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Stationen eines Lebens Teil 1

02.04.2014, 21:34 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

So nach dem Erlebnis aufgeschrieben und nie mehr verändert nicht einmal die Rechtschreibfehler

Wenn man all das was wir erlebt haben verfilmen würde, würde manch Kritiker sagen:
Wer hat sich das ausgedacht, so was kann´s nicht geben und doch:

Im März trenne ich mich nach fast 25 jähriger Ehe von meinem Mann. Ende Mai lerne ich meinen jetzigen Lebensgefährten kennen: Werner. Er hatte vor 10 Jahren seine Verlobte durch Brustkrebs verloren und am 26.September, wenige Wochen nach unserem Kennen lernen saß ich vor ihm um ihm zu sagen, das ich Darmkrebs habe und in 3 Tagen im Krankenhaus sein muss zur Operation.
Wir haben den Krebs überlebt.

11.12.2005 Eigentlich sollten wir am Strand von Khao Lak liegen, aber wir sitzen bei Wetten dass... Vor einigen Wochen haben wir uns für Karten beworben. Keiner von uns glaubte, dass wir tatsächlich Karten bekommen würden also haben unseren Flug nach Pukhet für den 8.12 gebucht - 5 Wochen Sonne Strand, Erholung. Dann der Brief in der Post: Karten für Wetten dass: kurzentschlossen buchen wir unsere Urlaubsflüge auf den 12.12. um, sitzen heute im Messezentrum Nürnberg und applaudieren begeistert Thomas Gottschalk und seinen Gästen.

12.12.2005 Endlich am Strand von Khao Lak, Sonne, herrlicher Strand und ruhiges Meer mit klarem Wasser soweit ich schauen kann, alles an Schönheit und Stille, was ich mir je von einem Strandurlaub erträumt habe, weit weg vom engen und lauten Tourismus, das Ghana Garden und Bin Ressort – eine kleine gepflegte Anlage, 25 Bungalows, 1 Restaurant mit Rezeption und- liebenswerte Menschen die immer freundlich bemüht sind, unsere Wünsche zu erfüllen.

22.12.2005 Wir liegen am Strand in unseren bequemen Liegen. Warst Du das? fragen wir uns gegenseitig wie auf Kommando? Nein – wir blicken nach oben in den Kiefernähnlichen Baum ob dort vielleicht ein Vogel oder ein anderes Tier sitzt und kleine Muscheln auf uns fallen lässt. Plums- die nächste Muschel – ich dreh mich um und hinter uns steht lachend Harald, weitere kleine Muscheln wurfbereit in der Hand. Es ist der Lebensgefährte von Gerlinde einer guten Freundin aus Nürnberg. Sie hat Werners Geschäft gekauft, als er sich vor 5 Jahren zur Ruhe gesetzt hat. Sie war über 2o Jahre seine Angestellte. Mit ihrem Sohn Andy, er ist gehörlos, und Harald sind sie im.......... nur wenige 100m vom Ghana Garden & Bin Ressort entfernt, in dem Werner und ich für die nächsten 5 Wochen Urlaub genießen werden. Wir verabreden uns für den nächsten Tag zum Abendessen und am 26.12. wollen die beiden Männer zusammen mit einem Motorrad die Gegend anschauen und wir beiden Frauen werden faul am Strand bleiben.

24.12.2005 Weihnachtsfeier im Ghan Garden. Die Tische sind festlich dekoriert und auf der weihnachtlich geschmückten Bühne tanzt eine Gruppe nach thailändischen Klängen. Mit Claudia und Andreas, Herbert und Angelika , unser Bungalow Nachbarn im Ghan Garden , und einem weiteren deutschen Ehepaar das in China lebt stoßen wir auf das Weihnachtsfest an.
Das kleine schwedische Mädchen, dass täglich von mir am Strand einen Bonbon bekommt, winkt mir lachend zu. Stolz sitzt sie mit ihren Eltern zwischen den Erwachsenen.

25.12. weißt du sage ich zu Werner, der am Strand im Liegestuhl neben mir liegt, ich mag mein Buch hier nicht mehr zu Ende lesen (Der Schwarm) mir graut vor dem Meer, ich glaube ich lese es zu Hause weiter. Ja – mach das und schon ist er wieder eingeduselt.

