Die unwiderstehliche Gewalt der Liebe

Beitrag von wize.life-Nutzer

habe miterlebt wie mein Onkel, ein katholischer Pfarrer, sich nicht der Liebe zu einer Frau entziehen konnte, daher die Inspiration zu meinem Gedicht.....
Des Kreuzes Diener

Als Junge ich mich f├╝hlte hingezogen
Ins Reich der kirchlichen Wogen,
Das Jesu-Kreuz mich steht's angezogen am Altare,
Viele Stunden ich verbrachte, Ihm sehr nahe.

Als Jahre sp├Ąter der Bibel ich verfiel,
Entdeckte ich eine Welt die mir gefiel.
So wollte ich wie Jesus, offen f├╝r alle sein,
Und erster Helfer denen in Not, steht's sein.

Kein Mensch mein Herzbereich je betritt,
Es schlug nur f├╝r Ihn, der am Kreuze litt.
So wurde ich nach Jahr'n der Theologie
Ein frommer Priester, treu der katholischen Theorie

Als bald ich auch meine Kirche hatte,
Mit Leidenschaft ich predigte f├╝r die "Masse".
Steht's gute Worte ich f├╝r die Armen fand,
Alle sich f├╝hlten wohl, wie in einem Band.

Viele Schicksale ich in all den Jahren traf,
Tr├Âsteten meine H├Ąnde doch viele in den "letzten Schlaf".
So eine Mutter einst in Verzweiflung mich rief,
Ihr einziges Kind, geweiht dem Tode, "zuschlief ".


Die Ärzte haben's schon aufgegeben,
Ich sollte ihm die letzte ├ľlung geben.
Vom hohen Fieber der K├Ârper erfasst,
Lag es aufgebahrt, die Laken ganz nass.

Die H├Ąnde auf Kindes Stirn ich legte,
Meine ganze seelische Kraft sich ├╝berstr├Âmte,
-" O, Gott !, helfe diesem Kind, gib ihm Gesundheit,
Ein Teil von mir, nimm!! heil die Wundheit !"

Der Mutter's Gesicht wie in Stein gemetzelt,
Ihr Atmen stockte, die Tr├Ąnen sich in Eis "vernetzelt ",
Als des Kindes Augen sich weit ├Âffneten, kam aus "Mundes Schrei",
-" Mutti ! Mutti ! ist nun alles vorbei " !?

Sie viel auf die Knie, k├╝sste meinen Schuh,
Ihr Haupt sich hob, ihr Blick mich traf voll nun,
Das harte Herz in mir, es drohte zu zerspringen,
Als str├Âme ein Fluss W├Ąrme durch tausend Rinne.

Ich sagte nur -" Gott hat geholfen, nicht ich,
Durch seine Kraft, das Kind dem Tode entwich.
Ich bin nur ein Diener auf Erden,
Schenkt das Lob dem Herrn, er soll euer werden ".

Als sp├Ąter , ich alleine vorm Altar,
Der Frauen's Antliz steht's noch vor Augen sah,
Egal was ich tat, ob beten oder Bu├če tief Innen,
Ihr sch├Âner Anblick entging nicht mehr, meinen Sinnen.

In all den Jahre ist mir Desgleichen nie zugefahren,
Ich flehte Gott an -" Hab Erbarmen !
Lass mich nicht fallen in des Menschen Fleischeslust,
Nur weil zwei Frauenaugen mich erfasst mit viel Inbrunst"

Nicht mal der Peitsche blutige Spuren die mein R├╝cken durchfuhren,
Das Bild der Frau, konnten sie nicht entf├╝hren.
Da war ich nicht mehr der, der vor ein paar Stunden,
Sein Herz nur f├╝r Ihn am Kreuz, h├Ątte entwunden.`

Die Glut, die ich in mir gesp├╝rt ,
Vom Blick der Frau, mein eignes Ich durchw├╝hlt,
Vom Liebesgef├╝hl mein Herz umfasst,
Vom Mannes Trieb, mein K├Ârper erfasst.

Diesen Augenblick, den wir Priester f├╝rchten,
Im dunklen Seelenplatz, ihm aber Erfurcht w├╝rdigen,
Wir sind auch nur Menschen aus Fleisch und Blut,
Und dem nicht w├╝rdig, der allein all Leid auf sich auftrug !

Darum schaut zu uns als ein Mensch von nebenan,
Und sieht nicht den Gesandten von "Oben", in uns an !
Unsere tr├Âstenden W├Ârter, unsere Taten,
Sie stammen auch nur aus gelesenen Zitaten.


PS: ein Lob all denen die ihr Leben opfern um die geschundenen Seelen zu retten !


Franz Eisele Heidelberg, 20.10.2013.