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Anna kocht gern

Anna kocht gern

01.05.2014, 22:58 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Anna ist ein herzenswarmer Mensch. Ich besuche sie gern – nicht nur, weil es bei ihr immer leckeres Essen gibt. Wir mögen uns einfach, wir beide.
Aber ich versteh‘ sie nicht …
Anna ist so voller Bewunderung für die Talente anderer Menschen, dass ich sie bewundere dafür, wie aufmerksam sie ist und wie wertschätzend ihre Sicht. Sie käme nie auf die Idee, etwas Selbstgemachtes zu tadeln. Es liegt ihr fern, mit einem Bild, einem Text oder einem Musikstück anders umzugehen als mit Bewunderung. Fast wie ein kleines Kind kann sie sich völlig unbefangen über die Talente Anderer freuen, sie bestaunen und sie bewundern.
Und manchmal beneidet sie sie.
Und das ist eine Sache, die ich nicht verstehe. Wenn sie mich zum Essen eingeladen hat, dann ist der Tisch gedeckt wie für einen ganz besonderen Gast. Und das, was sie auftischt, gereicht jedem guten Restaurant zur Ehre. Stundenlang muss sie am Herd und in der Küche gestanden haben, vorher hat sie alle Zutaten sorgfältig ausgewählt und eingekauft.
Mir ist die Bedeutung, die sie mir damit gibt, unangenehm. Aber ich nehme das an, um ihre Freude nicht zu schmälern. Denn ich sehe sie ja, diese Freude – und die Begeisterung –, mit der sie anrichtet, aufträgt, mir vorlegt und auffüllt. Es ist unglaublich, mit welcher Hingabe sie das alles macht und tut.
Um mir dann hinterher in einem Gespräch zu erkären, dass sie mich bewundert für das, was ich tue. Und andere bewundert für das, was sie tun. Und für die Talente, die die haben.
Warum eigentlich begreift sie das ihre nicht? Wenn ich Anna darauf anspreche sagt sie abwehrend: „Ich koch‘ halt gern.“ …

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13 Kommentare

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Jeder von uns ist irgendwie eine kleine Anna, nur wir nehmen es nicht wirklich wahr. Geben ist so schön wenn man damit jemanden anderen ein lächeln abgewinnen kann. Das alleine reicht um Annas glücklich zu machen .
  • 25.06.2014, 00:11 Uhr
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Kochen versteht sie nur deshalb nicht als Talent, da sie es mit Leidenschaft tut...und all das rundherum, das vor allem auch ihr selbst Freude bereitet und in dem Andere doch nur die Arbeit sehn und Aufopferung und Qual...
worüber sie dann allerdings denkt, dass jeder halbwegs so gut kochen kann wie sie...
sie erkennt das Besondere in jedem anderen Menschen, weil es was Besonderes ist...ihr eigenes Besondere erkennt sie nicht, da es für sie zu etwas Alltäglichem geworden ist...

Das ist es, was mir spontan dazu eingefallen ist...
  • 22.05.2014, 16:45 Uhr
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selbverständliche dinge,man wertet sie nicht als gabe oder talent,weil sie einem so selbstverständlich sind.
  • 02.05.2014, 09:35 Uhr
Du bist ja 'n gutes Beispiel dafür, Barbara. Wobei bei dir die Talente gar nicht so alltäglich sind, sondern eher besonders.
  • 02.05.2014, 09:47 Uhr
ich knuddel dich gleich zu boden.aber selbst sieht man das echt nicht,man kanns halt.aber das glücksgefühl,wenn was gelingt,das ist ein schöner lohn,bei deiner anna,sicher dein lächeln.
  • 02.05.2014, 10:03 Uhr
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Die Frau hat Stil, den Stil der alten Schule, sei froh, dass Du Sie und diesen ausergewöhlichen Stil gefunden hast. Die Anna ist halt ne TOLLE
  • 02.05.2014, 08:12 Uhr
Ja eben. Und solche Frauen gibt's viele.
Und solche Männer auch
  • 02.05.2014, 09:24 Uhr
Gell Rober, Gott sei Dank
Übrigens wie ist Dein Date gestern ausgegangen wars top?
  • 02.05.2014, 09:29 Uhr
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Es wird mit Recht ein guter Braten
Gerechnet zu den guten Taten;
Und daß man ihn gehörig mache,
Ist weibliche Charaktersache.
Ein braves Mädchen braucht dazu
Mal, erstens, reine Seelenruh,
Daß bei Verwendung der Gewürze
Sie sich nicht hastig überstürze.
Dann, zweitens, braucht sie Sinnigkeit,
Ja, sozusagen Innigkeit,
Damit sie alles appetitlich,
Bald so, bald so und recht gemütlich
Begießen, drehn und wenden könne,
Daß an der Sache nichts verbrenne.
In summa braucht sie Herzensgüte,
Ein sanftes Sorgen im Gemüte,
Fast etwas Liebe insofern.
Für all die hübschen, edlen Herrn,
Die diesen Braten essen sollen
Und immer gern was Gutes wollen.
Ich weiß, daß hier ein jeder spricht:
»Ein böses Mädchen kann es nicht.«
Drum hab' ich mir auch stets gedacht
Zu Haus und anderwärts:
Wer einen guten Braten macht,
Hat auch ein gutes Herz.

Zeig ihr doch mal dieses Gedicht von Wilhelm Busch, vielleicht glaubt sie dem mehr.
  • 01.05.2014, 23:17 Uhr
Vielleicht kannst du es ihr hübsch ausdrucken, mit Verzierung und so, vielleicht sogar mit Rahmen, zum an die Wand hängen und einer Widmung von dir?
  • 01.05.2014, 23:19 Uhr
Es gibt sie nicht, Renate, sorry
Und doch gibt's so viele von ihr, die ihr Licht unter den Scheffel stellen. Darüber hatte ich mir Gedanken gemacht.
  • 01.05.2014, 23:21 Uhr
Ach menno, und ich war so stolz, dir eine gute Idee zu geben.
Na vielleicht kannst du es ja mal anderswo brauchen.
Kanntest du es schon?
  • 01.05.2014, 23:22 Uhr
Nein, ich kannte es nicht 'tschuldige, dass ich darauf nicht eingegangen bin. Dabei fand ich's so sympathisch - aber nicht nur das Gedicht
Dank* dir.
  • 01.05.2014, 23:24 Uhr
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