Wo hat der bloß einen Anschluß ??
Wo hat der bloß einen Anschluß ??

MOPPEL-5.....grosses Familientreffen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Ich weiß wirklich nicht was da los ist, in letzter Zeit tuscheln meine Beiden ganz geheimnisvoll miteinander und betrachten mich so kritisch von allen Seiten, ich werde das Gefühl nicht los, da kommt etwas ganz Großes auf mich zu. Sie studierten verschiedene Karten und befragten auch noch ihren Terminkalender und auch das Internet lief heiß, aber ich kam nicht drauf was das werden soll. Drega war in Hochstimmung, jauchzte und tanzte, aber ich erfuhr noch immer nichts. Dann eines Tages, ausnahmsweise einmal ziemlich früh am Vormittag wurde auf einmal gepackt, ich war ganz baff und mir blieb vor Staunen die Spucke weg weil das so ungewöhnlich war. Und jetzt ließen sie die Katze aus dem Sack, nein bitte nichts falsches denken, es war nicht der schöne schwarze Familienkater mit den weißen Stiefelchen, welcher immer ganz lieb um mich herumspazierte, nein es war nur die sprichwörtliche Katze. Ja und überhaupt Zehin hätte seinen Stanislaus und Drega ihren Felix niemals in einen Sack getan und übrigens war das nur ein Kater mit zwei verschiedenen Namen mit denen meine Beiden im neckischem Streit das Kätzchen riefen.

Nun das besondere Ereignis, dem wir entgegen fahren sollten war ein großes Familientreffen, ich sollte meine Verwandten und Brüder kennen lernen. Ja das war nun mal eine tolle und äußerst erfreuliche Nachricht und da stand uns ja ein ganzes verlängertes Wochenende bevor, weil der Donnerstag ein Feiertag war, naja und den Freitag dazwischen den kann man ja vergessen. So teufelte ich also durch den Harz, ein wunderschönes waldiges Mittelgebirge und meine Zylinder klopften toll den Takt voll Vorfreude. Nach Holzminden sollte es gehen, da war auf einem Campingplatz ein Platz für uns reserviert. Ich hatte zuvor ja noch nie was von diesem Städtchen gehört, aber schon beim Vorbeifahren konnte man sehen das es bemerkenswert schön ist und es lag in einer sehr grünen Landschaft und der Campingplatz befand sich ideal gelegen am Ufer der Weser.

Dort angelangt wurden wir auf das Herzlichste begrüßt und bekamen auch einen hervorragenden Platz, der dem Zehin weite Wege ersparte. Es gab ein großes Hallo, viele Hände zu schütteln und auch ein Glas Sekt zur Begrüßung und meine Beiden bekamen Namensschilder, das sollte wohl die Kommunikation erleichtern. Drega machte anschließend einen Rundgang um zu schauen und mit den anderen Campern zu fachsimpeln und da gab es genug zu tun für sie. Ihre legere Art gefiel den Anwesenden und sie wurde auch sehr bewundert wegen ihrem technischen Verständnis und dafür, dass sie auch Reparaturen erledigen konnte, was hier die meisten Frauen nicht können und auch nicht wollen, das sei Männersache. Auch ich warf meine Blicke in die Runde, es waren wohl an die sechzig Wohnmobile da in vielen Variationen aber alle sahen mir ziemlich ähnlich. Waren alles Brüder und Schwestern von mir, teils noch älter als ich, teils aber auch jüngere Verwandte und sie waren aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch aus Holland der Schweiz und auch aus Österreich angereist. Wir waren ja schließlich auf einem Oldtimertreffen für auf Basis von der Firma Bedford aufgebauten Wohnmobile gelandet. Und obwohl ich das erste Mal bei einem solchen Treffen dabei war verstanden wir uns alle auf Anhieb wunderbar, denn einem Bedford sind Nationalität und Fremdsprachen ganz einfach schnuppe. Und ich merkte, in so schlechter Verfassung war ich auch nicht gerade, konnte mit den anderen durchaus mithalten.
Ja und so wollte das Geschnatter nicht und nicht enden, sie hatten ja alle die verschiedensten Reisen und sonstige Erfahrungen gemacht und das musste ja jetzt im Familienkreis groß besprochen werden.

Ja, meinen beiden Banausen bemerkten zwar dass meine Scheinwerfer ausgefallen waren, aber woran das nun wieder lag wussten sie nicht. Gut das es Bert gab, der sofort wusste woran das lag aber auch das mein Leiden nur mit einem kleinen Umbau bei der Elektrik auf Dauer zu beheben war. Gut dass es da noch Erik gab, Drega kannte ihn ja bereits aus dem Internet als einen genialen Bastler aber obwohl sie sich im Internet auch schon mal gestritten hatten wollte er morgen eine, wenn auch provisorische Lösung bauen um mich wieder sehend zu machen. Für uns „Bedfordianer“ gab es ja ein Internetforum, wo sich alle Rat und Hilfe holen konnten und Bert der Oberguru konnte jegliches Ersatzteil schnell und preisgünstig beschaffen. Und wenn jemand wirklich Hilfe braucht, hilft man schnell auch trotz eventueller Meinungsverschiedenheiten. Großartige Menschen die da von meinen Verwandten durch die Gegend beförderten wurden.

