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Rache ist süß – wo beginnt die Kränkung und wie geht man damit um?

Rache ist süß – wo beginnt die Kränkung und wie geht man damit um?

Christine Kammerer
10.04.2014, 10:00 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Wirklich geschützt vor dem giftigen Stachel der anderen ist im Grunde keiner von uns. So manche Kränkung können wir mit einiger Lebenserfahrung an uns abperlen lassen, doch manchmal trifft uns eine Verletzung in unseren tiefsten Gefühlen. Selbst dann wenn sie vielleicht nur als humorige Randbemerkung daher kommt. Wo beginnt also die Kränkung? Was geht uns wirklich unter die Haut? Sind wir mitunter allzu empfindlich und welche Reaktionen sind berechtigt und angebracht?

Niemand steht gerne im Rampenlicht der Kritik, vor allem dann, wenn diese noch nicht einmal gerechtfertigt ist. Demütigungen und herabsetzendes Verhalten gehen uns ans Gemüt, besonders wenn sie mit einer öffentlichen Bloßstellung verbunden sind. Gegen verbale Verletzungen können wir uns immerhin wehren, doch daneben gibt es noch viel subtilere Formen der Kränkung, die uns mitunter hilflos und wütend machen: wenn wir einfach übersehen oder gar mit abschätzigen Blicken bedacht werden.

Kränkung macht krank
Kränkungen wirken wie schleichendes Gift. Sie nagen an unserer Seele. Sie lassen längst vergessene Verletzungen wach werden, die oft Jahrzehnte zurück liegen, und können das Selbstwertgefühl erheblich ins Wanken bringen. Wir fühlen uns verletzt und hegen finsteren Groll gegenüber demjenigen, der auf unseren Gefühlen herumtrampelt. Wir spüren die Kränkung sogar körperlich: sie raubt uns den Atem, versetzt uns Stiche in der Herzgegend, sie verursacht einen dicken Kloß im Hals und macht uns sprachlos. Kränkungen können tatsächlich krank machen. Besonders wenn wir sie wieder und wieder herunterschlucken. So lange, bis sie uns schließlich auf den Magen schlagen.

Auge um Auge, Zahn um Zahn...
Aber wie geht man mit Kränkungen um? Das Schmollen in der Opferrolle ist wohl die schlechteste aller Lösungen. Auch die biblische Taktik, die andere Wange hinzuhalten, ist bei den meisten Menschen nicht sehr beliebt. Zeigt man dem Gegenüber also besser die kalte Schulter? Oder bläst man wacker zum Gegenangriff? Indem man Gleiches mit Gleichem vergilt und es dem anderen ordentlich heimzahlt. Ja, manchmal ist Rache wirklich süß - vor allem in Gedanken. Es gibt vermutlich kaum jemanden, der nicht wenigstens einmal im Leben den dringenden Wunsch hatte, mit dem Schlüssel eine lange Schramme über den Lack des nagelneuen Mercedes eines lieben Feindes zu ziehen. Die Rache im Geiste ist ein Ventil für die Wut, doch wir schneiden uns dabei schon wieder ins eigene Fleisch.

Denn ganz oft sind wir es letztlich selbst, die sich kränken. Weil wir zulassen, dass das Verhalten anderer Menschen an unserem Selbstwertgefühl kratzt. Wir stellen uns selbst in Frage und je mehr wir das tun, desto empfänglicher und empfindlicher sind wir auch für echte oder vermeintliche Kränkungen anderer.

...oder besser verzeihen und vergessen?
Nicht selten sind wir an einigen Punkten aus unserer persönlichen Geschichte heraus tatsächlich ein bisschen überempfindlich und nehmen die Dinge allzu persönlich. Deswegen bewährt es sich fast immer, noch einmal nachzuhaken, wie die missverständliche Bemerkung gemeint war. Unsere Stimmung kann denn Ausschlag geben, aber eben auch die Launen des anderen. Deswegen sollten wir ihm einfach ehrlich mitteilen, welche Gefühle er bei uns ausgelöst hat. Oft ist sich der Urheber gar nicht über die Wirkung seines Verhaltens bewusst.

Und natürlich gibt es immer auch Menschen, die es tatsächlich nicht gut mit uns meinen. Doch besonders dann sollten wir uns bewusst machen, dass diese nicht wirklich an unserem Lack kratzen können – und vergeben. Denn das Verzeihen ist letztlich die gesündeste - wenn auch sicher die schwierigste - Art, mit einer Kränkung umzugehen.

