wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Geld ist Luxus

29.03.2014, 22:51 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Geld ist Luxus

Ich liege im Bett und habe wenig Lust, mich zu rühren. Eine tiefe Ruhe kommt über mich, ich muss lächeln. Aber warum, weiß ich nicht. Was hat diese kleine Fliege in meinem Zimmer zu suchen? Ich greife langsam nach einem Schuh. Sie sitzt jetzt auf der Glühbirne. Ohne zu überlegen, schlage ich zu und zerschmetterte mit lautem Knall die Glühbirne und die Flüge. Licht habe ich jetzt auch nicht mehr. Ich muss jetzt unbedingt Geld für eine Glühbirne auftreiben. Es heißt, um jeden Preis muss ich Geld aufspüren. Ich gehe auf die Straße und betrachte aufmerksam das Pflaster, angenommen finde ich Geld. Anstatt mich um reale Sachen zu kümmern, träume dahin und warte auf das Wunder. Geld werde ich haben, das ist sicher, ich weiß nur noch nicht, wie viel es sein wird? Nach zwei Stunden Herumstreiten gehe ich müde ins mein Zimmer zurück. Mein Leben lang bin ich nicht so viel herumgelaufen wie in letzten Tagen. Ich fliehe vor dem Tod. Mein Zimmer sieht schon jetzt wie eine Gruft aus. Ich gehe in den Stadtpark, um alles zu vergessen. Im Park begegnete ich einem Freund, der kann ich leider nicht erkennen, aber ich sage nichts. Der fragte mich, wie mir geht? "Danke gut." Er spricht von dem schönen Wetter, dann reichte mir die Hand und geht weiter. Jetzt hat er sich umgedreht, er bleibt stehen und kommt zurück. "Sag mal, bin ich dir nicht etwas schuldig?" fragte mich. "Ja, dreihundert Euro" Er ist betroffen. Ich hätte hundert sagen sollen, dann würde er mir jetzt etwas geben können. Aber nein, er holt seine Brieftasche heraus und gibt mir das Geld. "Entschuldige, ich bin wenig vergesslich. Auf Wiedersehen!" Der Mann hat mir diese dreihundert Euro wie ein Almosen gegeben. Hierauf beginne ich zu leben. Mit Taxi fahre ich zum Luxusrestaurant. Das Essen ist überraschend gut. Man bringt mir die Rechnung unter einer Serviette versteckt, wie eine Familienschande. Zweihundert Euro, das Trinkgeld frisst weitere 50 Euro. Es bleibt mir 50 Euro... der Teufel soll euch holen! Ich verlasse das Lokal, das Taxi steht vor dem Restaurant und wartet auf mich. Wäre ich noch lange drinnen geblieben, hätte ich das Taxi nicht mehr bezahlen können. Dann gehe ich zu Fuß, und die frische Luft tut mir gut. Aber ich bin hungrig. Fünfzehn Euro habe ich noch, soll ich im Imbiss noch was Essen? Es gibt keine Logik und keinen wohltätigen Übergang bei dem, was mit mir geschah. Ich kann nichts dafür, aber ich habe einen wahnsinnigen Hunger. In einer Bar, trinke ich Kaffee und esse zwei Berliner. Nächste mal, wenn ich wieder Geld habe... das Schlimmste ist, es gibt zwei Menschen in mir. Einen gemeinen und einen vernünftigen. Sobald kein Geld da ist, erwacht der Vernünftige. Jetzt ist der letzte Moment gekommen. Das letzte Geld muss gerettet werden. Der Teufel soll die dreihundert Euro holen. Ich bin dem Idioten gar nicht begegnet. Ich habe ihm das Geld überhaupt nicht geliehen. Ich muss das Leben genau dort fortsetzen, wo ich am Vormittag unterbrochen habe. Inzwischen habe ich Erfahrung gesammelt. Die reichen Leute darf man nicht beneiden. Sie sind verpflichtet, solche Mahlzeiten zu nehmen.
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Christine von Holtei-Cyrkiel).

Mehr zum Thema

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren