Lars - Leben mit Asperger

Beitrag von wize.life-Nutzer

Seit einigen Jahren, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Autismus. Erst im Alter von 14 Jahren, wurde bei unserem jüngsten Sohn ein Asperger Syndrom diagnostiziert.
Autismus ist keine Krankheit >Autismus ist eine Art zu sein, eine Wesensart, ein Naturell< autistische Kinder, werden autistische Erwachsene. Auch Lars lebt in seiner eigenen Welt, meidet soziale Kontakte, beobachtet Menschen intensiv. Das psychologische Gutachten ergab, Lars ist als hoch intelligent einzustufen.
Es gibt in Deutschland leider sehr wenige Therapeuten, welche Autismus seriös diagnostizieren können. Die schulischen Probleme, welche wir nunmehr seit einem Jahr ertragen müssen, sind gravierend. Lars ist oft krank, wirkt in der Schule desinteressiert, bleibt in den Pausen vorwiegend in der Klasse. Den Stoff packt er locker, schreibt Mathe Arbeiten in weniger als 15 Minuten, fehlerfrei.
Fazit: Nicht seine Welt, die Anforderungen sind ihm zu einfach. Zu Hause blüht er auf, kocht, malt, näht und ist am PC ein Genie und gibt selbst mir hilfreiche Tipps.
Lars hat ein ausgeprägtes, soziales Engagement. Er kümmert sich liebevoll um die Tiere der Nachbarn, hilft älteren Menschen, er kann das Leid anderer nicht ertragen, ohne selbstlos sofort helfen zu wollen.
Seine Lehrer können mit all dem nichts anfangen, stufen ihn als Schulschwänzer ein, hören ihm nicht ausreichend zu, ja es wurde ihm schon gedroht. „Lars, du darfst jetzt nicht mehr krank sein, sonst passiert was“!
Nur weil ein Kind nicht den Normen entspricht, Lars aus der Familie nehmen, so wie es das Jugendamt seit einem Jahr versucht? Wir haben längst begriffen, es ist ein Kampf, ein harter und tonnenschwerer Kampf. Am kommenden Donnerstag ist die nächste Anhörung bei einem Familiengericht, wir werden auch diese Hürde meistern.

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