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Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

04.05.2014, 12:59 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ich hatte ihn sehr gebraucht, diesen kleinen Ausstieg. Zuletzt war ein Gefühl in mir, als renne ich mit dem Kopf gegen eine imaginäre Wand. Und so packte ich ein paar Sachen, verabschiedete mich von meinem Alltag und fuhr nach Dänemark an die Nordsee, um mich dort wieder zu finden.
Ein schönes kleines Haus hatte ich dort gemietet, mit einem Kaminofen und einer Sauna. Ich kannte die Gegend dort schon von früher und wusste, dass es viele Stellen gab, an denen man „einsam“ sein konnte. Ich hoffte, das würde mich entspannen und meinen Kummer in geregelte Bahnen lenken.
Und so war es, als würde die Alltagstür hinter mir zuklappen, als ich das kleine Ferienhaus betrat. Die Taschen flugs aufs Bett geknallt, die Schuhe darunter, und dann ging ich Richtung Dünen, um die Nordsee zu begrüßen und auf den Sonnenuntergang zu warten. Keine Gedanken an das Zurückliegende, ich war einfach froh, wieder hier zu sein. Und so stapfte ich die Dünen hinauf und genoss es unglaublich, keinen Druck mehr zu haben.
Auf dem letzten Dünenkamm zum Meer blieb ich stehen. Lächelnd überlegte ich, ob ich so, wie als Kind, mit einem weiten Satz hinunter springen sollte. Fast jede der Fußspuren hier könnte meiner Vergangenheit zu entstammen. Das weite Meer schien mir so bekannt, wie auch der breite fast menschenleere Strand.
Mein Blick, den ich streifen ließ, als ich weiter ging, blieb an einer Frau hängen, die unweit des Dünenfußes im Strandsand lag. Sie fiel mir auf, weil der leichte Wind ihre Bluse ein wenig bauschte und mir einen Blick auf den Ansatz ihre Brüste gestattete. Ich musste innerlich selbst über mich grinsen, als ich mich bei diesem Gedanken ertappte – vor allem, weil hinter mir in den Dünen bestimmt so manche Nackte lag, die eigentlich mehr gezeigt hätte.
Der Weg dünenab führte mich in ihre Nähe. Eigentlich gedanklich schon wieder auf dem Meer, schaute ich dann doch zu ihr, als sie sich aufsetzte, um eine Wasserflasche aus ihrer Tasche zu ziehen. Sie hat ein schönes Gesicht dachte ich, als sie mich über ihre angesetzte Wasserflasche plötzlich direkt anschaute, und beim Blick in ihre dunklen Augen schaute ich in das Leben: Sie schien zu lachen, nachdenklich zu sein, offen und lebendig und doch mit viel Tiefe. Für einen Moment war es, als wollten sie mich erforschen, diese Augen, und dann schauten sie mich einfach nur an.
Ich finde es stets merkwürdig und schön, einen Menschen auf diese Art sozusagen zu „erkennen“. Jedenfalls zu meinen, dass man ihn erkennt, denn eine solche Begegnung geht ja schnell vorbei. In diesem Falle aber verhielt ich mehr und mehr in meinem Schreiten. Teils um nicht zu schnell an ihr vorbei zu kommen, teils um dem Schicksal eine Chance zu geben, uns vielleicht zusammenzuführen – ist es nicht merkwürdig, was für Gedanken einem kommen, wenn niemand diesen zuhört?
Und wieder musste ich schmunzeln über mich selbst. Ich wusste, dass sie dieses Schmunzeln in meinen Augen sehen konnte, blieb dann bei ihr stehen, schaute auf sie hinab und fragte dann grinsend, den breiten, menschenleeren Strand im Rücken auf ihre Decke deutend: „Ist hier noch frei?“
Keine Ahnung, welcher Teufel mich gerade ritt. Sie war hübsch. Normalerweise eine der Frauen, denen ich sonst nur nachschaue. Ihre Augen hatten mich neugierig gemacht, weil sie „erzählten“. Aber nun stand ich da und wusste nicht, was ich selbst erzählen sollte. Dass sie mich einlud auf ihre Decke hatte mich dann doch überrascht. Hoffentlich bemerkte sie meine Unsicherheit nicht …
Ich setzte mich neben sie, sehr beschäftigt damit, meine Spucke herunter zu schlucken, dir mir quer im Hals zu hängen schien. Ungelenk setzte ich mich, atme tief durch und saß dann endlich, so irgendwie steif vor mich hin. So steif jedenfalls, dass ich selbst lachen musste darüber. Und als sie sich wegen dieses Lachers zu mir hinwendete, konnte ich nicht anders als immer noch grinsen: „Merkwürdige Situation, nicht wahr?“
Ihr Gesicht sah ich dabei aus der Nähe, und ich meinte sogar, einen Hauch von Seife zu spüren. Scheinbar merkte sie, wie ich sie betrachte, ihre dunklen Augen schauten mich an. Und so, wie sie schauten, konnte ich nicht anders, als die meinen erst über ihr Gesicht, dann über ihren Körper wandern zu lassen – ich hatte das unbestimmte Gefühl, als würde sie mich auffordern dazu. Ihre Nasenflügel bebten ein wenig, die Lippen bewegten sich verhalten, ihr Hals wirkte zart, von ihren Brüsten sah ich nun den oberen Ansatz, sah einen Teil ihres Bauches unter der unten offenen Bluse, den Slip, die Beine. Es gefiel mir. Alles! Weil alles so war, wie es sein muss. Auch darüber musste ich wieder schmunzeln.
Wie sie so in den Wind schaute hatte ich Gelegenheit, meine Blicke weiterhin über sie schweifen zu lassen. Knabenhaft wirkte sie durch ihre kurzen Haare, und unbekümmert und natürlich kam sie mir vor. Ein lebendiges Weib. Ganz entspannt war ihr Gesicht, und es schien golden zu glühen im roten Licht der Sonne, die den Horizont berührte.
Immer noch überlegte ich, was mich an ihr so fesselte, und warum es so „normal“ schien, hier neben ihr zu sitzen – als wären wir gemeinsam hierher in den Urlaub gefahren. Denn fremd war mir so richtig nichts an ihr. Ich meinte sogar, sie schon bei Dingen gesehen zu haben, die sie mir noch gar nicht gezeigt hatte: Beim ausgelassenen Balgen, singend beim Abwasch, weinend bei „Schlaflos in Seattle“ und laut lachend über meinen unaufgeräumten Morgenkopf… „Vertraut“ ist ein guter Ausdruck für dieses mein Gefühl. Wie’s wohl wäre, wenn sie mich anstrahlte. Oder erregt anleuchtete mit ihren Augen. Wie ihre Haut sich wohl anfühlen mag oder ihr Po reagieren, wenn ich ihn mit der Hand berührte …
Sie schien diese krausen Gedanken gehört zu haben, denn sie öffnete die Augen und schaute mich voll an. Unglaublich, dieser Blick. Er war tief. Frech war er und voller Versprechen, Neugier zeigte er und Sehnsucht, Klugheit sah ich und Wärme. Und sie hörte nicht auf, mich anzuschauen. Durch meine Augen ging ihr Blick, fuhr heiß durch meine Brust und breitete sich kribbelnd in meinem Magen aus. Und dann kam aus der Tiefe dieses Blickes ein Lächeln auf mich zu, das mich wie in Trance zwang, mit der rechten Hand ihre Brust anzufassen.
Ich war irgendwie kaum erstaunt, dass sie nicht zuckte, sich nicht wehrte, sondern nur weiter „blickte“ und sich das Lächeln nun auch in den Mundwinkeln zeigte, voller Wärme und Offenheit. Ich versuchte diese Lächeln warm zu erwidern und begann dann, mit Daumen und Zeigefinger durch den Blusenstoff ihre Brustwarze zu ertasten, sie zwischen die Finger zu nehmen und zunehmend fester zusammen zu drücken. Als ihre Augen sich veränderten, dunkler und tiefer wurden, schlüpfte ich mit der anderen Hand unter ihre Bluse. Leicht zuckte sie zusammen, als ich das erste Mal ihre Haut berührte, doch es kam kein Laut, als ich auch die andere Brustwarze zwischen zewi Finger nahm. Ich sah, wie sie die Augen schloss, sich leicht zurück bog. Dann fingen ihre Lippen unter zunehmendem Druck an zu vibrieren, bis sich ein Seufzer aus ihrer Brust löste. Ich ließ sie los, die Nippel, und in diesem Moment öffnete sie die Augen, und ich spürte, dass sie ganz bei mir war …

