Der Tod meiner Oma

Beitrag von wize.life-Nutzer

Folgenden Brief schrieb meine damals 13 jährige Tochter für ihren Schulunterricht, Fach Deutsch , Thema : Mein traurigstes Erlebnis ....

Der Tod meiner Oma .
Ich weiß garnicht mehr genau an welchem Tag meine Oma starb . Ich glaube es war ein Freitag .
Für meine Familie war es ein Freitag der Dreizehnte .
Nachdem meine Oma schon sehr lange im Krankenhaus gelegen hatte und sich ihr Zustand immer mehr verschlechtert hatte ,waren wir sicher , daß sie nicht mehr lebend aus dem Krankenhaus kommt. Aber trotzdem waren wir alle schockiert , als sie dann von uns schied .
Meine Schwester war alleine zu hause , als sie mir die schlimme Nachricht überbrachte .
Ich weiß nicht mehr , wie ich mich in diesem Moment fühlte . Jedenfalls konnte ich es nicht glauben . Obwohl ich zu meiner eigenen Verwunderung recht gelassen reagierte .
Aber warum ausgerechnet meine Oma.......
Bald darauf ging ich mit meinem Hund spazieren ...und da liefen mir auch schon die Tränen .
"Warum , warum " fragte ich mich lange .
Natürlich wußte ich , an was meine Oma gestorben ist , doch warum mußte ausgerechnet sie , ein von allen geliebter Mensch sterben ?
Vorher dachte ich zwar viel über den Tod nach , doch ich hatte ihn noch nie so hautnah erlebt .
Als ich wieder zu hause war , hatte ich mich etwas beruhigt .
Meine Schwester fuhr weg und ich war ganz alleine daheim . Ich lenkte mich mit Fernsehschauen ab .
Später kamen meine Eltern nach hause . Ich sah , wie sehr sie trauerten .
Sie fragten mich , ob ich die Nachricht schon erfahren hätte , denn ich wirkte sehr normal , d.h. gelassen .
Ich sagte " Ja " und das Gespräch war beendet .
Gefühle der Trauer kann ich der Außenwelt nicht preisgeben .Ich mochte auch nicht das Gerede über ...Erbschaft ...und ...Bestattung...nicht so sehr . Gott sei Dank bekam ich davon auch nicht besonders viel mit .
Meine Mutter war in den nächsten Tagen sehr niedergeschlagen und deprimiert , da es ihre Mutter war , die gestorben war .
Nicht ganz eine Woche später wurde meine Oma beerdigt .
Es war schrecklich . ich mußte schwarze Kleidung anziehen , was ich nicht besonders toll fand , aber es war aus zu halten .
Meine Familie traf sich vor dem Totenhaus am Friedhof .
Als wir eintraten , roch es wunderbar nach frischen Blumen . Viele Kränze und Sträuße standen vor dem Sarg .
Ich stellte mir vor , wie meine Oma darin liegt und wie sie aussieht , denn ich hatte sie das letzte Mal im Krankenzimmer gesehen . Ich bin sehr froh , das sie damals so gut aufgelegt war und Witze machte .
Wir setzten uns im Totenhaus auf die Stühle und warteten bis der Pfarrer endlich kam .
Ich schaute nur die Kränze an , vor allem den Einen wo drauf stand " von deinen Enkelkindern" und schon liefen mir wieder die Tränen .
Der Kranz war wunderschön und bunt , genau so vielfältig , wie ihre Enkelkinder auch sind .
Der Pfarrer brachte Weihrauch und mir wurde übel , ich wäre am liebsten hinaus gelaufen .
Wir sangen ein paar Lieder , der Pfarrer sprach einige Worte .
Die Totengräber traten ein und trugen den Sarg zum Grab , wir hinterher .
Mich überkam wieder die Trauer und ich weinte mich bei meinem Bruder aus .
Es ist komisch das man weint , man weiß doch , das es dem toten nun besser geht als wenn er noch leben müßte .
Einige Male hörte man heftiges , lautes Weinen . .Alle überkam die Trauer , wie mir vor dem Totenhaus .
Blumen und Erde wurden in das Grab geworfen .

Wir gingen dann alle in ein Restaurant , aßen und tranken und versuchten Gespräche zu führen .
Später fuhren wir nochmal zum Grab meiner Oma .
Bis jetzt bin ich noch nicht wieder auf dem Friedhof gewesen , denn mir graut etwas vor den Gefühlen und Gedanken , die mir dann kommen würden .

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