wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Mein Wort zum Sonntag: Erste Liebe

Mein Wort zum Sonntag: Erste Liebe

News Team
06.04.2014, 08:16 Uhr
Beitrag von News Team

Das Thema wurde auf dieser Webseite schon abgehandelt, doch ist es immer wieder schön, darüber nachzudenken: Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Liebe? War das ein einmaliges Ereignis, das nie wieder erreicht wurde, oder ein Desaster, das hoffentlich nie wieder eintritt?
Meine erste Liebe habe ich zwar schon einmal auf diesen Seiten beschrieben (siehe
https://www.seniorbook.de/themen/kat...rosse-liebe
aber die war nicht real und hat mich ohnedies nie erhört. Und so wie Loriot ging es mir auch nicht, der seine erste Liebe (ausschnittsweise) so beschreibt:

Loriots erste Liebe

Zu Beginn des dritten Grundschuljahres erschien mir im Traum ein Huhn, weiß, mittelgroß und von ungewöhnlich sanfter Wesensart. Eigentlich ging es nur schweigend auf und ab oder saß versonnen neben mir, aber ich fühlte, ein Weiterleben ohne Huhn würde sinnentleert und freudlos sein. Mit Anbruch des Tages verließ mich meine erste große Liebe, um düsterer Verzweiflung Raum zu geben. Nutzlos blieb jahrelange Hühnersuche. Es zeigte sich, dass keines der vielen gebildeten, formschönen Hühner mit dem verlorenen zu vergleichen war.

Vor einiger Zeit fiel mir ein Tagebuch aus meiner Pubertät in die Hände, alles in Stenografie, was meine Mutter aber trotzdem lesen konnte, im Gegensatz zu mir nach mehr als 40 Jahren. Irgendwie gelang es mir dann doch, einiges davon mühsam zu entziffern. Und dabei kam auch meine erste Liebe zum Vorschein, die mich damals völlig unvorbereitet traf, die ich mit ebenso romantisch-gefühlsseligen wie pubertär-kitschigen Worten beschrieb, und die durch eigene Dummheit und Unerfahrenheit endete.

Entführung in ein Märchenland

Es hat mich im Nachhinein überrascht, was mich als erstes an ihr faszinierte: Ihre Fähigkeit, meine Fantasie anzuregen und mich in ein Märchenland zu entführen:
Sie fasste meine Fantasie und führte mich behutsam im Zauberteppich ihrer Worte zu jenen fernen Welten, die so nah, die Bilder aus den Träumen von der Wirklichkeit, die weite, schöne, einsam-lebendige Welt jenseits der großen Stadt, weit weg vom Rand, wo die Wege enden und das Leben beginnt ...
Aber wie man mit Frauen umgeht, wusste ich nicht, und die Selbsterkenntnis half wenig:
Ich war klein und unterlegen und voller Hemmungen und voller Furcht vor dem Augenblick der Wahrheit: Ich hatte meine alte Rolle verloren und keine neue gefunden. Ich war ein Hummer, der sich gerade gehäutet hat, eine Schlange ohne Schutz, blind, tastend, die dennoch nicht wagt, ihr Versteck zu verlassen, bis die neue Schale gefestigt ist und sie wieder schützt vor der Härte der Wirklichkeit.

Die Frau, das unbekannte Wesen

Und weil ich die Zeichen nicht zu deuten wusste - darf ich, will sie, warten oder zupacken? - kam ich zu der schönen, aber nutzlosen Erkenntnis:
Dein Leben reicht so weit wie deine Träume ... und ich hatte zu wenig geträumt.
Die schönsten Stunden waren diejenigen ohne Gedanken an das, was sein könnte oder sollte oder nicht ist:
Wir waren Kinder. Wir waren glücklich. Wir waren so nahe wie Alice und das Reh im Wald des Vergessens, und wir dachten ebensowenig an Vergangenheit oder Zukunft wie sie. Wir wussten zwar, wer wir waren, doch es war nicht so wichtig. Wir waren in unserer kleinen Welt, und es gab keine Ziele und keine Zweifel, kein Hoffen und kein Bangen, keine Erwartung und keine Enttäuschung. Nur die glückliche Geborgenheit zweier Kinder, die eng umschlungen auf die Weite des Meeres hinaus treiben und sich an der Sonne freuen und nicht an morgen denken. Und über die Dummheit der Menschen lachen. Und über sich selber ...

