Geborgen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist Frühling im Sudetenland. Frühling im Jahre 1945. In wenigen Tagen werden die Russen da sein. Vor den marodierenden Soldaten haben alle Angst. Zu viele Schauergeschichten gehen von Mund zu Mund, was mit den Menschen geschieht, die sie antreffen. Vor allem die Frauen und jungen Mädchen haben sie im Blick.

Eine Mutter von vier Kindern weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ihr Mann und ihr Sohn sind an der Front. Niemand weiß, wo sie sind. Niemand weiß, ob sie überhaupt noch leben. Ihr Sohn wurde als letzte Reserve mit 17 Jahren eingezogen, einen sinnlosen Krieg zu führen. In ihrer Not betet sie zu Gott, er möge sie bewahren vor dem, was scheinbar unweigerlich kommen wird.

In diese schwere Zeit hinein schrieb sie die folgenden Worte auf

Geborgen

In Jesu reinen Händen ruht mein Geschick,
Er wird es gnädig wenden zum meinem Glück.
Nichts kann von ihm mich reißen, kein Erdenstreit,
Will Himmelsbürger heißen in Ewigkeit.

Gibt’s auch der Dornen viele am Lebenspfad,
Er führt mich doch zum Ziele durch seine Gnad.
Am Ende meines Strebens mein Heiland winkt
Und mir das Lied des Lebens entgegen klingt.

Drum soll mich nicht bedrücken die böse Zeit,
Der Herr wird mich entrücken dem Erdenleid.
Er wird dereinst erscheinen, das sagt sein Wort,
Mich führen mit den Seinen zur Himmelspfort.

Die Autorin dieser Erlebnisse und dieses Gedichtes ist mir persönlich bekannt!

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