14 Kommentare

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Mein lieber Charlie )))
  • 25.06.2014, 00:18 Uhr
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Dieses Gefühl der Vertrautheit, das sich bei manchen Menschen , denen man begegnet, fast augenblicklich einstellt... Ich nenne es: Nach Hause kommen!
Und es fühlt sich genauso an wie du es beschrieben hast..........
  • 15.05.2014, 08:34 Uhr
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Na, das war ja ein toller Urlaubstag für dich. Aber er gefiel mir sehr gut. Wunderbar geschrieben.
  • 06.05.2014, 12:37 Uhr
Danke, Brigitte.
  • 08.05.2014, 15:12 Uhr
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Schöne Liebesgeschichte Robert
  • 06.05.2014, 06:18 Uhr
Danke, Helge
  • 08.05.2014, 15:12 Uhr
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Typisch Robert
  • 05.05.2014, 22:14 Uhr
Nein, eigentlich nicht - jedenfalls nicht das Erlebnis
Danke, Eva.
  • 08.05.2014, 15:12 Uhr
Biste bei dem Tohuwabohu hier durchgekommen Robert ?
  • 08.05.2014, 16:33 Uhr
Ja, langsam wird's doch ;-9
  • 08.05.2014, 16:45 Uhr
Gell, finde ich auch.....werde mich etwas zurückziehen, wenigstens mal eine gewisse Zeit, laß es Dir gut gehen und schreib weiter so schöne Geschichten. Ich werde immer danach Ausschau halten.
  • 08.05.2014, 16:47 Uhr
Mach' ich. Hoffentlich sehen wir dich bald wieder.
Viel Glück, Helge.
  • 08.05.2014, 16:57 Uhr
Danke ♥
  • 08.05.2014, 17:09 Uhr
Helge, in diesen Zeiten gehe ich gar nicht auf das Schwarze Brett und suche nur bei meinem Seniorbook interessante Beitraege oder in den Themen.
  • 09.05.2014, 11:04 Uhr
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