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Michels Nachtgebet

Von wize.life-Nutzer - Freitag, 19.09.2014 - 21:46 Uhr

Ich möchte Euch noch eine kleine Nachtgeschichte, die ich im "Lahrer hinkenden Boten" fand, erzählen.
Stark gekürzt und leicht verändert.

Michels Nachtgebet

Der Michel war ein Bub vom Land, wie viele andere Buben von zwölf Jahren auch. Er war lausbübisch, natürlich, das muß sein. Er war umtriebig, immer tätig, selten lag er auf der faulen Haut, er half dem Vater im Stall, dem Onkel in der Gärtnerei, sogar dem Opa im Wald. Nur mit der Schule, hatte er es nicht so.
Das Rechtschreiben, naja. Das Rechnen, fiel ihm auch schwer. Die Religionsstunden beim Herrn Pfarrer, die hatten's ihm angetan. Die Geschichten der Heiligen, der Apostel, der Engel, diese Geschichten fesselten ihn. Zum Jahresabschluß schenkte ihm der Herr Pfarrer ein kleines in Leder gebundenes Büchlein, ein Büchlein mit Gebeten, hatte ihm der Herr Pfarrer erklärt. "Aber Du mußt sie nicht auswendig lernen" hatte der Herr Pfarrer gesagt. "Du kannst mit unserem Herrgott so reden, wie es Dir einfällt. Er versteht Dich immer"
Und heute war ein ganz besonderer Tag gewesen. Er hatte eine gute Note für einen Aufsatz bekommen, die Rechenarbeit war gut ausgefallen. Er hatte dem Vater geholfen, den ganzen Nachmittag Holz gespalten. Jetzt war er hundemüde aber glücklich in's Bett gekrochen. Seine Gedanken kreisten. Er war voller Freude, weil die Mutter sich über die guten Noten gefreut hatte. Er hatte gespürt, als er mit dem Vater den Stall ausmistete, daß auch der Vater stolz auf ihn war. Und wie der Großvater aus dem Wald kam, ihm kameradschaftlich auf die Schulter geklopft, und ihm gesagt hatte, Männer müssten auch Abendbrot essen, nicht nur schaffen, da fühlte er sich fast erwachsen. Er drehte sich müde zur Seite, schläfrig schon, fielen ihm fast die Augen zu, als ihm einfiel, daß er noch gar nicht zur Nacht gebetet hatte. Die Gedanken kreisten auch allzusehr, und so sagte er einfach noch: "Ach, lieber Herrgott, Du wirscht Dei kleine Michel scho kenne."

14 Kommentare

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Ja, mein lieber Hannes, was für ein beruhigendes Gefühl es doch ist, zu wissen: Der liebe Gott kennt uns schon.
Egal wie wir sind, ob wir uns sehr gut ausdrücken können oder nur sehr langsam, stockend die richtigen Worte finden, es tut gut zu wissen, er weiß was ich sagen will und denke, noch bevor ich es in Worte fassen kann. Und bei ihm ist es immer an der richtigen Adresse und wird gehört und wenn wir achtsam sind, dann hören" wir auch seine Antwort. Ich finde es sehr tröstlich, dass da jemand ist, vor dem wir so sein dürfen wie wir sind. Er kennt uns sowieso und er hört uns "immer" zu. Der Michel war schon ein ganz kluges Kind.
Ich grüße euch herzlich und wünsche euch einen sehr geruhsamen, behaglichen Sonntag
Hildegard
Oh, wie schön, Dich noch zu treffen Hildegard.
Besonders schön ist es, in Dir eine Freundin gefunden zu haben, die versteht, und gleichgesinnt ist.
Ja es ist tröstlich zu wissen, das unser himmlischer Vater uns kennt, um unsere Bedürfnisse weiß, und wir uns hm anvertrauen dürfen.
Der glückliche kleine Michel hat dies in kindlichem Vertrauen erfasst. Nicht umsonst sagte Jesus: "So Ihr nicht werdet wie die Kinder...!
Herzliche und liebe Grüße von uns zu Euch, und auch Euch einen gesegneten Sonntag,
Hannes
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Hallo Hannes, erinnert mich schwer an den Michel aus Lönneberga, schön geschrieben
Den kenne ich von meiner Tochter, aber nur namentlich.
Vielen Dank Eva. Der "Lahrer hinkende Bote" ist ein Jahrbuch, das schon seit uralter Zeit herausgegeben wird.
Da fand ich diese Geschichte, die mir sehr gefiel und die ich nacherzählte.
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Der liebe Gott ist bei Dir, immer und überall. Er ist in Dir, neben Dir, vor Dir, und hinter Dir. Er spricht mit Dit Dir und zu Dir. Und er weiß, das Du zu ihm betest auch, wenn Du es mal nicht bewußt machen solltest..Er hat Dich geschaffen und Dich immer begleitet und wird es auch immer bei Dir sein.. Und wenn es an der Zeit ist, wird er Dich auch zu sich nach Hause holen. Lieber Johannes, dass ist meine ehrliche Überzeugung. Ich wünsche Dir alles Gute. Cornelia
Vielen vielen Dank liebe Cornelia Bettina.
Diese Überzeugung teile ich sehr gerne mit Dir.
Schön, Dich hier wieder einmal zu treffen, liebe Grüße zu Dir, und auch Dir alles Gute,
Hannes
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Da hat es der Michel auf den Kopf getroffen ... mehr Worte waren nicht nötig...
In der Tat Renate, Kinder sind mit ihrer Unkompliziertheit oft Klügeren.
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das Telefon zum Herrgott ist nie besetzt....
Das ist wohl wahr Roswitha und er versteht uns immer
ja Johannes, er soll auch Dich und Deine Famlie
beschützen
Das darf ich Dir auch aufrichtig wünschen, denn dies ist mein tägliches Gebet.
Danke
Bitteschön Roswitha,gerne
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