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"Plutimikation"

13.04.2014, 15:39 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"SonntagsMaske wie tief verbirgst du dein Gesicht…"

Liebe Grüße zum "Sonntag" von einer ewigen "SonntagsFeindin".
Ich mag dieses Klischee gar nicht das ich schon seit meiner Kindheit kenne. Mag überhaupt keine Klischee`s.
Diese geheuchelte Frömmigkeit, die schon am frühen Morgen mit einem Gottesdienst nach dem hastig eingenommenen Frühstück alles, bis auf mein kämpferisches "KinderHerz" einnahm.

Dann das "Sonntagsmenüe" (unmittelbar nach dem „KirchenBesuch“).
Es bestand aus Suppe, meist Huhn, Gemüse oder Rind mit Nudeln.
Dann Kartoffeln mit Fleisch und dunkler, fast schwarzer, stets bitterer Sauce sowie Gemüse (meist Erbsen & Möhren) oder ein Schälchen Salat.
Endivie oder Kopf.

Es war unheimlich bei Tisch.

Starre, versteinerte, graue Gesichtsausdrücke und alles stumm bis auf einige Schmatz- oder Schlürfgeräusche.

Trinken durfte ich während dem Essen nichts.

Da ich allerdings stundenlang vor meinem Teller saß, da ich die bittere Sauce nicht essen mochte aber „gezwungen“ war den „Teller leer zu essen" (so hieß das damals), den Tisch erst verlassen durfte, wenn auf dem Teller keine Spur von Essen mehr zu sehen war, bin ich fast "verdurstet".

Das hatte was von „Wüste“!!!

Bekomme noch im nach hinein Gänsehaut.

Dann das "SonntagsKleidchen" aus Organza, die Zöpfe, in Form von "AffenSchaukeln".
Nicht zu vergessen die "Lackschuhe".
Wie sollte „Kind“ in diesem Aufzug auf Bäume klettern!?
Spielen war „tabu“ an diesem Tag.

Also „Herz“ ausschalten und „Puppe“ spielen.

So stand ich dann auch „puppenhaft“ mitten im Raum als der „SonntagsBesuch“ kam.

Schmetterte lauthals, wie gewünscht, wie üblich „Marina“ (Schlager von Rocco Granata), zur musikalischen Untermalung querbeet auf`s Kuchenbuffet.
Für die "KaffeeTanten" und die "ZigarrenOnkel".

Die vertrauten Menschen hatten gar "SonntagsStimmen".

Irgendwie als hätten sie alle "Kreide" gefressen, diese „SonntagsWölfe“.

Vor allem trugen sie so kristallklare, bleiche Masken und die nannte man "SonntagsGesicht".
Nur die „Erwachsenen“ trugen sie.

Wie gut, das ich bis heute nicht „erwachsen“ geworden bin!!!

Die „Organza“ und die „ChiffonKleidchen“ meide ich.
Mein Herz schlägt laut und stark für die „SpielHöschen“.
Für „barfuß“ und keineswegs für „Zalando“!!!

Die Essenz meines Lebens, meines Daseins "plutimiziere" ich heute einmal und das nachhaltig.
Die gewonnene Essenz, die jeder kritischen Prüfung standhielt und die sich in einem Wort ausdrücken läßt:

"Demut"!!!

Der Himmel ist heute grau, der SonnTag ist irgendwie dunkel.
Könnten glatt die Sterne am Himmel funkeln, erhellen, tanzen.
Würde ich zu gerne einmal sehen.
Die Sterne bei Tage.
Käme sicher in Versuchung in einem Leinenhemdchen, barfuß schnellstens auf die um die Ecke gelegenen Felder zu laufen um dort das besagte Hemdchen aufzuhalten.
Eventuell fällt ewige Liebe hinein.
Ein "Liebesstern" in Form einer "Schnuppe".
Mit geschlossenen Augen fühle ich die Hand eines Menschen, den ich mehr als liebgewonnen habe, in der meinen.
Eine wohlige Wärme, nach der ich mich seit Ewigkeiten gesehnt habe überfällt mich.
Einfach nur Wärme, die sich so angekommen anfühlt als wäre ich wie „Lawrence of Arabia“ mindestens zehnmal durch die Wüste gelaufen um dieses Gefühl zu erleben.
Öffne die Augen wieder und weiß nur zu gut, dass ich diese Hand niemals real fühlen werde.
Also werde ich bis zum Lebensende weiter frieren. Sicher erfrieren….
Aber träumen….. träumen von der Wärme das werde ich auch… so „ÜberLebensRettend“ träumen….

„Glück macht durch Höhe wett, was ihm an Länge fehlt“.
- Robert Frost -

Mein kleines, großes Glück … die Natur und die Fähigkeit zu träumen.
Mein heutiges „Wort zum Sonntag“.
Nicht mehr und nicht weniger.
Eher wie immer laut gedacht.
Vielleicht „remembered“ sich ja der eine oder andere an ähnliches.
Sehnt sich nach Ähnlichem, träumt von Gleichem…..

Tut doch gut zu erkennen, das man auch in dieser Zeit damals eventuell gar nicht so ganz alleine war.
Hat man sich auch niemals getroffen… so war man doch niemals wirklich allein.
"Plutimizeren" wir also die Liebe und die Freundschaft.... vor allem aber die „Hoffnung“.
In diesem Sinne.... liebe Grüsse.. . Angela


"Inga Rumpf" - "Sternenzelt"

..... unterm "Sternenzelt" tanzen wir alle.... dort treffen wir uns eines Tages alle...

8 Kommentare

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Ganz toll geschrieben und wirklich eine Geschichte die viele erlebt haben.
  • 12.07.2014, 14:51 Uhr
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Klasse Beitrag!
  • 12.07.2014, 11:05 Uhr
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Liebe Angela
Du hast wieder mit Deinem Artikel mein Herz bewegt.
Du hast aber auch alle Spießerklischees erleben müssen.
Jeder junge Mensch ,der das liest hält es sicher für Satire
weil er sich das gar nicht vorstellen kann.Ich denke so extrem haben das die meisten doch nicht erlebt.Ich hätte das nicht ertragen bestimmt hätt ich mich ganz früh mit Drogen getröstet oder wäre auf die schiefe Bahn gekommen.Du hast einen stearken Charakter.
  • 30.05.2014, 21:02 Uhr
Liebe Hannelore,
ich danke dir für deinen emotionalen Kommentar. Es tut gut nicht immer nur diplomatische oder kopflastige Worte zu lesen. Ewig Ratschläge zu bekommen sondern einfach einmal angenommen zu werden. Gehe halt so meinen Weg... stets achte ich auf mein "BauchGefühl" auf das ich absolut vertraue. Bin gerade ein wenig schwach auf den Beinen da ich meinen HerzensFreund an den Tod verlor am 4. Mai. Bin irgendwie nicht mehr die Gleiche.... habe den Eindruck die werde ich nun auch nie wieder sein. Gehe durch den Tag wie auf Watte... irgendwie nicht von dieser Welt. Möchte am liebsten den Rest meines Lebens mit geschlossenen Augen durch die Welt gehen denn mit geschlossenen Augen sehe ich ständig das Gesicht meines Freundes vor mir. Kann ihm so unentwegt in die Augen schauen. Es ist ein gewaltiger Schmerz und das Wort "Loslassen" möchte ich keineswegs hören. Damit hat man mich schon zugetextet als meine Kinder ind die Welt zogen. Mag einfach keine Floskeln mehr hören.....
  • 30.05.2014, 21:36 Uhr
Nochmals dankeschön für deine Aufmerksamkeit... liebe Grüße zu dir.... Angela
  • 30.05.2014, 21:37 Uhr
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Hi Angela, inspierierend deine Sonntagsbilder! Ähnliche Kindheitseindrücke sehe ich auch: Ein Alptraum. Zum Glück gab es Pipi Langstrumpf und die weite Natur, die stark macht und Trost ist. Im besten Fall macht sie die Hand des anderen sogar überflüssig oder man hofft es.
  • 16.04.2014, 12:31 Uhr
  • 16.04.2014, 19:04 Uhr
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Angela, ich habe Deine Botschaft mehr als Verstanden.
Ich war so berührt, ich hätte Dich am liebsten mal Gedrückt
  • 15.04.2014, 20:46 Uhr
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