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So fängt es immer an …. buon giorno

So fängt es immer an …. buon giorno

31.03.2014, 15:55 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Nacht wich schön langsam dem aufkommenden Tag, durch einen Vorhangspalt kroch vorsichtig das Dämmerlicht des neuen Tages herein. Die Beiden waren abends in ihr kuscheliges Bettchen gestiegen und hatten sich, genauso verliebt wie am ersten Tag, geküsst und gestreichelt bis Morpheus sie in seine Arme nahm. Was sonst noch geschah, darüber legte die tiefe Nacht warmherzig ihren schwarzen Mantel. Außerdem wären etwaige Geschichten, in denen eventuell Genuss, Lust und Sinnlichkeit ihre Rolle spielen, als jugendgefährdend der Zensur zum Opfer gefallen. Wie meistens, öffnete er als erster die Augen, blickte in ihr im Schlaf glücklich lächelndes Gesicht, schnupperte in die Luft des aufblühenden Tages und hörte keine beunruhigenden Geräusche wie etwa das Prasseln des Regens. Obwohl dieser sehr wohl gebraucht würde, hatte er sein Kommen auf später verschoben.
Dem Mann befahl seine bereits alternde Prostata, die Blase zu entleeren, was ihn zwang aufzustehen. Und dann ließ er noch den schwarzen Kater, der das Nachtlager mit ihnen geteilt hatte ins Freie, damit dieser seinen allmorgendlichen Inspektionsgang durchführen konnte. Nachdem dies alles also geschehen war, schlüpfte er noch einmal unter die Bettdecke um seine Liebste ganz zärtlich wach zu küssen und zu streicheln, bis sie sich wohlig rekelte und fast genauso wie der Kater schnurrte.
Aber dann überließ er sie ihren Träumereien und stand auf um das Frühstück zu bereiten. Wer das machte war an keine bestimmte Regel gebunden und wurde von beiden, abwechselnd oder gemeinsam, je nach Gusto gemacht. Für ihn, er war Wiener, war es ein festes Ritual geworden, als erstes „Radio Wien“ am Laptop zu aktivieren. Seine Frau mochte es, hatte sie ja inzwischen selbst Wien kennen gelernt und sie wusste, er fühlt sich in ihrer Stadt inzwischen genauso wohl.
Gleich am Anfang ihrer Bekanntschaft hatte sie ihn gesagt, dass sie Wert auf ein gemeinsames Essen legt, weil es eine Beziehung erst so richtig aufbaut und zusammen kittet. Er hatte ja viele Jahre allein gelebt und gegessen wann er halt Hunger hatte, so nebenbei. Aber er verstand das gleich, da ihm ja bekannt war, dass z.B. bei einigen Völkern es der Brauch ist, zur Begrüßung Brot und Salz zu reichen und gemeinsam zu verzehren, als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit. Es zeigte ihm auch, dass sie es mit ihrer Beziehung ernst meinte, und so bekam das gemeinsame Essen und insbesondere das Frühstück, als Wegzehrung für den neuen Tag, einen ganz besonderen Stellenwert.
Jetzt stand bereits der herrlich duftende Kaffee, schwarz wie die Nacht, heiß wie die Hölle und süß wie die Liebe am Tisch um beider Lebensgeister vollauf zu motivieren. Dazu gab es wohlschmeckendes frisches Brot und prachtvolle Wurst, schönen gereiften Käse und exquisite Marmeladen und ein frisch gekochtes Ei.
Die beiden versuchten beinahe täglich einander mit Köstlichkeiten zu überbieten. Ob das Ei nun zu hart oder zu weich oder gerade richtig war, blieb dabei eher dem Zufall überlassen, lieferte aber nicht den geringsten Anlass zu Unmut oder gar Streit. Irgendwie funktionierte das mit der richtigen Wassermenge für den Eierkocher nicht. Oder wie man so schön in Österreich sagt: „ de Technik is a Hund“ oder „ geh haus glei weg aufn Misthaufn“.
Nun, jetzt saßen sie nebeneinander bei Tisch, genossen all die Köstlichkeiten, schoben sich die besten Happen gegenseitig zu, horchten was das Radio Neues zu verkünden hatte. Sie lachten nochmals über ein besonders lustiges Erlebnis des gestrigen Tages und versuchten eine Lösung für einen am Auto aufgetretenen Fehler zu finden, wobei ihrer beiden Hände immer wieder zu einander fanden und sich zärtlich berührten. Auch für den heutigen Tag wurde ein Plan entworfen, was am Besten und Dringendsten zu tun sei.
Als sie nun gerade ihr Frühstück beendet hatten und zusammenräumen wollten, klingelte das Telefon, nun ja man wollte auch an der Öffentlichkeit teilhaben und es war nicht gerade eine unchristliche Zeit. Das Gespräch war für die Frau bestimmt und sie musst umgehend weg, während der Mann hier bleiben, zusammenräumen und den Abwasch machen wollte und sie verabschiedeten sich von einander mit einem tiefen, innigen Kuss und vereinbarten sich später in der Stadt zu treffen.

3 Kommentare

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so lässt es sich gut wach werden.
  • 10.04.2014, 20:42 Uhr
Na was denn, Brigitta Du hast doch nicht etwa bis jetztn geschlafen ?????
  • 11.04.2014, 19:14 Uhr
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Schön Grauer Wolf
  • 31.03.2014, 16:45 Uhr
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