Wieviel kann ein Mensch ertragen? teil 2

Beitrag von wize.life-Nutzer

Ich sitz hier im Bett, es ist kurz vor Mitternacht und wieder eine Nacht ohne Schlaf...
Im 1.Teil hab ich ja schon einiges aus meinem Leben aufgeschrieben und nach Gerechtigkeit gefragt..
Nun, was ist denn schon gerecht?
Hab mir vor über 4 Wochen mein rechtes Knie durch eine Prothese ersetzen lassen. Nach ewigen Zeiten von Schmerzen, die immer stärker wurden habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Es war meine 42.Knieop. Ich ging in eine renommierte Klinik, mit gutem Ruf und "überall nur gutes gehört".
Schon beim Schmerzkatheder legen bei der OP Vorbereitung kam es zu den ersten Problemen. Nach 4 mal stechen war der Schlauch endlich in meinem Oberschenkel. Das Legen in der Leiste klappte schon beim 1.mal.
Beim Aufwachen war ich "überwach" und wurde ca. 10 mal nach dem Gefühl in meinem Oberschenkel gefragt. Ich hatte keins. Und ich habe bis heute keins. Nicht nur im Oberschenkel, sondern das Bein ist an der Außenseite in großen Teilen taub. Dadurch erreiche ich keine Stabilität im Bein und kann nicht laufen. Mein Knie ist Fußballgroß, mein Bein elefantengleich und die Schmerzen nehmen kein Ende. Auch meine vorbestehende starke RLS Erkrankung haben die Ärzte einfach unterschätzt. Dadurch musste ich einen sehr schweren Anfall dieser RLS Erkrankung aushalten und hatte stellenweise Todesangst. Durch die Krämpfe am ganzen Körper hatte ich zeitweise große Schwierigkeiten mit der Atmung. Panik breitete sich aus und ich musste über eine Stunde warten, bis sich Narkoseärzte mit der Behandlung einig waren.Alles in allem dauerte der Anfall ca. 4 Stunden und ich erhielt ein Medikament, das 10 mal stärker ist, als das bisherige gegen diese Nervenerkrankung. 2 Tage nach diesem Anfall wurde ich entlassen. Kein Neurologe hat mich in der Klinik gesehen oder mit mir die weitere Vorgehensweise besprochen. Von den zu früh gezogenen Schmerzkathedern mal ganz abgesehen... es sind einfach Fehler an Fehler passiert. Klar, das mal ein Fehler unterlaufen kann... Ärzte sind auch nur Menschen. Doch das diese Fehler immer und immer wieder gemacht werden... ich während einer Woche Aufenthalt mind. 3 Vorkommnisse aufzählen kann... Nein, das sprengt wohl den Rahmen. Und nun? Ich kann nur mit Mühe schlafen, kann nicht laufen, schleiche mit dem Gehwagen wenigstens bis ins Bad und kurz ins Wohnzimmer und bin danach so kaputt, das ich Stunden schlafe... was für ein Leben. Was für eine Lebensqualität. Ohne meine Familie kann ich nicht mal auf die Toilette gehen. Unglaublich und würdelos.
Morgen muss ich zum Neurologen. Weiter weg, damit ich sicher bin, nicht auf einen Klinikarzt zu treffen. Denn die Klinik mauert. Man tut so, als wäre alles ok und völlig normal. Nicht nur eine Frechheit, sondern richtiggehend menschenverachtend nenne ich so ein Verhalten. Es geht doch eigentlich um den Patienten und nicht alleine um den Geldbeutel des Arztes oder der Klinik, oder?