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Frauendiskriminierung mitten in Deutschland!

Frauendiskriminierung mitten in Deutschland!

07.04.2014, 18:19 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Gern betätige ich mich in meiner Freizeit als Hobbyfeminist. Es gibt mir viel, wachen Auges durch die Lande zu streifen und Missstände entsprechenden Institutionen zu Gehör zu bringen. Niemand ist dafür besser geeignet als ein Mann, denn Frauen sind in dieser Beziehung doch ein wenig befangen und emotional zu sehr beteiligt.
Schon seit gut zwanzig Jahren fröne ich diesem schönen Hobby, das ich ursprünglich als selbst gewählte Aufgabe auf mich nahm und auch heute noch als wichtigen Beitrag für das soziale Gefüge zwischen Mann und Frau empfinde. Überaus positiv empfinde ich, dass ich während der ganzen Zeit keinem einzigen Beispiel für Diskriminierung begegnete. Es hat sich viel getan in Deutschland!
Doch gestern wurde diese positive Überzeugung bis in die Grundfesten erschüttert. Zwar nur ein Einzelfall, aber man sollte mit so einer Arbeit schon im Kleinen beginnen.
Jedenfalls war ich am Wochenende in Hamburg, einer eigentlich modernen und sehr aufgeschlossenen Stadt in Deutschlands Norden – malerisch gelegen an der Elbe, die idyllisch im Riesengebirge entspringt und sich in die Nordsee ergießt. Wie jedes Wochenende entschloss ich mich zu einem Bummel durch die dortige Herbertstraße. Sie ist ein gutes Beispiel Hamburger Stadtkultur mit geschichtlichem Fundament, und ich genieße es stets, dort zu promenieren und mit Muße die vielfältigen und lebendigen Auslagen in den Schaufenstern zu betrachten.
Ein kleines Schild, das ich normalerweise nicht beachtet hätte, fing meinen Blick: „Kein Zutritt für Frauen”, stand dort. In Druckbuchstaben. Heiße Empörung wallte in mir hoch – unverständlich dieses Schild der Senatsverwaltung, das den Zutritt nur noch auf Männer und Kinder beschränkte. Und das in der heutigen Zeit. Besonders verwerflich empfinde ich es, ein solch kleines Schild dermaßen versteckt anzubringen, nur um die Diskriminierung im Verborgenen zu halten. In seiner Bedeutung ist das jedoch grober Vorsatz.
Auf dem örtlichen Polizeirevier, gleich um die Ecke, wollte ich diesen Umstand zur Anzeige bringen. Dort jedoch begegneten mir die Beamten mit Arroganz und Renitenz. Das Schild würde schon seit über dreißig Jahren dort hängen, und offensichtlich war niemand gewillt, zu diesem Tatbestand eine Anzeige aufzunehmen. Man schickte mich dort von Dezernat zu Dezernat, ließ mich lange warten und zuweilen hatte ich tatsächlich den Eindruck, man würde mich auslachen. Erst eine mitfühlende Beamtin in Zivil versprach mir nach einem tiefen, von Notizen geprägten Gespräch, sich meiner Sache anzunehmen.
Auf diesem Wege möchte ich mich bedanken bei dieser unbekannten aber engagierten, jungen Frau, die mit ihrem Mut beispielhaft dafür sorgte, dass ich meinen Glauben an die Diskriminierung nicht gänzlich verlor.