26.12. 9-30 Uhr wir sitzen beim Frühstück, es ist herrlicher Sonnenschein und Werner bittet mich unsere Bekannten anzurufen, die in der Nähe von Phuket Urlaub machen. An der Rezeption versuche ich zu telefonieren, aber es kommt keine Verbindung zu Stande: all lines are disconected . Na ja denke ich kann in so einem Land schon mal passieren....... und wir gehen zum Strand und legen uns auf unsere Liegestühle.

9.45 Uhr Schau mal sagt Werner heute ist die Ebbe aber weit draußen. Verwundert beobachten wir wie das Wasser sich immer weiter zurückzieht.
Wir sehen auf und gehen 3 Schritte bis zu dem kleinen Abhang (ca 1,00m Höhenunterschied)der direkt hinunter führt zum Meer und blicken, wie all die anderen verwundert auf das sich immer weiter zurückziehende Wasser. Die Felsen, sonst nur wenige cm aus dem Wasser schauend liegen frei vor uns, Sandbänke tauchen auf und weiter hinten sehen wir die Spitzen des Riffs.
Viele Menschen laufen am Strand weit in den Sand hinein, dort wo sonst Wasser ist. Von links(Richtung Phuket) sehen wir weit hinten im Meer eine kleine weiße Schaumkrone kommen. Sie kommt ganz langsam näher (wie wir heute wissen mit einer Geschwindigkeit von ca 500km).

Jetzt kommt auch von rechts eine kleine weiße Schaumwelle , dort wo die beiden Schiffe der Kriegsmarine liegen – ein Großes und ein Kleineres. Unsere Thailändische Masseuse am Strand hat uns erzählt, die liegen da, weil die Prinzessin von Thailand mit ihren beiden Kindern hier Urlaub macht.

Was für ein tolles Bild, sage ich zu Werner geh doch und hol den Fotoapparat, so etwas schönes sehen wir bestimmt nicht so schnell wieder. Nach anfänglichem Zögern macht er sich auf um die Kamera aus dem Bungalow zu holen, der nur wenige Schritte vom Strand weg ist.

Ich stehe mit Claudia am Strand und wir beobachten weiter das schöne Schauspiel der langsam herankommenden Schaumkronen. Irgendwie ist das aber komisch sagt Claudia, ja sage ich fast wie das was ich in meinem Buch gelesen habe. Hör bloß auf mit deinem dummen Buch sagt sie, Du machst uns alle ganz verrückt damit. Na ja denke ich, vielleicht hat sie ja recht – ich sehe, wie die beiden Schiffe plötzlich versuchen tieferes Wasser zu erreichen. Irgendwas stimmt da nicht sage ich zu Claudia, ich bin eine alte Bootsfahrerin, wenn die Boote versuchen tiefes Wasser zu erreichen kommt ein Sturm oder irgend etwas was die Boote besser im Meer überstehen. Das sieht aus wie in meinem Buch der Schwarm beschrieben , lauf sage ich da kommt eine große Welle - und schon klatscht sie auf unsere kleine Böschung. Warum ich noch versuche die Strandtasche von der Liege zu holen weiß ich nicht – aus den Augenwinkeln sehe ich Werner mit dem Fotoapparat – lauf rufe ich , lauf - ich laufe................

Ich renne die kleine Böschung zu den Bungalows hinauf, an den Bungalows vorbei, ich will versuchen die Strasse zu erreichen, wo ist Werner – bestimmt kann er schneller laufen als ich, ich bin kurz hinter den Bungalows, von rechts kommt das Wasser geschossen. Es geht mir bis zur halben Wade und schon schmeißt es mich um, aua mein Steiß, ich werde ein zwei Meter oder sind es weniger auf meinem Hinterteil wie auf einem Reibeisen mit hoher Geschwindigkeit vorwärts getrieben. Das Wasser wird immer höher, ich versuche oben zu bleiben und zu Schwimmen- ich habe keine Möglichkeit die Richtung zu bestimmen. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit werde ich in ein Gebüsch getrieben. Das Getöse um mich herum wird immer lauter. Bitte nicht denke ich- bitte nicht im Gebüsch hängen bleiben. Und schon hänge ich in den Zweigen, das Wasser über mir wird immer höher. Die Zweige wickeln sich um meinen Körper und halten mich fest. Ich kann meine Arme und Beine nicht mehr bewegen ich bin gefangen unter Wasser. War´s das denke ich, und sehe meine eigenen Luftblasen aufsteigen, nein das kanns nicht gewesen sein . das Wasser scheint auf einmal ruhiger zu sein und plötzlich merke ich wieder starke Bewegung unter Wasser, die Zweige lockern sich und ich strenge mich nochmals an und plötzlich bin ich frei. Ich werde unter Wasser herumgewirbelt und versuche verzweifelt nach oben zu kommen, ich habe keine Luft mehr bitte, bitte Luft und endlich bin ich oben. Verzweifelt ringe ich nach Luft wenige Atemzüge und schon geht’s wieder los wieder unter Wasser wieder hoch und - ab in die nächste Gebüschreihe, diesmal reißt mich das Wasser durch. Warum hängen in diesem Gebüsch Kokosnüsse? Ja, Kokos- Palmen, das waren meine „Büsche“ Palmen haben eben Kokosnüsse!
Irgendwas zieht mir meine Bikinihose aus. Ich werde weitergerissen und versuche verzweifelt mich irgendwo festzuhalten, ein Kind rast an mir vorbei- Junge oder Mädchen, lebt es noch? Ich kann es nicht erkennen , meine Brille ist weg, ich sehen einen Armstumpf aus dem Wasser ragen ... mein Gott!!! plötzlich wird die Strömung weniger und ich sehe links von mir einen Baumstumpf aus dem Wasser ragen, dahinter ein weiterer Baum. Da muss ich hin denke ich und ich habe Glück, plötzlich scheint das Wasser ganz still zu stehen. Ich schwimme, ich kann die Richtung jetzt bestimmen, auf den Baumstumpf zu. Plötzlich merke ich wie das Wasser anfängt mir entgegenzuströmen. Bitte nicht denke ich, bitte nicht das ganze wieder zurück – woher weiß ich dass mich das Wasser zurückreißen wird, wenn es mir nicht gelingt, dem Baumstumpf zu erreichen? Endlich ich bin da mit letzter Kraft klettere ich auf den Baumstumpf und halte mich an dem dahinterliegenden Baumstamm fest. Das Wasser fließt zurück, Aber ich bekomme nicht mehr die gesamte Gewalt mit, ich kann mich auf dem Baustumpf halten, mich hat es weit ins Land hineingespült, sodass ich vom Rückfluss des Wasser nicht mehr so sehr betroffen bin.

Plötzlich Stille um mich herum, das Tosen des Wasser hat aufgehört und das Wasser strömt nur noch langsam und der Wasserspiegel wird niedriger. Ich sehe dass der Baumstumpf auf einer kleine Böschung steht, deshalb habe ich vom zurückfließenden Wasser nicht mehr die ganze Gewalt abbekommen. Ich bin nackt, ich sehe alles ziemlich verschwommen, etwas brennt in meinem linken Auge und ich sehe noch schlechter als ohnehin schon ohne Brille, ich versuche mein Auge auszuwischen es klappt irgendwie nicht, meine Finger sind rot, Blut denke ich aber ich habe keine Schmerzen. Wo ist Werner – ich fange an zu rufen- ein kleines Stück Stoff kommt mir entgegengeschwommen. Das brauche ich denke ich, vielleicht kann ich es mir umwickeln ich erreiche es mit den Fingerspitzen – es ist meine Bikinihose – was für eine Welt.

Um mich herum Wasser und daraus hervorragenden Gebüsch, wie soll ich da drüber kommen. Mehrere Bretter schwimmen an mir vorbei. Es gelingt mir 2 davon auf meine kleine Böschung zu ziehen- im Moment weiß ich nicht wofür, aber ich weiß ich brauche diese beiden Bretter.
Die Stille nach dem Getöse des Wasser ist unheimlich . Es ist nichts zu hören – kein Vogel – keine Grille- kein Mensch
Werner rufe ich Werner wo bist du.....Links von mir ragen mehrere Bäume aus dem Wasser ich bin am Rande eines großen Sees der voll ist mit übereinander liegenden Brettern, Kühltaschen Möbelteilen, Matratzen, ich sehe einen Sessel aus der Rezeption, eine rosa Luftmatzratze, so eine hatte Angelika.................

Werner rufe ich, Werner und er antwortet, Tränen laufen mir übers Gesicht. Mein Gott denke ich er lebt, hat er soviel Wasser geschluckt... seine Stimme klingt so anders. Werner sage ich wie geht es dir, bist du verletzt und als er antwortet merke ich... es ist nicht `“mein“ Werner. Aber ein Mensch, ich bin nicht mehr allein ... jetzt kommen leise Rufe aus der Richtung der Bäume help , help, help
Werner frage ich, kannst du noch Menschen sehen, woher kommen die Rufe, ich kann nichts erkennen meine Brille ist weg. Werner sagt ich bin hier auf einem Baum ich höre die Rufe aber ich sehe niemanden, help, help, die Rufe werden immer schwächer , hören auf.

Ich versuche mich zu orientieren wo müssen wir hin um auf Menschen zu treffen. Das Wasser hat mich nach links gerissen also muss ich nach rechts da ist ein Weg. Ich kann nichts sehen, wie auch ohne Brille- ganz verschwommen meine ich hinter einigen Bäumen aus Hausdach zu sehen.
Mit einer auf dem Wasser schwimmenden Latte habe ich versucht die Wassertiefe zu messen . Die Latte sinkt tief in dem unter dem Wasser, den Büschen und dem Gerümpel liegenden Sand ein. Werner frage ich kannst Du hierher kommen zu mir, wir müssen weiter nach rechts und ich habe 2 Bretter die können wir immer hintereinander über die Büsche und das Gerümpel legen, so sinken wir nicht ein. Nein – lass uns warten bis jemand kommt und uns hier heraushilft ruft er , mein rechtes Bein ist schwer verletzt. Weißt du sage ich bis hier jemand kommt sind wir verschimmelt- raus müssen wir von selbst kommen.
Ok sagt er, ich muss aber erst meine Frau suchen sie muss hier irgendwo sei. Wie heißt sie frage ich, ich helfe Dir rufen. Und gemeinsam rufen wir: Brit, Brit, und wir bekommen Antwort. Antwort von der anderen Seite des Gerümpelsees. Ich bin hier ruft Brit, kannst Du zu uns kommen, bist Du verletzt?
Ich weiß nicht sagt sie, ich weiß nicht ob ich kommen kann ich bin verletzt. Brit, bist du schwer verletzt? Ich weiß nicht...... ich versuche mich zu halten! Ich kann nicht mehr......
Woran, warum, Brit..? Es kommt keine Antwort mehr. Eine weitere männliche Stimme meldet sich von der anderen „Seeseite“ ich bin hier aber ich kann nicht zu euch ich stecke im Gerümpel fest, ich kann mich nicht mehr über Wasser halten............!Brit meldet sich nicht mehr.............., die Stimme des Mannes meldet sich auch nicht mehr......

Werner fragt, wie soll ich zu dir kommen zwischen uns ist Wasser mit Büschen und Gerümpel darunter. Ich schiebe ihm eines der Bretter entgegen ich kann es kaum heben, es ist schwer ich kann mich schlecht bewegen, habe ich Schmerzen?


Werner ist bei mir. Woher hast Du die Bretter, wie bist Du auf die Idee gekommen? Keine Ahnung ich hab nur gewusst ich brauche sie....
Wir schieben gemeinsam die Bretter immer eines vor das andere über die Büsche und das Gestrüpp und schieben sie in die Richtung von der wir glauben dass wir dort den Weg finden.
Hilfe, help rufen wir und endlich erhalten wir Antwort auf englisch . Bitte helfen Sie uns, Werner ist schwer verletzt. Wenn ich hinter ihm bin sehe ich seine rechte Wade ist von der Kniekehle bis zur Ferse tief aufgeplatzt. Etwas weißes schaut darin heraus, später sehe ich es ist sein Knochen.
Aber sie kommen nicht um uns zu helfen ihr müsst euch beeilein wir kommen nicht rein zu euch, beeilt euch, es kommt noch eine Welle.
Wir müssen schwimmen, die Bretter haben keinen Halt mehr durch Gebüsch und Gerümpel. Das Wasser wird zu niedrig zum schwimmen wir müssen wider laufen, durch Gebüsch, durch Gerümpel, durch Dickicht, wie sollen wir da durchkommen? Werner bricht Zeige ab und bahnt uns einen Weg endlich sehen wir Menschen. Sie ziehen uns die letzten 2m Meter hoch. Schnell lauft, es soll noch eine Welle kommen. Ihr müsst dort hinten rein, oder Hilfe schicken, dort sind noch Menschen wir haben noch mit ihnen gesprochen, bitte helft ihnen sage ich. Nein, das geht nicht lauft schnell es kommt noch eine Welle. Wir laufen so schnell wir hinken können.

Wo ist „mein“ Werner. Am Wegrand liegt eine Frauenleiche, Sie trägt einen blauen Bikini und hat dunkle Haare. Ist das die Mutter von meinem kleinen Schwedenmädchen? Wo ist das kleine Mädchen, bitte lieber Gott lass es nicht das gewesen sein, das mit abgerissenem Arm an mir vorbei geschossen ist.
Werner rufe ich, Werner und ich sehe eine Gestalt auf mich zulaufen, ich kneife die Augen zusammen... ja er ist es. Wir hinken so schnell wir können aufeinander zu und halten uns weinend in den Armen.

Thais geben uns Wasser zu trinken und fahren uns einem nach den anderen auf Mopets die Hauptstrasse hinauf bis ans LTU Büro wo so etwas wie eine kleine Sanitärstation eingerichtet ist. Wo ist Werner, kommt er nach- bloß nicht wieder getrennt werden.


Wir werden mit Wasser versorgt, ein Mädchen geht herum mit Früchten und Brot. Kaum jemand isst, nur Wasser trinken wir. Unsere Wunden werden notdürftig versorgt. Mein Werner ist schwerer verletzt als ich er hat einen tiefen Riss auf dem linken Hand- und Fußrücken. Die vielen Schramm mehr oder weniger tief die wir alle über den ganzen Körper verteilt haben merken wir noch gar nicht. Ich finde einen Pickup der den anderen Werner in ein Krankenhaus fährt. Alles geht jetzt sehr schnell, wir können uns nicht verabschieden ich weiß nur dass er Werner heißt und seine Frau Brit, werden sie sich wiederfinden, so wie Wernern und ich?

Herbert(der Mann von Angelika) und Andreas(Der Mann von Claudia) kommen. Herbert hat ein Tuch umgehängt, ich habe keine Hose mehr sagt er, später besorgt ihm Wernern eine Unterhose. Das nette Mädchen von LTU gibt ihm eine Damenunterhose. Menschen helfen mir mich notdürftig mit einem Wasserschlauch abzuwaschen. Sand und 1000sende von kleinen Holzstücken kleben überall an mir. Das LTU-Mädchen nimmt mich mit in sein Büro, sie können Duschen sagt sie ich habe allerdings keinen Strom.
Ich dusche mich wasche meine Haare und reinige notdürftig meinen Bikin im dem der Sand und Holstücke kleben. Herbert sucht verzweifelt nach Angelika, Werner erzählt ihm dass sie an ihm vorbeigetrieben ist. Andreas sucht verzweifelt nach Claudia, sie war mit mir am Strand als die Welle kam.......

Werner ruft! beeil dich sagt er wir müssen weg eine neue Welle soll kommen. Ein Pick - up fährt uns ein Stück den Berg hoch. Wir müssen aussteigen und weiterlaufen. Wie soll Werner das schaffen? Jeder Schritt fällt ihm schwer.
Wir haben nur das, was wir am Körper tragen, Werner eine Badehose und ich einen Bikini, darüber ein Tuch das mir hilfsbereite Thais gegeben haben.
Am Wegrand liegen 2 Decken, Leintücher und Kopfkissen. Die nehmen wir mit sage ich, Quatsch sagt Werner wozu? Doch 1 Decke, 1Kopfkissen und 1 Leintuch schleppen wir mit, weg schmeißen können wir es immer noch sage ich.

Mit letzter Kraft kommen wir den steilen Berg hoch, bitte bis ganz nach oben, bitte, eine neue Welle soll kommen und die können wir bestimmt nicht mehr durchstehen.

Ein neues Bungalowdorf, noch nicht fertiggestellt. Ein Thai schließt uns die Hütte auf. Welch ein Glück, hier liegen Matratzenuntergestelle. Wir lernen Hans und Claudia kennen, sie werden diese Nacht hier mit uns in der Hütte verbringen. Wie gut dass wir das Leintuch und das Kopfkissen haben. Wir sind alle erschöpft, Werner hat starke Schmerzen und er bekommt Fieber. Wir haben keinen Strom, kein Wasser und können deshalb die Toilette nicht benutzen(und ich mit meinem Durchfall den ich durch meine Darmoperation häufig habe).
Wir werden mit Wasserflaschen versorgt, eine Ärztin kommt und versorgt unsere Wunden notdürftig und lässt uns Antibiotika und Schmerztabletten da. Werner und ich sind die einzigen verletzten in unserem Bungalow. ‚Mein Bein wird immer dicker, und ich kann mich kaum bewegen: ist mein Steiß gebrochen? Ich mache mir Sorgen um Werner seine Hand und sein Fuß sehen immer schlimmer aus und ich glaube auch das Fieber steigt. Ans und Claudia versuchen mit ihrem Moped hinunter zu fahren und einige Lebensmittel zu besorgen. Sie haben etwas Geld gerettet, damit versorgen sie uns alle mit etwas zu essen. Werner und ich haben kein Geld, aber wir haben uns und unser Leben. Wir können nichts essen, Werner nicht vor Schmerzen und Fieber und ich... bloß nichts essen, damit ich keinen Durchfall bekomme.
Menschen kommen vorbei und fragen verzweifelt nach ihren Angehörigen.
Meldungen kommen eine weitere Welle würde erwartet. Kaum einer kann schlafen, der Bungalow ist mit 14Menschen überfüllt, und draußen vor der Tür auf der kleine Terrasse liegt ein Österreicher, wenigstens er schnarcht.......
Plötzlich schrecke ich hoch, ich höre Wasserrauschen, die Welle kommt rufe ich, aber es ist nur die einsetzende Morgenbrandung.

27.12. Endlich ist es Morgen. Werner fiebert und ich versuche einen Arzt heraufzuholen. Nach mehreren Stunden kommt ein Arzt und sagt er muss unbedingt in ein Krankenhaus. Wir sollen ihn weiter nach unten bringen wo ein Pickup ihn mitnehmen wird. Wir machen mehrere Versuche und werden immer wieder nach oben geschickt mit den Worten es wird noch eine Welle erwartet. Wir hören, dass fast ganz Khao Lak zerstört wurde, von unserem Bungalowdorf steht nichts mehr.
Wo sind Gerlinde, Andy und Harald, haben sie überlebt, wie geht es Andy er ist doch gehörlos, kann sich schwer verständlich machen.

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2 Kommentare

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Es ist einfach grauenvoll und für mich nicht nachvollziehbar, was Ihr mitgemacht und erleiden mußtet. Ist es Dir denn überhaupt noch möglich zu schlafen, ohne
die schrecklichen Bilder zu sehen?
Liebe Heidi, ich wünsche Dir, daß Du irgendwann darüber hinweg kommst.
  • 02.04.2014, 21:57 Uhr
Liebe Rosi,
ja ich bin darüber hinweg gekommen . Ich lebe mit meinem Wahlspruch: ich bin nicht immer verantwortlich dafür was mit mir geschieht, aber ich bin immer verantwortlich dafür wie ich damit umgehe. Ich werde das Erlebnis nie vergessen, aber es hat mir gezeigt wieviel Kraft in mir steckt und dafür bin ich dankbar.
LG Heidi
  • 02.04.2014, 22:08 Uhr
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