Unverstandene Redewendungen
Unverstandene RedewendungenFoto-Quelle: Pixabay

Den Neuen ein herzliches Willkommen

Quintessenz Manufaktur für Chroniken

With a little help from my friends ... 01

Es ist viel los auf seniorbook und alle Wer-kennt-wen-Nutzer begrüße ich herzlich bei unserem Thema ‚Biografie‘ und nun, um im Thema zu bleiben, werde ich die nächsten Tage Erinnerungen vom Willkommen und Ankommen hier posten.
Vielleicht kann der Eine oder die Andere darüber lächeln und analog auch hier in seniorbook den ‚Neuen‘ hilfsbereit zur Seite stehen, wie ein Freund in der nächsten Geschichte.

Die ‚Neigschmäggte‘

Eine Erinnerung von Petra Schaberger, Projektleiterin von Quintessenz Manufaktur für Chroniken

Als ich als junge Frau – aufgewachsen in Hessen – nach Karlsruhe in Baden-Württemberg zog, wusste ich nicht, dass ich ab nun die Neue, besser die ‚Neigschmäggte‘ (etwas was einen Beigeschmack hat) war. So nannte man die Zugezogenen.
Es waren doch nur 100 km, doch ich kam mir bisweilen sehr verlassen vor. Grundsätzlich bin ich ein Mensch der auf andere zugeht, schwierig wird es nur, wenn man plötzlich die Sprache nicht versteht. Das Badische wird mit einem melodiösen Singsang gesprochen, manche Redewendungen führten mich in wahrhaft slapstickmässige Situationen. So auch die folgende.

So bat ein Freund, der mich auf dem Roller nach Hause fuhr, vor dessen Haustür: „Heb mal geschwind“. Er wollte kurz noch etwas holen und ich schaute ihn fassungslos an und antwortete schwach: „Äh – nein, kann ich nicht.“ Er stutzte, machte ein ärgerliches Gesicht und wiederholte ich solle jetzt mal geschwind hebe.
Ich jetzt mit fester Stimme: „Sicher nicht!“
Es dauerte eine Weile bis wir merkten, dass wir zwar die gleiche Sprache sprachen, aber Unterschiedliches meinten. Mit ‚Heb mal geschwind‘, wollte er nicht, dass ich den Roller hochstemme, sondern nur kurz halte.
Ja, wir haben noch Jahre später darüber lachen können. Überhaupt ist Humor der Schlüssel zu meiner neuen Heimat gewesen. Mit seiner Hilfe habe ich vieles nach und nach verstanden, ja lieben gelernt. Wie er mir die regionalen Speisen auf einem Straßenfest nahebrachte, werde ich demnächst posten.

Und? Was haben Sie schon mal falsch verstanden und konnten später herzlich darüber lachen? Erzählen Sie es hier, wir freuen uns auf viele Beiträge.