20359 Hamburg auf der Karte anzeigen:
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31 Kommentare

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Frauen dürfen ja rein, sie dürfen sogar da arbeiten. Die Frauen, die dort schon arbeiten haben nur immer Angst um ihren Arbeitsplatz, was man ja irgendwie verstehen kann.
Doch ich finde auch, das das sehr diskreminierend ist, gleich jeder Frau zu unterstellen, das sie den Arbeitsplatz klauen will.
  • 07.10.2016, 14:32 Uhr
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amysant.. ich werde im nächsten Frühjahr dort stehen, das muß ich sehen...
  • 20.09.2015, 07:50 Uhr
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In männlicher Begleitung dürfen wir aber rein
Isses nich schön?
Danke, dass du dich so mutig und selbstlos für uns einsetzt, lieber Robert
  • 07.04.2014, 16:26 Uhr
Ich würde meine Frau auch da vor dem Tor abstellen *männerverstehnkann*
  • 07.04.2014, 17:35 Uhr
Ja, nommahl ey!
  • 07.04.2014, 18:56 Uhr
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Als die Herbertstraße für Frauen noch zugänglich war - so um 1880 rum - da haste dann schon mal als Frau einen Eimer Wasser über den Kopf ausgeschüttet bekommen
  • 07.04.2014, 14:39 Uhr
Ja, die waren schon immer besonders human da in der Herbertstraße. Der Opa von mein Opa sein Opa hat da,als auch gelebt, und dem haben sie sogar zuweilen Nachttöpfe übern Döz gekippt. Das muss ja 'n Schweinkram gewesen sein.
Darum denk' ich, das mit dem Wasser ist eher so symbolisch zu sehen.
  • 07.04.2014, 14:43 Uhr
steht alles wahrscheinlich schon unter Denkmalschutz - der erste Nachttopf wohl auch
  • 07.04.2014, 14:44 Uhr
Also alles in guter Tradition?
Du meinst, damit ist die Diskriminierung gerechtfertigt?
Merkwürdige Ansichten hast du.
  • 07.04.2014, 14:49 Uhr
so ist sie
  • 07.04.2014, 14:54 Uhr
  • 07.04.2014, 15:42 Uhr
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Ein echter Skandal! Und dann auch noch die Polizei, die seltsamer Weise nicht reagiert.
Als begeisterter Maskulinist kämpfe ich ja auch schon seit Jahren dafür, dass Männer wieder am Damentag in der Sauna dürfen. Leider ohne Erfolg. Wo bleibt die Gleichberechtigung?
  • 07.04.2014, 14:05 Uhr
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Schön Robert, dass du für unsere Rechte eintrittst. Danke !
  • 07.04.2014, 13:14 Uhr
Einer muss es ja tun! Ihr Frauen könnt's ja nicht selber, trotzdem halte ich euch für schützenswerte Wesen.
Natürlich denkt nicht jeder Mann so, Aber ich finde, ich schulde das meiner Einzigartigkeit.
  • 07.04.2014, 14:07 Uhr
"Architekt" hört sich ziemlich großartig an,
trifft's aber auf den Punkt.
  • 07.04.2014, 15:41 Uhr
Wir lieben dich Richard. Endlich ein Mann , der erkannt hat , wie einmalig und schützenswert WIR sind. Dafür 3 Smileys
  • 07.04.2014, 15:42 Uhr
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wieder ein echter *Robert*, Applaus, Applaus
  • 07.04.2014, 13:05 Uhr
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ach Robert, das mit den Frauenzutrittsverbot in der Herbertstrasse, naja ist ja ne Vergnügungsstätte für Männer, aber so ganz nebenbei hast du da was bemerkt, aber mir unverständlicherweise, nicht weiter ausgeführt, Mädchen und Kinder dürfen rein, nur Frauen dürfen sich dort nicht vergnügen... du hast recht das ist wirklich ungerecht...
  • 07.04.2014, 10:46 Uhr
Naja, Kinder werden ja nicht diskriminiert. Die dürfen da rein. Das finde ich in Ordnung und seh' das darum überhaupt nicht kritisch.
  • 07.04.2014, 10:50 Uhr
naja Robert vielleicht hast du es auch nur falsch verstanden, Könnte ja auch heissen, das hier Frauen nicht getreten weren dürfen, vielleicht haben die auf der Polizeiwache deshalb so komisch geguckt.
  • 07.04.2014, 17:53 Uhr
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Robert, wenn Frua dort durchgeht, kann es passieren, dass sie einen gefüllten Nachttopf über den Kopf gegossen bekommt, war zumindest vor einiger Zeit noch so, ist vielleicht heute nicht mehr der Fall - Frauen werden da als Konkurenz angesehen
  • 07.04.2014, 09:56 Uhr
Ja aber das ist doch unanständig, anständige, arglose Frauen als Konkurrenz anzusehen!
  • 07.04.2014, 10:04 Uhr
das findest Duuuuuu, die "netten Ausstellungen in den Fenstern" aber nicht, die sind der Meinung, wenn die Männer allein durchgehen, kommt evtl. Kundschaft, mit Frauen dürfen sie nicht ...hahahaha
  • 07.04.2014, 10:07 Uhr
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Ja Robert, die Herbertstraße ist für jede Überraschung gut
Du bist ein mutiger Mann, ein selbstloser Kämpfer
  • 07.04.2014, 09:49 Uhr
Danke, Marie. Ich weiß das ja auch und bin in dieser Hinsicht begeistert von mir. Aber ich lass das nicht so gerne raushängen. Mir reicht das Bewusstsein, ein Vorbild zu sein.
  • 07.04.2014, 10:05 Uhr
Ein Mann muß tun, was ein Mann tun muß, bescheiden bist Du auch noch....
  • 07.04.2014, 10:13 Uhr
Genau! Ich hab' den aufrechten Gang sozusagen verinnerlicht.
  • 07.04.2014, 10:20 Uhr
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