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Die Geschichte vom kleinen grünen Apfel
Die Geschichte vom kleinen grünen Apfel

Die Geschichte vom kleinen grünen Apfel

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es war an einem heißen Sommertag, die Sonne schien auf einen Apfelbaum, der am Rande der Wiese stand. Ein leichter Wind wehte über das Land und bewegte die Blätter des Baumes. Manchmal kam ein etwas stärkerer Windstoß und da passierte es, dass ein kleiner grüner Apfel herunterfiel und nun auf der Wiese lag.

Der kleine Apfel war verwundert, er kannte sich überhaupt nicht aus. „Plumps!“ hatte es gemacht und nun lag er da und schaute in die Gegend. Weit konnte er nicht sehen, dazu war das Gras um ihn herum zu hoch. Wo war er denn jetzt? Er kannte doch die Welt, die bestand aus lauter grünen Blättern, hinter denen man sich so gut verstecken konnte, aber jetzt war auf einmal alles ganz anders. Da waren keine Blätter mehr, nur grüne Grashalme, die waren für ihn viel zu dünn und zu schmal, da konnte er sich gar nicht mehr verstecken. Er dachte nach, was das alles zu bedeuten habe und kam zu keinem vernünftigen Schluss. Vom vielen Nachdenken wurde er dann schließlich zu müde, die Sonne stand schon sehr niedrig und es wurde Abend, da schlief er endlich ein.

Am nächsten Morgen war es recht kühl, die Sonne war eben erst aufgegangen und hatte noch nicht viel Kraft, aber langsam wurde ihm doch wärmer. Er konnte noch immer nicht verstehen, warum er jetzt da auf der Wiese lag und er begann wieder nachzudenken. Es war ihm klar geworden, dass er hier auf der Wiese nicht reif werden konnte und dass er darum auch keine roten Bäckchen haben würde. Was sollte er aber dann hier? Wenn er keine roten Backen bekäme, dann würde ihn auch niemand essen wollen, denn grüne und unreife Äpfel schmecken sauer und bitter. Alles schien seinen Sinn für ihn verloren zu haben, und er wurde immer trauriger. Da hörte er auf einmal ein merkwürdiges Rauschen, und plötzlich saß ein großer Vogel neben ihm. Der sah ihn kurz an und dann begann er sich mit seinem Schnabel ein Stück von dem kleinen Apfel heraus zu hacken.

Der Vogel holte sich noch ein paar Stücke und der kleine Apfel, dem das gar nicht recht war, versuchte sich zu schütteln, aber da war der Vogel auch schon wieder davon geflogen. Der kleine Apfel sah sich etwas genauer an und da merkte er, dass da ein paar kleine schwarze Punkte aus ihm heraus gefallen waren. „Wer seid denn ihr und was macht ihr da?“, fragte er die kleinen schwarzen Kerle. So etwas hatte er noch nie gesehen. „Hi, hi, hi,“ war die Antwort, „wir sind deine Kerne und was wir machen, das ist ganz einfach.

Wir warten, bis du wieder zu Erde wirst, denn von dort bist du ja auch gekommen.“ Jetzt hatte der kleine Apfel wieder etwas, worüber er sich den Kopf zerbrechen konnte. Das mit der Erde, das ärgerte ihn doch ein wenig, aber er ahnte, dass es doch stimmen musste. Er merkte nämlich, dass er an den Rändern langsam braun wurde und die kleinen Apfelkerne doch recht haben konnten. „Wenn du zu Erde geworden bist,“ sprachen die Kerne weiter, „dann beginnen wir zu wachsen und aus jedem von uns wird zuerst ein kleines Bäumchen, das dann weiter wächst und schließlich ein großer Apfelbaum wird. Auf diesen Apfelbäumen werden dann viele kleine Äpfel wachsen, zuerst werden sie grün sein, dann werden sie rote Backen haben und werden dann gut schmecken.“

Der kleine grüne Apfel dachte über diese Worte nach, seine Traurigkeit begann zu verschwinden. Der Gedanke an seine vielen tausend Kinder und Enkelkinder machte ihn sogar ein wenig fröhlich.

(Verfasser Unbekannt)


8 Kommentare

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Eine schöne Geschichte .. die man immer wieder lesen kann... irgendwo , irgendwann ist sie mir schon mal über den Weg gelaufen.
Sie erinnert einen immer wieder daran das ein Ende kein Ende ist, sondern ein Neuanfang für etwas anderes.
Nur kann man es meistens nicht sehen wenn ein Ende naht.
genau so sehe ich das auch....Danke
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Wieder eine schöne Geschichte , die zum Nachdenken anregt .
In jedem Ende liegt ein neuer Anfang . Der gefallene Apfel ward zu Erde und aus seinen Kernen entsteht ein neuer Baum . Aber auch der Mensch kann wenn er aus seinem Nest fällt und meint es ist das Ende , wieder aufstehen (auch wenn es oft unendlich viel Kraft kostet ) und mit Herz und Gefühl viel positives für sich und andere erreichen . Nur aufgeben darf man nicht .
Danke , es war schön wieder was von dir zu lesen . LG Uschi
Ich Danke Dir...freut mich das Dir diese Geschichte gefällt...Das ist auch der Kreislauf der Natur...
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Eine schöne Metapher zum Thema Sterben und Wiedergeburt, liebe Lotus!
Einige Aphorismen habe ich dazu gefunden, die mir gut gefallen...
Dir vielleicht auch?

In der Jugend glaubt man an die Unsterblichkeit - im Alter an die Wiedergeburt.
© Erhard Horst Bellermann

Schone keine Chance. Freilich glaubt sie getreulich an ihre Wiedergeburt, aber seien wir ehrlich, sie träumt.
© Peter Rudl

Wenn wir uns vom Kreislauf der Wiedergeburt befreien wollen, müssen wir mehrere Existenzen hindurch daran arbeiten.
© Dalai Lama (Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis Seiner Heiligkeit)
Ja, passt...sehr schön Danke....
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genau....mach das ...DANKE
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Ein schönes Märchen oder ist es eine Fabel? Danke für den netten Sonntagsgruß. Dann werde ich mir doch gleich mal ein Äpfelchen zu Gemüte führen
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