Was Frauen wirklich denken: Prauche ich ein Rächtschreibbrokram?
Was Frauen wirklich denken: Prauche ich ein Rächtschreibbrokram?Foto-Quelle: © photophonie - www.Fotolia.com

Was Frauen wirklich denken: Prauche ich ein Rächtschreibbrokram?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Eigentlich heißt meine Steuerberaterin mit Vornamen "Dörte". Seit neuestem und weil wir per Du sind, steht ganz schnell "Hallo Dörre" da. Nicht weil ich mich vertippt hätte oder unachtsam gewesen wäre oder plötzlich zur Legasthenikerin mutiert bin.

Nein, die Rechtschreibprüfung macht aus "Dörrte" vorschlagsweise Dörre und weil ich dies zu spät erkenne, hat meine Steuerberaterin einen neuen Namen.

Auf ganz ähnliche Weise wird aus "mir" ein "mit" oder aus "wer" ein "wir" und aus manchem Satz ein hübscher Unsinn.


Seitdem ich die Tücken meines Rechtschreibprogramms entdeckt habe und die Folgen seiner kreativen Rechtschreibung, lese ich meine E-Mails und Ausarbeitungen sehr viel genauer. Dabei habe ich festgestellt: Meine Rechtschreibprüfung lernt nicht dazu. Sie beharrt auf "Dörre" statt "Dörte", aber akzeptiert seltsamerweise ein "Dörrte" als korrekte Schreibweise und schlägt u.a. "Dörret", "Hörte" oder Körte" vor. Es erkennt nicht, dass ich eigentlich "viel" schreiben wollte, sondern lässt den Tippfehler "vdl" stehen.

Vor kurzem saß ich in einem Vortrag zum Thema Digitalisierung unserer Bildung und wie wichtig diese sei.

Angesichts meines lernresistenten Rechtschreibprogramms frage ich mich, ob wir wirklich mehr Digitalisierung brauchen oder vielleicht doch wieder back to the roots kommen sollten. Keine Frage, wir leben im 21. Jahrhundert und world wide web ist nicht mehr aus unseren (sic!, dieser Fehler wurde soeben durchgewunken, dafür aus dem "durchgesunken" mehrfach ein "durchgesunken" gemacht ) ) Alltag wegzudenken. Aber - und dieses aber möchte ich dick unterstreichen - solange eine digitalisierte Welt nicht Kontext und Bedeutung, Semantik und Grammatik durchschaut, sollten wir diese beherrschen.

Technik ist ein Mittel zum Zweck und nicht unser Herr und Meister.


Sonst übernehmen irgendwann wirklich die Dinge die Welt und wir folgen in eine völlig neue Form der Sklaverei.

Wollen wir das? Nun, ich nicht. Und ich werde meinem Rächtschreibbrokramm noch sehr viel genauer auf die Finger sehen.