Geistlicher Trost

Irgendwann war's dann zu Ende, und auch die Worte eines katholischen Geistlichen, der mich gut kannte, brachten wenig Trost:
Du siehst eine große lange Straße. Viele Menschen gehen auf ihr, und manche kennst du auch. Die Straße verzweigt sich immer. Manche gehen fort, neue kommen. Du gehst mit jemand ein Stück des Weges gemeinsam, und dann ist er fort, und du merkst es gar nicht. Du gehst mit jemand anderen, plauderst mit ihm, und so geht es hin, dein Leben lang, und am Ende blickst du zurück und siehst die Leere und Verlassenheit, und du siehst mit der Klarheit des großen Lichts: Du warst immer einsam. Auch wenn du glaubst, jemand begleitet dich: den langen Weg gehst du allein. Und doch gibt es eine andere Möglichkeit. Wenn man gemeinsam aufbricht, dann geht man zu zweit - gemeinsam zu neuen Ufern, zu neuen Zielen, zu einem neuen Leben.

Fazit: Die erste Liebe war extrem romantisch, aber ich möchte sowas nicht mehr erleben. Im Vergleich dazu ist die letzte Liebe nicht ganz so romantisch, aber viel erfüllender ...

23 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
An meine erste große Mädchenliebe denke ich gerne zurück. Sie war aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ich war 15 er 24 und für ein halbes Jahr zu einem Austauschprogramm zwischen Ludwigsburg und Paris in Deutschland. Er sprach nur ein paar Worte Deutsch und ich außer den üblichen Worten kein Französisch. Ich habe viel geweint, als er wieder nach Paris zurück ist. Er wusste auch nicht, dass es mir so ernst war. 1969 nahm man das nicht mehr so genau.

Drei Monate später habe ich dann meinen Mann kennengelernt, er war von seiner Freundin verlassen worden. Und wir sind jetzt seit 44 Jahren zusammen und er wurde dann meine ganz große Liebe des Lebens.

Vor über einem Jahr habe ich dann meine Mädchenliebe in Facebook wieder gefunden. Wir schreiben uns ab und an und erzählen uns, wie unser Leben verlaufen ist.

Heute gibt es ja diese Translater, aber großartige Gespräche kommen da auch nicht zustande.

