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Wie ist die Luft da oben ??
Wie ist die Luft da oben ??

MOPPEL-6...auf meinem Dach eine Grillparty ???

Beitrag von wize.life-Nutzer

Da liegt doch was in der Luft, schön langsam wird mir in der Ölwanne schwummerig. Schon bei meiner letzten Reise waren ein paar Mängel aufgefallen, die dringend behoben werden mussten. Und so störte mich Drega vor ein paar Tagen in meinem beschaulichen Parkplatzdasein, ich wusste es kann keine Reise sein, denn die sonst übliche und auch notwendige Packerei fand nicht statt. Stattdessen stieg Drega bei mir ein und startete den Motor. Zu meiner übergroßen Verwunderung stieg Zehin beim Kangoo ein und sobald ich losfuhr, folgte er mir auf den Fersen. Wir fuhren in flottem Tempo durch fast ganz Leipzig, Kangoo immer ganz knapp hinter mir, irgendwie schaffte er es immer dicht hinter mir zu bleiben, ohne dass ein anderes Auto dazwischen fahren konnte. Ich bemerkte, dass Zehin auch ein guter Autofahrer war. Na kein Wunder, war er doch vor seiner Pensionierung in Wien Taxifahrer gewesen. Ich kannte mich hier überhaupt nicht mehr aus, bin ich doch vorher nie viel in der Stadt herum gekommen, da kannte sich Kangoo schon sehr viel besser aus. Schließlich landeten wir in einer Autowerkstatt. Nach einem längeren Gespräch mit einem kleinen quirligen, lustigen Elektromechaniker, der mich von innen und außen kritisch begutachtete wurde ich im Hof abgestellt. Hier musste ich ein paar Tage verbringen, während dessen die Elektrik noch einmal gründlichst überprüft und kleinere Mängel, die meine Leistung drosselten, behoben wurden. Dann wurde ich endlich von Drega und Zehin im Kangoo abgeholt und wir fuhren wieder im Gänsemarsch, oder besser Gänsegalopp nach Hause.
Ich dachte, nun ist endlich Ruhe, aber typischer Fall von Denkste, nicht einmal von oben hat man Ruhe. Kam doch Drega mit einer Leiter daher um mir aufs Dach zu steigen, diese schien ihr aber zu unsicher. Sie fuhr mit Kangoo in den Garten wo sie eine lange Aluleiter die sie sonst zum Obsternten benutzte aus dem Schuppen hervorkramte, um sie mitzunehmen. Und einen ganzen Korb voll frisch geernteter Pfirsiche brachte sie auch noch mit. Diese Pfirsiche hätte in einem Geschäft fast jeder links liegen gelassen, so farblos und unansehnlich, wie sie waren. Aber als Drega sich mit einem Nachbarn unterhielt und ihm einen der Pfirsiche anbot sah man die beiden genussvoll schmatzen, also dürften sie doch sehr schmackhaft sein.
Das alles erfuhr ich von Kangoo, als er wieder neben mir am Parkplatz stand. Dann kam auch noch mit der Post ein riesengroßes Paket an, ein Paket in dem sich Drega mit Leichtigkeit hätte verstecken können. Sie schob es mit einiger Mühe in mein Inneres. Was das noch werden soll?? Meine Fenster wurden ganz trüb vor banger Sorge und unruhig fieberte ich dem nächsten Tag entgegen. Ja und dann passierte an gerade diesem Tag überhaupt nichts, da es in Strömen regnete, aber wie schon ein altes Sprichwort sagt „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ und das sollte ich sehr bald erfahren.
Der folgende Tag war wieder trocken und schön, so richtig angenehm um im Freien arbeiten zu können. Und prompt, kaum war die Frühstückszeit vorüber kam auch schon Drega mit einem jungen, schlaksigen und großen Mann zu mir herüber und das war nicht Zehin. Sie legten die mitgebrachte Aluleiter an und stiegen mir doch tatsächlich aufs Dach. Dort oben diskutierten sie eine Menge mir unverständlichen Zeugs, krochen auf Knien und maßen irgendetwas, überlegten und berechneten was, wobei mir der Mann ziemlich schüchtern, und auch ein wenig ungelenk vorkam. Ein Glück das ich nicht kitzelig bin, aber etwas wackeln musste ich doch. Aber für Drega, in der ja ein richtig toller Handwerker zu stecken schien, war es wirklich nur wichtig eine helfende Hand zur Seite zu haben, weil man ja wirklich nicht alles alleine schafft. Schließlich holten sie aus dem Paket zwei riesig wirkende Rollen und bugsierten diese auf mein Dach, wo sie in der richtigen Lage ausgerollt wurden, nämlich eine längs und eine quer.
Dann wurde das Dach an den entsprechenden Stellen gründlichst gereinigt, die Rollen von der Verpackung befreit und dank ihrer Klebeschicht auf mein Dach geleimt. Jetzt sah ich von oben aus, wie ein Fleckerlteppich, auf meinem schönen Weiß diese zwei schwarz glänzenden Bahnen und noch die beiden Dachluken, die für Licht und Belüftung sorgen sollten. Ja dann kam auch noch Drega mit einem Bohrer ins Wageninnere. Mein ganzes Flehen half nichts, sie tat als würde sie nichts hören und sehen und bohrte zwei Löcher in die Decke, es war ein furchtbarer Schmerz und ich musste sämtliche Bremsbacken zusammenkneifen damit ich nicht lauthals zu schreien anfing. Durch diese Löcher sollten Kabel ins Wageninnere geleitet werden.
Hah, jetzt bin ich endlich draufgekommen, was das alles soll, diese zwei Bahnen sind Solarpaneele die aus Sonnenlicht Strom erzeugen. Aber, zum Geier, ich bin doch kein E-Werk, sollen die doch schauen wo der Strom herkommt schließlich hab ich eine Lichtmaschine und jetzt sogar schon drei Batterien. Doch meine Proteste verhallen ungehört.

