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Mein Teddy

Mein Teddy

14.04.2014, 08:57 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Mein Teddy heißt Gelbi, ich habe mir überlegt ihn für dieses anders zu nennen. Aber da ich schon in meiner Kindheit versucht habe ihn auf Bussi Bär umzutaufen und es nicht gelang, lasse ich es lieber sein.
Gelbi wurde mir in den Kinderwagen gelegt von meiner Oma. Von „Andere“Oma, wie sie bei mir hieß. Damit ich meine Omas auseinander hielt, gab es eine „Andere“ Oma und eine „Unsere“ Oma. „Unsere“ Oma wohnt mit im Ort und ich konnte immer schnell hinkommen. „Andere“Oma wohnte 20 km weit weg und ich war auf ein Auto angewiesen. Sprich auf meine Eltern.
Also „Andere“ Oma soll ihn mir in den Kinderwagen gelegt haben. Soll, weil ich es ja nur von Hörensagen kenne. Schon damals soll ich protestiert haben wenn er nicht da war.
Er wurde mein Wegbegleiter. Auf meinen Bett hatte er seinen Stammplatz. Ihm konnte ich alles erzählen, er fing meine Tränen auf, die ich weinte. Er war dabei wenn ich in meine Bücher floh oder mich in Tagträume zurückzog.
Er war mein Freund, …... Streckenweise mein einziger.
Er war der, der zu hörte, bei Kummer und auch bei den ersten Verliebt sein.
Wie oft war der nass, weil er meine Tränen trocknete, die ich weinte.
Wie oft wurde er fast zerquetscht, weil ich mich an ihm festhielt.
Aber er war auch mein Spielgefährte. Habe ihn gefüttert und wohl auch oft mit echten Lebensmitteln, wenn ich ihn mir so anschaue, wie er heute vor mir sitzt. Ich weiß noch wie er wochenlang nach Kaffee gerochen (eher gestunken ) hat. Wenn ich daran denke, habe ich den „Duft“ noch immer in der Nase. Aber wie es dazu kam, weiß ich leider nicht mehr.
Ganze Bücher habe ich ihn vorgelesen und viele Lieder mit ihm gesungen. Schule gespielt und Vater, Mutter, Kind. Er war natürlich immer der Vater.
Er war einfach immer da.
Sobald ich über Nacht wo anders geschlafen habe, musste er mit. Auch als ich schon Teenager war. Ohne ihn – nein das ging nicht. Er war mein Halt, in vielen Jahren.
Jetzt hat er einen schönen Sitzplatz in der Nähe meines Schreibtisches.
Seine Gelenke sind ausgeleiert, die Nase fehlt fast ganz, das Fell ist auch nicht mehr überall vorhanden und die Flecken lassen sich nicht mehr entfernen.
Trotzdem er ist für mich immer noch wunderschön und ein Freund.


Das Foto zeigt meinen Gelbi und ist daher von mir.

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9 Kommentare

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Meine Tochter hatte eine schneeweiße Stoffkatze. Ohne diese konnte sie nicht schlafen, nicht essen, nicht verreisen usw. Mimi mußte immer mit.
Wir machten einmal einen Ausflug auf den Wendelstein und fuhren spät mit der letzten Gondel runter. Unten angekommen flüsterte meine Tochter: "Mimi ist oben" und die Tränen flossen. Sie weinte so herzzerreissend, daß sich der Betreiber der Gondelbahn bereit erklärte, meinen Mann noch einmal hochfahren zu lassen. Er holte Mimi , die ganz alleine oben auf dem Berg auf einer Bank lag, nach unten. Jubelnd wurde sie von unserer Tochter begrüßt. Von da an wurde sie nie mehr irgendwo vergessen.
Meine Tochter ist seit fast drei Jahren verheiratet und Mimi ist immer noch bei ihr.
  • 14.04.2014, 20:57 Uhr
Seit gestern überlege ich, ob ich ihn mal irgendwo vergessen habe. Aber an so was erinnere ich mich nicht. Kann aber ja trotzdem vorgekommen sein.
Und meine Kinder waren irgendwie nie so fixiert auf eine Sache.
  • 15.04.2014, 07:32 Uhr
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Schöne Geschichte, Renate.
Der Sohn meiner Freundin hat von mir ein Nilpferd geschenkt bekommen, weil er diese kleinen Dickerchen immer schon liebte und ohne sein "Nili" ging gar nichts.
Wir erwachsenen "Kinder" haben einen dicken Marienkäfer und der ist unser Reisekäfer - er war schon um die halbe Welt, sitzt immer vor auf dem Armaturenbrett, oder Handgepäck und ohne ihn, geht gar nicht. Er heißt übrigens Karl - warum - keine Ahnung. Vielleicht nach dem Lied: Karl der Käfer wurde nicht gefragt.
Ich hatte als Kind statt einem "Teddy" eine Negerpuppe, die überall mit hin mußte und die gibt es heute noch - meine Else.
  • 14.04.2014, 09:59 Uhr
ja auch heute gibt es da was, was mit auf Reisen muss, aber Gelbi muss zu Hause bleiben, er hat sein "Altersruhesitz" verdient.
  • 14.04.2014, 10:05 Uhr
meiner sitzt jetzt auch in meiner Nähe, nur er geht nicht mehr auf Reisen
  • 15.04.2014, 07:29 Uhr
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Meine Tochter hatte auch so einen Teddy und einschlafen ohne ihn ging nicht.
Einmal besuchten wir meinen Schwager und seine Frau in Straßburg und der Teddy blieb im Auto liegen das mehrere Kilometer weit in einer Garage stand.
Nicht daran zu denken, dass meine Tochter einschlief, also musste der Bär geholt werden.
  • 14.04.2014, 09:37 Uhr
ich hoffe sie hat jemanden gefunden die diese Kilometer gelaufen ist
  • 14.04.2014, 09:38 Uhr
Zum Glück hatte mein Schwager auch ein Auto
  • 14.04.2014, 09:45 Uhr
  • 14.04.2014, 09:48 Uhr
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