Und so wie es war ist es gut. Diese Zeit möchte ich auch nicht missen.
  • 07.04.2014, 04:02 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Meine erste große Liebe dauerte 3 1/2 Jahre und endete mit einer Katastrophe für mich. Zu allem Überfluss gab es dann noch nach 3 J. eine 4 jährige Neuauflage. Noch traumatischer das Ende ...
Aber im Nachhinein bin ich dankbar, dass wir die Zeit hatten und uns nahmen, uns langsam und behutsam in die Liebe hinein zu tasten mit allem Drum und Dran, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Davon zehre ich noch heute und durfte wieder eine neue große Liebe erleben...
Manchmal treffen wir uns noch und freuen uns über die gemeinsam erlebte Zeit.
  • 06.04.2014, 12:58 Uhr
Jede/r mag mit seinen oder ihren Erfahrungen umgehen, wie er/sie es für nötig hält. Es ist kindisch, die eigenen Vorstellungen zur Norm für andere Erwachsene zu machen, oder zeugt von mangelnder Toleranz anderen Menschen gegenüber.
Gleichwohl wünsche ich einen friedlichen Abend !
  • 06.04.2014, 19:08 Uhr
  • 07.04.2014, 15:04 Uhr
Ich habe kein Problem, mit Dir öffentlich bei SB Frieden zu schließen.
Also lassen wir das Geplänkel, denn ich bin ein friedfertiger Mensch.
Meinungsverschiedenheiten müssen nicht in Streit ausarten.
Falls ich mich geirrt haben sollte: Pardon!
Charme und gute Erziehung bedeuten nicht, dass Mann harmoniesüchtig jeder Meinungsverschiedenheit aus dem Wege geht! Aber Dich zu kränken lag nicht in meiner Absicht, falls geschehen, dann erneut: Pardon.
  • 08.04.2014, 09:41 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
die erste liebe war eigentlich nicht meine , sondern ich seine ! ich war eigentlich nur wahnsinnig geschmeichelt , das ein so schöner mensch hinter mir her war ! trotzdem war es eine richtig gute zeit , eine von den wenigen in denen man glaubt , man wäre gewinner ! zudem hat sie mir die erkenntnis beschert : schön ist nicht gleich selbstbewusst !
  • 06.04.2014, 10:50 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
die erste Liebe---ein Himmel voller Geigen und dann wieder zu Tode betrübt. Nichts war wichtiger als ER und nichts ist schlimmer für eine 17 Jährige als das Ende der ersten großen Liebe....nun ja die Prioritäten des Lebens ändern sich.....dennoch denke ich gerne zurück
  • 06.04.2014, 10:50 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich erinner mich lieber an meine letzte.
  • 06.04.2014, 10:24 Uhr
ich auch
  • 06.04.2014, 11:11 Uhr
  • 06.04.2014, 11:19 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Meine erste große liebe habe ich geheiratet und das ist nun 43 jahre her
  • 06.04.2014, 10:19 Uhr
Meinen Glückwunsch! Finde ich wunderschön und wünsche Ihnen beiden noch ganz viele glückliche Jahre zusammen-leider schaffen das die wenigsten Paare. Umso mehr für sie beide noch einen langen Lebensabend gemeinsam in Gesundheit
  • 06.04.2014, 10:45 Uhr
Vielen dank für die glückwünsche wir wollen auch die noch verbleibende zeit zuammen bleiben man muß zusammenhalten
um das gemeinsam geschaffene erhalten l
liebe grüße und noch einen schönen sonntag jörg
  • 06.04.2014, 12:47 Uhr
Danke wird schon werden gruß jörg
  • 06.04.2014, 17:39 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Mit 14 Jahren habe ich mich unsterblich in eine Eva aus paralellen Mädchenklasse verliebt.Vor lauter Liebe war ich zu feige,das ich sie in den Schulpausen angesprochen hätte.Ich habe die nach Jahren wieder getroffen,
sie war gut Verheiratet.Ich habe so bei mir Gedachtie hat Glück gehabt,sie
hätte auch mich erwischen können.
  • 06.04.2014, 10:15 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Donnerwetter ! So ein Beitrag ! Und von einem Mann !
Respekt, Peter!
Jetzt muss ich aber erst mal in Ruhe nachdenken ...
  • 06.04.2014, 10:13 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
An den Wunsch, dass sie ewig halten möge. Ist eingetreten !!!
  • 06.04.2014, 09:42 Uhr
Wenn ich an die erste große, reale Liebe denke, dachte ich das auch mal.
43 lange Jahre.
Aber wie heißt es so schön:
Irren ist männlich
  • 06.04.2014, 09:49 Uhr
das tut mir leid Werner. Schade nach so vielen Jahren
  • 06.04.2014, 09:59 Uhr
Mit jedem Tag sind wir
ein Stückchen mehr entfernt
von jenem Traum,
der einst die Nacht besternt.
als wir noch jung und heiter waren..
Was tut man mit den Träumen
in seinen spätren Jahren?
Man wahrt sie tief im Herzen
und streift sie dann und wann
und hält mit leisem Lächeln
manchmal die Uhren an.

Und dann traf ich meine erste Liebe noch einmal und wir heirateten ganz spät - endlich. Welch ein Glück!
  • 06.04.2014, 10:11 Uhr
Da freue ich mich für Dich Ursula, das gäbe einen schönen Film
  • 06.04.2014, 11:07 Uhr
Danke. Ganz bestimmt, es wäre ein interessanter Film. Leider währte das Glück nicht sehr lange. Der Tod kam unangemeldet, aber dem Alter entsprechend. Es war so traurig, aber wir hatten uns. Wem ist solches schon vergönnt!
  • 06.04.2014, 11:42 Uhr
und die Erinnerungen bleiben solange wir leben.
  • 06.04.2014, 11:48 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren