöglich meiner Phantasie entsprungen sein kann.
Da ich sehr viel träume, kann ich mittlerweile ziemlich gut sogenannte
Verarbeitungs-Träume (meist mit Symbolen belegt und im Wachzustand oft
völlig absurd erscheinend), Großträume ( nicht erfüllte Wünsche und
Bedürfnisse befriedigend oder kompensierend), Träume in anderen
Zeitebenen und hellsichtige Träume (Ereignisse die eintreffen vorher
träumen oder telepathische Träume) unterscheiden.
Dieser Traum passte aber in keine mir bekannte Traumart.
Dass er nicht durch meine Phantasie erzeugt wurde, sondern mir von
irgendwoher „zugeflogen“ sein muss erklärt sich schon dadurch, dass ich die
Bezeichnung der darin vorkommenden Wesen nicht einmal kannte. Ich hab'
mich auch nie mit Elfen oder anderen Naturgeistern befasst und mich nie
für so etwas interessiert.
In meinen Träumen kommen oft konkrete Namen oder Ortsbezeichnungen
vor, die ich nach dem Aufwachen meist noch in Erinnerung habe. Aber wenn
man ein Wort nicht kennt, das man gehört hat, schickt das Gehirn einem oft
ein ähnliches Ersatzwort, das eben schon abgespeichert ist. Bei Kindern
erlebt man das oft: Da wird dann aus einem Unfall ein Umfall, oder aus
einem Staubsauger ein Staubsauber.
Aber nun zum eigentlichen Traum.
Ich stand mit ein paar mir unbekannten Leuten an einem Strand. Es war ein
ziemlich großes Gewässer, wahrscheinlich ein großer See. Plötzlich rief
irgend jemand neben mir ganz aufgeregt: „Seht doch, da kommen …..( und
hier fiel das Wort, das ich noch nie gehört hatte und das ich nach dem
Aufwachen als „Nymphen“ auslegte, ein mir bekanntes, ähnlich klingendes
Ersatzwort)!“
Ich schaute in die gezeigte Richtung und sah nichts als ein Flirren in der
Sonne, einem Insektenschwarm ähnlich. Beim Näherkommen der fliegenden
Wesen konnte ich Flügel erkennen, wie die von Schmetterlingen und auch
die Art des Fliegens war dem von Faltern gleich. Sie trennten sich
voneinander und flatterten in verschiedenen Richtungen weiter, einige von
ihnen kamen auf uns zu. Ich war so hingerissen von dem Anblick, dass ich
nicht gleich bemerkte, wie eines dieser Wesen genau auf mich zu
geschwebt kam. Je näher es kam, um so deutlicher sah ich...ein
Gesicht?...eigentlich kann ich mich nur noch an Augen erinnern. Sie
„lächelten“, strahlten etwas aus, das ich im Leben so noch nie erlebt hatte:
Reine Liebe, unvorstellbare Herzenswärme...diese Ausstrahlung war so
intensiv und durchflutete mich von Kopf bis Fuß, erfüllte mich mit
unsagbarem Glück, das alles bisher Erlebte in den Schatten stellte.
Letztendlich streifte das Wesen mit hauchzartem Flügelschlag meine
Wange, was all diese Glücksgefühle in mir noch einmal zum Schwingen
brachte, und schwebte weiter. Noch eh ich zur Besinnung kam, war es
verschwunden und bald darauf wachte ich auf. Das unvergleichliche
Stimmungshoch aber hielt tagelang an und verlor nur langsam an Intensität.
Dass Nymphe nicht das richtige Wort gewesen sein konnte, war mir nach
einigen Recherchen schnell klar, durch einen Zufall stieß ich dann ein paar
Tage später auf das richtige. Ich weiß nicht mal mehr wie ich im Internet
auf die Seite kam, vielleicht über Modeschmuck oder Schmetterlinge, was
weiß ich, jedenfalls hatte ich sie plötzlich auf dem Bildschirm:
Die Sylphen.
Wie ich von etwas träumen und es mit so einer Intensität erleben konnte,
was für mich bis dahin überhaupt nicht existent war, und dessen Existenz
ich mir bis heute nicht vorstellen kann, wird mir immer unerklärlich sein.
Das Erlebnis aber werde ich nie vergessen.
(Vor etwa zwei Jahren geträumt)
Renate Massari