24 Kommentare

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Ich war noch nie ein Streithammel,wenn einer mit mir Streiten will,lasse ich ihn
stehen,wie einen Stinker. Über ein Thema,Objekt,oder Problem kann man Reden,und eine Lösung finden oder auch keine.Mit Streiten kann man sich
höchstens Verfeinden.
Ich bin doch kein Politiker!!!!
  • 10.04.2014, 15:54 Uhr
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Wenn ich gekränkt werde ,so muß ich erst mal weg gehen ,mir wird übel und ich kann keinen klaren Gedanken fassen .Meißt sage ich nichts und gehe nach Hause leg mich ins Bett und heule. Rachegedanken habe ich nie ,weil ich immer denke derjenige weiß es nicht anders und ich kann es jetzt nicht bereinigen oder ich sage ,warte doch erst mal ab und vertraue mir .Hilft das alles nicht ,so laß ich die Zeit für mich arbeiten und meißt kommt man auf mich zu und endschuldigt sich. In der Zwischenzeit allerdings bleibe ich lieber allein und versuche mich abzulenken .
  • 10.04.2014, 00:09 Uhr
Christine Kammerer
Derjenige weiß es doch oft nur so lange nicht anders, bis man es ihm sagt... Meine Erfahrung ist, dass sich die Dinge meistens schneller klären, wenn man sie direkt anspricht oder zumindest so kontert, dass der andere weiß, er hat bei mir etwas berührt und sollte sich vielleicht - wenn er mich mag - auch mal ein paar Gedanken dazu machen.
  • 10.04.2014, 08:13 Uhr
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Kenne ich kaum, wenn es doch einmal passiert ist, war es unachtsam und ich spreche es direkt an.
  • 09.04.2014, 21:56 Uhr
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Werde ich gekränkt, bekomme ich Atemnot und mein Herz schlägt bis zum Hals. Insbesondere bei mir nahestehenden Menschen. Erst nach einer ganzen Weile bin ich in der Lage , nachzudenken, das Gesagte zu reflektieren und einzuordnen. Ich suche oft in erster Linie die Schuld bei mir selbst und überprüfe mein verhalten.
Wenn ich zu dem Schluß komme, dass ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen und mich der/die anderen kränken wollten..( wissentlich oder unbeabsichtigt), dann denke ich über eine angemessene Reaktion nach.
Und die folgt dann auch......
  • 09.04.2014, 21:48 Uhr
manchmal, wie es mir ergangen ist, kann man nicht mehr nachdenken, weil der Körper schon reagiert. Bin aber seither gelassener geworden
  • 10.04.2014, 14:28 Uhr
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Kränkung durch meine jüngere Kollegin hat mich unterschwellig so erregt, dass mein Herz Puls auf 200 stieg und dabei meine Herzklappe versagt hat. Nach 6 Monaten kehrte ich zurück und konnte meine Arbeit wieder aufnehmen .Ich musste keine Rache nehmen, denn ich denke die " Lebenswaage" wird es schon richten,
  • 09.04.2014, 21:47 Uhr
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Das ist eine gute Frage, gekränkt, wenn, bin ich nur kurz, bügle alles nach Möglichkeit gleich wieder aus, auch das gegenüber mich versteht, bin für Offen, und nicht hinterrücks, Zwilling hat 2 Seiten, die Harmonie überwiegt!
  • 09.04.2014, 21:47 Uhr
ich bin auch zwilling,die schaffen das auch unangenehmes irgendwie wieder
auf die Reihe zu kriegen.
  • 09.04.2014, 22:01 Uhr
  • 09.04.2014, 22:08 Uhr
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Mit Selbstmitleid! Ich bin für mich ein schlechter Verteidiger. Wird Jemand aus meinem Freudes, - Familien, - oder Bekanntenkreiskreis gekränkt, erwacht mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und ich mutiere zum Fürsprecher!
  • 09.04.2014, 21:46 Uhr
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Auf Kränkungen reagiere ich nicht mit Hass,das bringt doch garnichts,
ich überlege die Situation,wenn es um Menschen geht,die mir nahe stehen,
spreche ich das belastende Thema an.oft löst es sich dann auf und alles ist OK.
bei mir nicht nicht so nahe stehenden bin ich eher auf Ignorieren geschaltet....
  • 09.04.2014, 21:45 Uhr
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Ich bin Skorpion, das sagt alles ....
  • 09.04.2014, 21:39 Uhr
....... Aber erst dann Claudia, wenn der andere gar nicht mehr dran denkt ....
  • 10.04.2014, 14:28 Uhr
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...ich rede vom heutigen Status... kränken kann mich grundsätzlich jeder Mensch, nämlich dann, wenn er etwas in mir anstupst, was noch vorhanden ist...

Das schaffen naturgemäß meistens nur die Menschen, die mir auch nahe stehen...

Und wenn ich mich betroffen fühle, dann weiß ich, das ES mich auch betrifft. und dann habe ich die Möglichkeit sauer zu sein, oder ich entscheide mich dafür, mal genau bei mir hinzuschauen, wo es mich jetzt gezwickt hat...

und meistens finde ich etwas, was ich noch in Ordnung bringen sollte...

Und somit ist der Mensch, von dem ich mich zunächst gekränkt fühlte, eigentlich ein Engel für mich, denn der hat mich aufmerksam auf eine Baustelle in mir gemacht... so sehe ich das heute...
  • 09.04.2014, 21:09 Uhr
Christine Kammerer
Gefällt mir sehr gut, die Einstellung - ich denke auch, dass es auf jeden Fall interessant ist, dahin zu gucken, wo etwas berührt wurde. Warum das so ist, ob es berechtigt ist und wie man sich dazu verhält oder zu dem, der einen angepiekst hat. So kann man selbst an denen wachsen, die einen im Leben schubsen...
  • 10.04.2014, 08:03 Uhr
  • 10.04.2014, 12:59 Uhr
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