Zum Ausklang einer erlebnisreichen Woche

Beitrag von wize.life-Nutzer

Eigentlich wollte ich schon lange mit meiner Frau im Garten sein..., da ich aber in der letzten Nacht unterwegs war, nicht auf Kneipentour sondern auf Kurierfahrt; im Auto nur kurz (zweimal zwei Stunden) geschlafen hatte, nach dem Frühstück heute morgen auch nur wieder zwei Stunden Schlaf abbekam, (das Telefon hatte geläutet, ein völlig überflüssiger Werbeanruf) habe ich mich nach dem Mittagessen noch einmal hingelegt. Es war mir doch lieber, im relativ kühlen Zimmer, als draußen in der Hitze zu schlafen.
Meine Frau ist bereits im Garten. Ich habe ihr versprochen nachher Abendessen mitzubringen. Wir wollen den Sommerabend draußen genießen und dann auch dort im Wohnwagen schlafen. Ich freue mich schon auf den Morgen, und den über offenem Feuer gekochten Kaffee.
Tja, und jetzt hocke ich schon wieder hier, in der Hoffnung, Euch mit meinem Mitteilungsbedürfnis nicht allzusehr auf die Nerven zu gehen.

Ich möchte Euch ein wenig von dem unsteten Leben eines Rentners erzählen, der es sich zum Hobby gemacht hat, Kurierfahrten zu übernehmen. Alle Tage würde ich diesen Job nicht machen wollen, aber als gelegentliche Abwechslung ist er mir sehr willkommen.
Mein Sohn sagte mir vor einiger Zeit: "Was tust Du Dir da noch an Papa?" Und ich sagte ihm: "Ich tu' mir nichts an, ich gönne es mir!" Und so ist es in der Tat. So wie meine Frau den Garten und die damit verbundene Arbeit für ihr "Seelchen" braucht, so brauche ich die Autobahn, den Verkehr, die Landschaft um mich, und die Menschen, denen ich dabei begegne. Natürlich muß ich mich auf die Straße und die Verkehrsteilnehmer konzentrieren, aber man kann die Gedanken "fliegen" lassen. Losgelöst vom Alltag, lebt man intensiv für den Augenblick.
Ich habe schon so viele Fahrten in alle Gegenden Europas durchführen dürfen, das Erlebte möchte ich nicht missen.
Schade ist es, daß meine Frau mich nicht begleitet. Dieses nahezu pausenlose Fahren als Beifahrerin mag sie verständlicherweise nicht.
Nur einmal, ich hatte eine Fahrt nach Porto, da hat sie mich begleitet. Ich hatte nämlich eine Woche später eine Rückfahrt aus Südfrankreich. So konnten wir auf diese Art einen Kurzurlaub am Atlantik, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien machen. Diese Tage hat sie mit mir genossen, aber die Fahrt selbst hat sie sehr angestrengt.

Nun, diese Woche waren meine Fahrten nicht so weit. Zu Wochenbeginn hatte ich eine Fahrt nach Holland. Ich habe kurz darüber berichtet, über die Eindrücke, die mich auf der Fahrt durch Elsaß- Lothringen, die Ardennen und weiter Richtung Luxemburg, Belgien, nach Eindhoven in Holland bewegten.

Gestern am späten Vormittag führ ich los in die Schweiz, in die Gegend von Solothurn. Dort holte ich zwei Päckchen mit Stanzteilen für zwei deutsche Firmen in Immenstadt im Allgäu und Nürnberg.
Die Verzollung war bereits durch das Verzollungsbüro einer Spedition am Grenzübergang Weil/Basel erledigt, so daß ich mir nur die Formulare abstempeln lassen brauchte.
Dann hatte ich freie Fahrt Richtung Freiburg, von dort über den Schwarzwald, am Bodensee entlang Richtung Lindau, und weiter ins Allgäu nach Immenstadt.
Es war ein wunderschöner Sommertag. Die leichten Schleierwolken zauberten herrliche Schattenbilder in die Landschaft die sich friedlich ausbreitete. Dies war ein Erlebnis besonderer Art. Ich bin für die Fähigkeit, kleine alltägliche Wunder wahrnehmen zu können sehr dankbar.
Das Päckchen in Immenstadt abgegeben, ging es dann bald über die Autobahn Richtung Nürnberg, wo ich abends gegen 23.00 Uhr schließlich ankam.
Nachdem ich meinen Auftrag erledigt hatte, konnte ich mir nun ein gemütliches Abendessen gönnen. bevor ich nach einem kurzen aber tiefen Schlaf, die Heimfahrt über die Autobahn antrat.