Kirchweih - Unterhaltung früher
Kirchweih - Unterhaltung früherFoto-Quelle: http://pixabay.com/de/tanzen-paar-tradition-bayrisch-116802/

Tanzende Schwiegermütter

Quintessenz Manufaktur für Chroniken

Früher soll ja alles besser gewesen sein. Zu glauben ist das nicht, eher war wohl vieles anders.
Ganz sicher aber war eines immer sehr schön – der Beginn der Liebe, die ein ganzes Leben lang halten sollte.

„Die Geschichte konnte ich meinen Enkeln gar nicht oft genug erzählen“, berichtete eine Kundin bei einem Interview für ihre Biografie. Inzwischen haben die Eheleute die Goldene Hochzeit hinter sich, etliche Enkel haben ihre Liebe schon gefunden.

„Besonders ungewöhnlich war das Kennenlernen und Verlieben bei diesen beiden Menschen gar nicht“, sagt Petra Schaberger von Quintessenz Manufaktur für Chroniken, bei der die Frau ihre Biografie schreiben lassen will. „Aber die vielen Details vom Leben auf dem Land in den 50er und 60er Jahren machten die Sache für die Kinder ihrer Kinder so spannend – das konnten die sich gar nicht mehr vorstellen“, ergänzt die Expertin für Biografien und Firmenchroniken.

Da hieß es nämlich: Als Oma noch zur Kirmes ging …

Aber viel lieber gingen sie und ihre Schwester zum Schützenfest ins Nachbardorf - da war die Kapelle viel besser. Und überhaupt – Musik und tanzen!

Wenn denn ein Mädchen die Erlaubnis der Eltern dazu bekam - in einer Zeit, in die Patentante zur Konfirmation einen silbernen Esslöffel schenkte. Wer da ein Fläschchen Eau de Cologne oder gar Parfum bekam – oha, dafür interessierten sich auch Schwestern und Mitschülerinnen sehr. Allerdings war an Kirmes und Tanz erst etliche Jahre später zu denken.

Aber wie sollten die inzwischen 18 und 19 Jahre alten Schwestern zum Schützenfest kommen? Immerhin waren das gute fünf Kilometer, und zurück musste man auch noch - in Tanzschuhen war das nicht zu machen.

Außerdem waren die Mädchen neben der Haus- und Küchenarbeit auch für die Versorgung des Viehs auf dem Bauernhof der Eltern zuständig – Milchkühe, Schweine, Hühner und Enten. Also Futter schneiden, Tränken, Füttern und Ausmisten am frühen Morgen und am Abend. Gemolken wurde im Sommer draußen auf der Weide, von dort musste die Milch auf den Hof gebracht werden, oft auch ein Weg über mehrere Kilometer.
Da blieb kaum Zeit fürs Amüsement. Dabei konnte man dort am Nachmittag Karussell fahren und danach, am Abend, tanzen und schwofen.

Die Schwestern dachten sich also: Wenn schon, denn schon. Nach dem Mittag liefen sie zu Fuß über Wiesen und Feldwege ins Nachbardorf, die Schuhe in der Hand. Vor der Abendfütterung zurück zu Ställen, Vieh und Arbeit und danach wieder zur Festivität, immer mit den Schuhen in der Hand. Nachts wieder zurück nach Hause. Aber wenn es sich so ergab, wurden sie nach dem Tanz manchmal von einem Verehrer mit Fahrrad auf dessen Gepäckträger bis zum elterlichen Hof gebracht.

Nicht spektakulär, vielleicht damals oft erlebt – aber heute gute Gründe, das für die nachfolgenden Generationen aufzuschreiben, zu bewahren.
Quintessenz Manufaktur für Chroniken befasst sich die sich seit vielen Jahren mit persönlichen Erinnerungen von Menschen und bringt diese in die beste Form.

Die Idee für eine Biografie als Geschenk für die ganze Familie hatte in diesem Fall eine Schwiegertochter der Kundin, der diese am 45. Hochzeitstag Begebenheiten aus ihrer Jugend erzählte.

Die andere Schwiegermutter, die Mutter dieser Schwiegertochter also, steuerte eine kurze Schilderung ihres eigenen Hochzeitstages bei: „Wir haben heimlich geheiratet, meine Eltern waren nicht damit einverstanden, dass ich so einen armen Fischer nehmen wollte, und dann so weit weg, für sie ans Ende der Welt.“ Nach der Trauung fuhren die beiden frischgebackenen Eheleute in ein kleines Restaurant zum Hochzeitsschmaus. Mit dabei waren ihre Trauzeugen, das Fischerpaar, mit dem ihr Mann gemeinsam fischte. Am Abend gingen die beiden spazieren und landeten auf dem Sommernachtsball auf der Konzertbühne auf den Dünen am Strand. „Das war reiner Zufall und wunderschön – wir haben getanzt bis Mitternacht“, erzählt die Frau fast 50 Jahre später immer noch voller Begeisterung. „Zum Abschluss gab es ein großes Feuerwerk. Als wäre das alles extra für uns gemacht – und dabei hat niemand gewusst, dass wir ein paar Stunden zuvor geheiratet hatten.“

Und wie war das bei Ihnen?


Meistens erzählen unsere Kunden uns in Interviews, was sie in ihrem Biografie-Buch bewahrt wissen wollen, Arbeitsproben finden Sie bei Interesse auf www.quintessenz-manufaktur.de – natürlich aus Datenschutzgründen nur die von unseren Kunden freigegebenen Kapitel.