Schön langsam wurde es Abend und das Geschehen verlagerte sich in ein größeres Zelt, wo man sich bei Getränken und Imbissen aus einem kleinem mobilen Verkaufsstand und guter Musik herrlich unterhalten konnte. Auch konnte ich beobachten, dass so manche ein Tänzchen wagten. Es wurde aber nicht allzu spät, denn morgen sollte es einen geführten Spaziergang durch das Städtchen geben.
Ja und wirklich, gleich nach dem Frühstück setzte sich ein beachtliches, buntes Trüppchen in Bewegung und ich konnte ihnen noch lange nachsehen, wie sie über die Weserbrücke zogen.
Ja und dann klopfte es an meiner Tür und Erik kam um meinen alten Lichtschalter auszubauen, denn bei diesem waren ja die Kontakte abgebrannt und er baute provisorisch einen neuen Schalter ein. Es sollten aber möglichst bald die Schaltung auf Relais umgebaut werden.
Dann kamen die „Spaziergänger“ wieder zurück und Drega hatte ihrem Zehin, der, weil er nicht so weit laufen konnte, nicht mitgekommen war, sehr viel zu erzählen und noch mehr Bilder zu zeigen. Sie erzählte dass Holzminden die Stadt der Aromen und Düfte ist und überall in der Stadt Säulen mit verschiedenen Düften standen und zum Beweis hatte sie eine kleine Phiole mit Zitrusduft mitgebracht. Auch über einen der Camper mussten wir herzlichst lachen, der Mann hatte nämlich ein Handy mit, das aussah wie die guten alten Schreibtischtelefone mit Wählscheibe. Und mitten in der Stadt hielt er an nahm den Hörer ab und telefonierte. Ja so verging auch dieser Tag in bester Stimmung.

Dieser neue Tag sollte dem Treffen die Krone aufsetzen. Für den Nachmittag war nämlich eine große Parade geplant, eine Rundfahrt über etwa sechzig Kilometer durch die schöne romantische Umgegend. Und wirklich, nach dem Mittagessen setzte sich ein imposanter Zug aus etwa fünfunddreißig historischen Wohnmobilen in Bewegung und es gab ein Gelächter, Geblinke und die verschiedensten Melodien erklangen als Hupsignal. Ja ich muss meine Beiden dringend ersuchen, mir auch so eine neue wohlklingende Stimme zu besorgen. Inzwischen hatte ich auch mit zwei ganz besonderen Van’s Freundschaft geschlossen. Nämlich mit dem Indianer sowie mit Rubber Duck. Der Indianer hatte nämlich neben der Eingangstür einen natürlich wirkenden, lebensgroßen Indianer aufgemalt und Rubber Duck hatte genauso wie das große Vorbild in dem Film Konvoi eine Gummi-Ente vorn am Dach. Ja, wir wurden gebührend beachtet und niemand war böse weil wir nicht die allerschnellsten waren. Nach der Fahrt über herrlich romantische Landstraßen war Schluss bei einer guten Caffeejause auf Schloss Corvey.
Na und dann am Abend gab’s noch eine Bombenüberraschung. Ein Bedfordianer hatte sich nämlich die Mühe gemacht eine eigene Bedfordhymne zu dichten nach einer bekannten Puhdysmelodie und es klang einfach doll und eine Bombenstimmung kam auf. Und zu guter letzt gab es noch ein richtig buntes und lautes Feuerwerk, das ja wunderschön anzuschauen war, mit den vielen bunten Kugeln und Sternen, nur der Dreck der dann von oben wieder runterkam, war fürchterlich.

So ging es nun wieder auf die Reise. Ursprünglich wollten die beiden noch eine kleine Rundreise machen aber das Wetter war nicht sehr sommerlich und Zehin war gesundheitlich auch nicht besonders gut drauf. So fuhren wir wieder durch den Harz mit seiner gebirgigen Landschaft und den lieben kleinen Dörfern mit seinen schmucken Fachwerkhäuschen wieder nach Leipzig. Ich kann mich noch erinnern, dass wir vor einer Brücke landeten, die für den Verkehr gesperrt und daher unpassierbar war. Jaja, man wollte ja nur auf Landstraßen fahren und hatte dabei ein Warnhinweisschild übersehen. Aber schließlich landete wir doch wieder wohlbehalten daheim und ich träumte von einem neuen Treffen im nächsten Jahr.