Ja und wem verdank ich das alles, hm eben diesem Sch…Internet, damit fing alles an. Eine ganz bewundernswerte Frau, die trotz schwerer Krankheit einfach toll auch ohne Mann ihr Leben meistert erliegt den Hormonen und angelt sich so einen Kerl. Und weil auch er krank und von Sauerstoffzufuhr abhängig ist, soll ich jetzt dafür büßen und für seinen Strom sorgen?? Andrerseits, dieser Zehin ist ja ein lieber Kerl und ich bin ihm auch sehr dankbar, dass er so schöne Geschichten über mich geschrieben hat und letztlich passen Drega und er ja wirklich wunderbar zusammen. Neugierig bin ich auch wie es sein wird, wenn er das erste mal hinter meinem Lenkrad sitzt, ich denke ja er wird es spielend schaffen, aber ich will es ihm nicht allzu leicht, aber auch nicht zu schwer machen.
Nun waren nur mehr Kleinigkeiten zu machen und ein Bekannter aus eben diesem komischen Internet half Drega jetzt auch noch bei einigen kleinen Verbesserungen an der Elektrik, die doch etwas mehr Fachkenntnisse erforderten. Aber weil alles so glatt und schön verlaufen war, musste das Pechteufelchen doch noch zuschlagen. Als der Mann einen Scheinwerfer ausbauen wollte, zersplitterte beim Herausnehmen das Glas, es hatte wohl doch von einem Steinschlag bei einer Ausfahrt vor wenigen Tagen einen leichten Sprung abbekommen. Normal sagt man ja „Scherben bringen Glück“, aber ich sehe das nicht so sehr als Glücksfall. Es war Freitag und wie ich mitbekommen habe galt die ganze Mühe einmal wieder einer Fahrt nach Wien, und wir wollten am Wochenende los. Verschieben war auch nicht mehr möglich, meine beiden Helden hatten bereits einige fixe Termine, welche unbedingt einzuhalten waren.
Also ließ Drega alles liegen und stehen, rief beim Bedford-Guru in Heidelberg an was sie für ein Ersatzteil benötigte und quetschte dieses Internet aus, wo man den hier in Leipzig so ein Teil bekommen könne. Und dann verschwand sie mit meinem kaputten Scheinwerfer und Kangoo. Als sie nach einer knappen Stunde wiederkam, hatte sie für Montag früh einen Werkstatttermin und war ziemlich erleichtert. Schien ja doch noch was zu werden, das wir rechtzeitig in Wien sein können. Na hoffentlich ist dann meine Pechsträne zu Ende.

Ob wir das noch schaffen werden???

Ps.: MOPPEL-5….ein Familientreffen wurde nicht rechtzeitig fertig und wird wegen Urlaub erst im September erscheinen, danke für Euer Verständnis.
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4 Kommentare

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Hallo Grauer Wolf,
wie ich Dir ja schon mal geschrieben habe, finde ich, dass Du gut schreibst. Trotzdem eine große Bitte: Geschichten, die nichts mit unserem (Schreibwerkstatt) Reizwort zu tun haben, bitte unter "Geschichten, die das Leben schreibt" einstellen.
Vielen Dank, V.G., Inga
@Inga S.-R. servus Inga, eigentlich wundere ich mich über deine Zeilen denn ich wurde ausdrücklich aufgefordert meine Geschichten auch hier zu lanzieren. Auch dann wenn man sich nicht an die vorgeschlagenen Themen hält. Man schrieb mir das es sich hier ja um eine Schreibwerkstatt handelt, so zum üben und wo man Werkzeug und Technik verbessern kann durch die hinweise der anderen, die auch gerne schreiben. Und ich bin nicht so vermessen mich als perfekt zu bezeichnen. Ja und wenn mir das auch zur Zeit nicht besonders liegt über ein fremdbestimmtes Thema zu schreiben, so kann das doch auch einmal geschehen. Liebe Grüße vom G. W.
Hallo Grauer Wolf,
natürlich freue ich mich, wenn Du Dich an der Schreibwerkstatt beteiligst. Du hast eine gute "Schreibe".
Doch in der Schreibwerkstatt gibt es feste Regeln, die Hauptregel besagt, dass ausschließlich Skripte eingestellt werden dürfen, die dem Thema (Reizwort) entsprechen.
Da ich die Schreibwerkstatt ins Leben gerufen habe, habe ich auch die Regeln festgelegt. Ich weiß nicht, wer Dir etwas anderes mitgeteilt hat, es gilt jedenfalls nicht.
Alle Geschichten, Gedichte etc., die nicht dem Thema entsprechen, bitte unter "Geschichten, die das Leben schreibt" veröffentlichen. Das ist eben der Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten: bei "Geschichten, die das Leben schreibt", kann man einstellen, was man will. Bei der Schreibwerkstatt ausschließlich themenrelevante Skripte. Du verstehst das sicher!
Herzliche Grüße, Inga
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Klasse, Grauer Wolf - ich habe laut gelacht über die Bremsbacken und so. Deine Schreibweise gefällt mir sehr gut.
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